Zecken, die das FSME-Virus verbreiten, auf dem Vormarsch in Nordhessen

Hyalomma-Zecke: Waldeck-Frankenberg noch kein Risikogebiet

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Hyalomma-Zecke: Waldeck-Frankenberg ist noch kein Risikogebiet (Symbolbild).

Die tropische Zeckenart Hyalomma wurde wahrscheinlich durch Zugvögel nach Deutschland gebracht. In Waldeck-Frankenberg wurde sie bislang nicht gesichtet.

Zecken sind massiv auf dem Vormarsch. Im Hitzesommer 2018 gab es die höchste Zeckenplage der vergangenen zehn Jahre, 2019 sieht es laut Robert-Koch-Institut ähnlich aus. 

Auch eine tropische Zecken-Art aus Afrika, die über Zugvögel eingeschleppt worden sein soll, breitet sich in Deutschland aus: Die Hyalomma-Zecke kann Viren übertragen, die das Krim-Kongo-Fieber auslösen. Es kann ohne Symptome verlaufen, aber auch tödlich enden. Diese Zecke ist fünfmal so groß wie eine gewöhnliche Zecke. 

Keine Daten zu Afrika-Zecke in Waldeck-Frankenberg

Das Krim-Kongo-Virus ist meldepflichtig. Das Gesundheitsamt des Landkreises Waldeck-Frankenberg hat nach eigenen Angaben noch keine Erfahrungen mit der Afrika-Zecke gemacht. Dem Amt liegen auch keine Daten über einen Fund oder eine Erkrankung am Krim-Kongo-Virus im Landkreis vor.

FSME auf dem Vormarsch

Zunehmend in Richtung Nordhessen bewegen sich hingegen Zecken, die das FSME-Virus (Frühsommer-Meningoenzephalitis) in sich tragen, das eine Hirnhautentzündung auslösen kann. Fünf Mal wurde zwischen 2010 und 2019 das FSME-Virus im Landkreis nachgewiesen. Für Menschen in Risikogebieten, die sich viel im Freien aufhalten, biete sich eine Impfung an. Waldeck-Frankenberg gelte aber nicht als Risikogebiet für FSME, sagt der Kreis.

Die am häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheitserreger in Deutschland sind Borreliose-Bakterien; hier ist nur die Variante Borrelia recurrentis meldepflichtig, der Erreger von Läuserückfallfieber. Laut dem Gesundheitsamt wurde in diesem Jahr noch kein einziger solcher Fall aus Waldeck-Frankenberg gemeldet.

30 Prozent der Zecken tragen die Borreliose-Bakterien in sich, bei fünf Prozent der Menschen kommt es zur Infektion nach dem Biss, etwa jeder 100. erkrankt. Die Experten sehen keinen Grund zur Panik, raten aber dringend zur Vorsicht. Ihre Tipps: Im Wald und auf Wiesen lange Hose tragen, Socken über die Hosenbeine ziehen, Zecken abweisende Mittel auf die Haut auftragen, hinterher den Körper gut absuchen.

Verhalten nach einem Zeckenbiss

Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist die Gefahr einer Infektion, sagt das Gesundheitsamt. Die Zecke sollte nicht gequetscht, sondern gerade herausgezogen werden. 

Das funktioniert mit den Fingern oder mit einer Zeckenzange. Danach die Einstichstelle desinfizieren. Bleibt ein Stück der Zecke in der Haut zurück, wächst diese meist ohne Probleme heraus. Kommt es jedoch zu Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen, sollte der Hausarzt aufgesucht werden.

Zwar rücken Zecken, die das FSME-Virus in sich Tragen immer näher an Nordhessen, doch auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg gibt es derzeit noch Entwarnung.

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