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Waldeck-Frankenberg: Kreis und Kommunen bereit für Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge

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Flüchtlinge aus der Ukraine kommen am Bahnhof in Budapest an. Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) etwa 368 000 Menschen auf der Flucht.
Flüchtlinge aus der Ukraine kommen am Bahnhof in Budapest an. Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) etwa 368 000 Menschen auf der Flucht. © Anna Szilagyi/AP/dpa

Gemeinsam mit den Städten und Gemeinden in Waldeck-Frankenberg bereitet sich der Landkreis seit dem Wochenende auf eine mögliche Aufnahme von Menschen vor, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen müssen.

Waldeck-Frankenberg – Das bedeute, dass nicht nur in Frage kommende Unterbringungsmöglichkeiten ausgelotet werden, sondern auch bereits die Planungen für die Versorgung und Betreuung der Menschen laufen, die vor der russischen Invasion in ihrem Heimatland flüchten, teilte die Kreisverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung mit.

„Bisher haben wir noch keine detaillierten Informationen vom Land Hessen bekommen, ob und wenn ja wann in Waldeck-Frankenberg Menschen aus der Ukraine aufgenommen und versorgt werden sollen“, sagte Landrat Jürgen van der Horst. Auch über mögliche Größenordnungen gebe es noch keine Aussagen. Dies werde auch von der weiteren Entwicklung der Situation in der Ukraine abhängig sein.

„Wir möchten aber bestmöglich vorbereitet sein und kümmern uns daher bereits jetzt um wichtige Planungsschritte. Mit dem Angriffskrieg gegen einen souveränen Staat verstößt Russland in eklatanter Weise gegen alle Grundsätze des Völkerrechts. Auch wir als Landkreis werden unseren Beitrag zur humanitären Hilfe der Menschen aus der Kriegsregion leisten“, bekräftigte der Landrat.

Auch die Städte und Gemeinden im Landkreis beschäftigen sich nach den Worten von Christian Klein „ganz intensiv mit dem Thema „Krieg in der Ukraine“. Wie der Battenberger Bürgermeister und Vorsitzende der Bürgermeister-Kreisgruppe im hessischen Städte- und Gemeindebund (HSGB) weiter mitteilte, haben sich der Vorstand der HSGB-Kreisversammlung und die Bürgermeister von Bad Wildungen, Korbach und Frankenberg am Samstag zu einem ersten Koordinierungsgespräch mit Landrat van der Horst und Erstem Kreisbeigeordneten Karl-Friedrich Frese zu ersten Vorabstimmungen getroffen. „In dieser Woche finden dann weitere Koordinierungsgespräche mit Vertretern von allen Städten und Gemeinden statt. Da wird dann die weitere Vorgehensweise abgestimmt“, berichtet Klein weiter.

Im Detail lägen noch keine Planungen vor, da noch keine detaillierten Informationen vom Land Hessen gekommen seien, ob und wann und vor allem in welcher Zahl Zuweisungen erfolgen. „Landkreis, Städte und Gemeinden werden jedenfalls alles versuchen, den Menschen aus der Ukraine bestmöglich zu helfen“, versicherte Klein: „In allen Gesprächen, die ich bislang mit den Bürgerinnen und Bürgern geführt habe, erlebe ich ein Gefühl von ganz großer Solidarität mit den Menschen in der Ukraine, die nun wegen dem Größenwahn eines Despoten ihre Heimat verlassen müssen. Das stimmt mich zuversichtlich, dass die kommunale Familie gemeinsam im Kreis auch die kommenden humanitären Aufgaben meistern werden.“

In Edertal ist man durch Zufall in kleinem Rahmen bereits eingerichtet. Ende Januar avisierte der Landkreis 16 Geflüchtete für die Gemeinde. Damals hatte kaum jemand in Deutschland im Kalkül, dass Russlands Präsident Putin einen Monat später die Ukraine mit Krieg überziehen würde. „Die Wohnungen, die wir herrichten, bieten insgesamt 24 Plätze statt der vom Kreis gewünschten 16“, berichtet Bürgermeister Klaus Gier. red/tk/su

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