Reaktion auf Corona-Pandemie

Homeoffice für Firmen und Verwaltungen in Waldeck-Frankenberg fast schon Normalität

Im Homeoffice: Anna Battefeld von der Firma MT Intertex in Schreufa arbeitet seit zwei Wochen zuhause.
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Im Homeoffice: Anna Battefeld von der Firma MT Intertex in Schreufa arbeitet seit zwei Wochen zuhause.

Arbeitgeber müssen überall dort Homeoffice anbieten, wo es möglich ist. Das sieht die neue Corona-Arbeitsschutz-Verordnung vor. Wir haben im Landkreis Waldeck-Frankenberg mal nachgefragt.

Waldeck-Frankenberg - Für die Mitarbeiter großer Firmen und Verwaltungen in Waldeck-Frankenberg ist Homeoffice inzwischen schon fast Normalität – zumindest im Büro- und Verwaltungsbereich.

„Unsere Erfahrungen mit dem mobilen Arbeiten sind sehr gut. Wir stellen fest, dass wir mindestens so effizient arbeiten wie in Zeiten vor Corona“, sagt Jörg Schmidt, Sprecher des Allendorfer Heiz- und Kältetechnikunternehmens Viessmann. „Was ein bisschen fehlt, sind die zwischenmenschlichen Kontakte, die Gespräche beim Mittagessen oder der Austausch an der Kaffeetheke.“

„Rund 80 Prozent unserer Angestellten arbeiten im Homeoffice“, berichtet Andrea Richter, Personalleiterin beim Frankenberger Fertighaus-Hersteller Finger-Haus. Die Arbeit auf den Baustellen werde zeitlich so geplant, dass sich die Montagekolonnen nicht begegneten.

„Die Arbeit im Homeoffice ist in unserem Unternehmen gelebte Praxis und bei vielen Tätigkeiten problemlos möglich“, sagt Lothar Salokat, Werkleiter des Reifen-Herstellers Continental in Korbach (rund 3800 Mitarbeiter, inklusive Conti-Tech).

Auch beim Landkreis Waldeck-Frankenberg, der inklusive der Mitarbeiter und Betreuungskräfte an den Schulen rund 1000 Beschäftigte zählt, steht Homeoffice hoch im Kurs. „Beim ersten Lockdown im März haben bis zu 50 Prozent der Mitarbeiter von zuhause aus gearbeitet“, sagt Pressereferentin Ann-Katrin Heimbuchner. Derzeit wechselten viele Angestellte wieder ins Homeoffice. Die technischen Voraussetzungen habe der Landkreis immer weiter ausgebaut. Video- und Telefonkonferenzen sowie Online-Veranstaltungen seien inzwischen „nahezu zur Selbstverständlichkeit“ geworden.

2500 „Viessmänner“ arbeiten von zuhause aus

Mehr als die Hälfte der rund 4700 Viessmann-Mitarbeiter am Standort Allendorf ist aktuell im Homeoffice, arbeitet also von zuhause aus. Das teilte Viessmann-Unternehmenssprecher Jörg Schmidt auf Anfrage mit und konkretisierte die Zahl auf „ca. 2500“. Ähnliche groß sei die Zahl der Homeoffice-Mitarbeiter auch beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020 gewesen.

Die Viessmann-Mitarbeiter muss man also von den Vorteilen dieser Tätigkeit nicht mehr überzeugen. „Wir haben diesbezüglich die klare Anweisung ausgegeben, dass mobiles Arbeiten von allen Mitarbeitern genutzt werden soll, wo kein oder wenn nur ein geringer Produktivitätsverlust dadurch verursacht wird“, erklärte Jörg Schmidt.

Im Bereich der Produktion sei Homeoffice dagegen nicht praktikabel. „Wir haben aber schon vor einem Jahr aufgrund unserer sehr frühen Erfahrungen der chinesischen Kollegen mit Covid-19 ein umfassendes Sicherheits- und Hygienekonzept für das gesamte Unternehmen entwickelt und sehr erfolgreich umgesetzt“, sagte Schmidt. „Den Beweis dafür liefert unsere interne Inzidenz, die bei Null liegt. Es gab keine einzige Ansteckung im Unternehmen am Arbeitsplatz. In der Fertigung haben wir beispielsweise die Schichten entkoppelt, Begegnungsmöglichkeiten extrem reduziert, Kantinenplätze halbiert sowie Masken und Desinfektionsmittel hergestellt und bereitgestellt. Begleitet werden unsere Maßnahmen durch eine umfassende Informationskampagne.“

Das Familien-Unternehmen Viessmann habe schon vor vielen Jahren begonnen, mobiles Arbeiten durch entsprechende Endgeräte wie Laptops oder Tablets zu ermöglichen. „Gleich zu Beginn der Pandemie haben wir außerdem zusätzliche Bandbreite zu den vorhandenen Übertragungsnetzen hinzu gebucht“, teilte Jörg Schmidt weiter mit.

Mobiles Arbeiten sei bei Viessmann schon vor der Corona-Pandemie im Rahmen einer Betriebsvereinbarung arbeitsrechtlich geregelt gewesen.

Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

„Wir merken seit März, dass die Akzeptanz von mobilem Arbeiten bei Führungskräften stetig steigt und die Mitarbeiter mobiles Arbeiten nutzen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erhöhen. Wir sehen hier eine Chance, unsere Arbeitgeber-Attraktivität weiter zu steigern und wollen diese aktiv nutzen“, erklärte Jörg Schmidt abschließend.

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