Kosten und Lieferzeiten steigen

Handwerker in Waldeck-Frankenberg schlagen Alarm: Holzpreis hat sich verdoppelt

Angehender Zimmermeister: Fabrizio Hasanaj arbeitet bei der Firma Finnholz in Rengershausen. Im Bild bearbeitet er Rundhölzer für Holzblockhäuser.
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Angehender Zimmermeister: Fabrizio Hasanaj arbeitet bei der Firma Finnholz in Rengershausen. Im Bild bearbeitet er Rundhölzer für Holzblockhäuser.

Dachdecker, Zimmerer und andere holzverarbeitende Betriebe schlagen Alarm: Die Rohstoffpreise schießen nach oben, die Lager sind leer. Hinzu kommen zunehmend Lieferengpässe. Die Folge: Verzögerungen und Kostensteigerungen bei Bauvorhaben.

Waldeck-Frankenberg - „Zur Zeit wird viel Holz nach Amerika und China verschifft, da dort höhere Preise bezahlt werden“, sagt der Obermeister der Dachdecker-Innung Waldeck-Frankenberg, Dimitri Demmer-Koutroulis. „Die deutschen Händler ziehen jetzt nach und zahlen auch höhere Preise, um noch Holz zu bekommen“, sagt der Obermeister und gibt ein Beispiel: „Für eine Dachlatte, für die wir letztes Jahr 0,45 Euro pro Meter bezahlt haben, zahlen wir jetzt mindestens einen Euro oder sogar mehr. Man kann sagen, dass sich die Preise im Holzbereich mindestens verdoppelt haben, wenn nicht sogar schon verdreifacht.“

Davon profitierten Holz-Spekulanten. „Wir dürfen das ausbaden“, klagt Demmer-Koutroulis. „Wenn man zum Beispiel im letzten Jahr ein Angebot für die öffentliche Hand gemacht hat, das dieses Jahr erst zum Tragen kommt, dann hat man nur eine begrenzte Möglichkeit, diese Preissteigerung abzufangen.“ Das bestätigt der Obermeister der Zimmerer-Innung, Harald Ludwig aus Rengershausen. „Besonders hart trifft es die, die Langzeitaufträge haben. Sie können die Preissteigerungen nicht an die Kunden weitergeben.“ Dabei sei die Auftragslage gut. Die Auslastung der Handwerker sei durch Corona gestiegen, da viele in Haus und Garten investierten. Aufgrund des Rohstoffmangels sei die Situation in Waldeck-Frankenberg teilweise sehr angespannt und überhitzt, sagt der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Gerhard Brühl. Betroffen seien neben Dachdeckern und Zimmerern fast alle Branchen des Bauhaupt- und Baunebengewerbes.

Auch Stahl und Dämmstoffe fehlen

„Es fehlt an Stahl, Holz und Dämmstoffen“, sagt Brühl. Kunden müssten sich auf Verzögerungen und Preiserhöhungen einstellen. Von einer Verdoppelung der Preise könne jedoch insgesamt über den kompletten Bau- und Ausbau nicht die Rede sein. Brühl empfiehlt, sich rechtzeitig mit einem Handwerker seines Vertrauens zusammenzusetzen. » SEITE 3

Dimitri Demmer- Koutroulis

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