Ausschuss begrenz Außengastro

Hotel und Gastronomie auf Willinger Kesper-Gelände sollen beschränkt werden

Diskussionen im Bauausschuss löste die Planung für die Projekte auf dem Gelände der früheren Badmöbel-Fabrik aus – gerade die Beschränkung des Außenbereichs der geplanten Gastronomie.
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Diskussionen im Bauausschuss löste die Planung für die Projekte auf dem Gelände der früheren Badmöbel-Fabrik aus – gerade die Beschränkung des Außenbereichs der geplanten Gastronomie.

Die Pläne für das Willinger Kesper-Gelände haben erstmals den Bauausschuss passiert – mit einigem Diskussionsbedarf und ungewöhnlichen Umständen.

Willingen – Ein Hotel, ein Gastronomie-Betrieb und eine Fußgängerbrücke zum Bahnhof sollen auf dem Gelände der früheren Badmöbelfabrik Kesper entstehen. Möglich machen soll dies ein neuer Bebauungsplan, der das Gewerbegebiet in ein „Urbanes Gebiet“ umwandelt und gleichzeitig Beschränkungen für die Betriebe vorsieht. Die Offenlegung dieses Plans sollen nun erfolgen.

Am Ende der Diskussionen im Bauausschuss stand neben der vom Gemeindevorstand vorgeschlagenen Beschränkung des Hotelbetriebs auf 100 Zimmer und des Gastraums auf 400 Quadratmeter auch eine Begrenzung der Außengastronomie auf die gleiche Fläche. Eine Regelung in diesem Bereich hatten mehrere Ausschussmitglieder gefordert: „Uns fehlt eine Beschränkung der Außengastronomie – ohne kriegen wir Probleme, wie wir sie von anderen Betrieben kennen“, sagte Dirk Wilke (FDP). Sein Antrag, sie auf 200 Quadratmeter zu beschränken, wurde mit vier zu drei Stimmen angelehnt.

Friedrich Wilke (Freie Wähler) wollte ein ähnliches Ziel über eine Festsetzung des gesamten Gastrobetriebs auf 400 Sitzplätze erreichen und verwies auf gute Erfahrungen vom Münchener Oktoberfest: „Nur wer sitzt, wird bedient.“ So ließe sich die Gästezahl regulieren, auch der Bedarf an Toiletten sei klar. Bürgermeister Thomas Trachte äußerte Zweifel, ob das funktioniert, zudem müssten dem Unternehmer kreative Freiheiten bleiben. Patrick Stöcker (CDU) befand: „Wir sollten nicht zu knauserig sein: Die Gäste des Hotels müssen auch irgendwo sitzen können.“ Ein Restaurantbetrieb im Hotel ist nicht geplant.

Der Beschluss fiel letztlich unter ungewöhnlichen Bedingungen: Eine Mehrheit hatte der Gemeindevertretung schon empfohlen, den vom Gemeindevorstand vorgeschlagenen Plan mit dem Aufstellungs- und Offenlegungsbeschluss die erste Hürde nehmen zu lassen – dann wurde besprochen, dass das Parlament diese Woche aufgrund der Corona-Lage nicht tagt. Bis zur nächsten Sitzung Ende Januar oder Anfang Februar würde viel Zeit vergehen, erklärte Bürgermeister Thomas Trachte.

In der Corona-Krise sei es möglich, dass der Gemeindevorstand die Bauleitplanung selbst in die Offenlegung schicke – er wolle das aber nicht gegen den Willen des Ausschusses tun, erklärte Trachte. Widerspruch gab es nicht – aber letztlich hat doch die Gemeindevertretung zu entscheiden. Und wenn sie beim Aufstellungsbeschluss Änderungen vornimmt, muss der Plan neu offengelegt werden. Mit Änderungswünschen sei zu rechnen, gab Detlef Ückert (SPD) vom Gemeindevorstand zu bedenken. Die Beschränkung der Außengastronomie auf 400 Quadratmeter wurde als Kompromiss erarbeitet.

Der Beschluss fiel mit vier zu zwei Stimmen. Die Unions-Vertreter stimmten dafür, aus der FDP kam eine Ja-Stimme und eine Enthaltung, aus der SPD ein Nein und Enthaltungen, aus den Reihen der Freien Wähler Ablehnung.

Manfred Feistner (SPD) bat um Klarstellung, ob die Beschränkung der Zahl der Hotelzimmer pro Betrieb oder für das ganze Gebiet gelte – letzteres sei der Fall, erklärte Trachte. Dass das explizit so gemeint ist, wurde im Protokoll festgehalten. Auf Anregung Stephan Scharnhorsts (SPD) wurde für die Beschränkung der Gastronomie-Flächen genauso verfahren.

Einen Grundsatzbeschluss, das Gewerbegebiet umzuwandeln, hatte das Parlament im Oktober gefällt, nachdem das Projekt in etwas anderer Form zu Jahresanfang noch durchgefallen war. (wf)

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