"Thomas Müller hat mir zugezwinkert"

Posaunist aus Laisa spielte mit Heeresmusikkorps Hymne beim Länderspiel

Bei der Probe noch vor leeren Rängen: Timo Birkenbusch (links) aus Battenberg ist einer von vier Musikern aus dem Frankenberger Land im Heeresmusikkorps Kassel. Fotos:  nh

Gelsenkirchen/Laisa. Bei einem Fußball-Länderspiel auf dem Spielfeld zu stehen, ist für viele Fans ein Traum. Heiko Belz aus Laisa hat ihn erlebt - allerdings anders, als viele denken.

„Das ist schon cool, wenn man da unten steht", sagt Heiko Belz. Da unten - das ist der Rasen der Arena „Auf Schalke" in Gelsenkirchen, wo die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Dienstag ihr EM-Qualifikationsspiel gegen Irland bestritten hat.

Und Heiko Belz stand während der Hymne direkt hinter der deutschen Mannschaft, war dort auch im Fernsehen zu erkennen: Als Posaunist hat er mit dem Heeresmusikkorps Kassel vor dem Anpfiff die Nationalhymnen gespielt.

Der 33-Jährige aus Laisa gehört zu den 50 Musikern in dem Militärorchester, das in ganz Deutschland und im Ausland zu politischen, feierlichen und sportlichen Anlässen auftritt, aber auch zu Benefizkonzerten wie immer mal wieder auch im Frankenberger Land. Mit dem Heeresmusikkorps hat der Laisaer schon in Mexiko, Paris und Afghanistan gespielt und im vergangenen Jahr zum D-Day auf einem Soldatenfriedhof in der Normandie.

Zur aktuellen Besetzung gehören aus dem Raum Frankenberg auch Timo Birkenbusch aus Battenberg, Björn Zimmermann aus Allendorf-Eder und der gebürtige Battenberger Frank Seibel.

Militärorchester gibt es mehrere in Deutschland. Diesmal durfte - wie schon Anfang September beim Schottland-Spiel in Dortmund - wieder das Musikkorps aus Kassel die Hymnen vor einem Fußball-Länderspiel spielen. „Es ist schon was Besonderes, die Spieler hautnah zu erleben“, sagte Heiko Belz nach seiner Rückkehr aus Gelsenkirchen. „Als die Spieler eingelaufen sind, hat Thomas Müller mir zugezwinkert und ’Servus’ gesagt.“

Die Musik sei natürlich live, wenn das Heeresmusikkorps auftrete. „Liver geht’s nicht“, sagt Belz, der wie viele seiner Kollegen Berufssoldat bei der Bundeswehr ist und damit also Berufsmusiker.

Trotzdem mussten auch die Musik-Profis am Dienstag erstmal die Abläufe üben, bevor sie am Abend vor 51.000 Zuschauern im Stadion und Millionen am Fernsehen spielen durften. „Wir hatten am Nachmittag zwei Stellproben, auch die Choreografie der Kinder und das Einlaufen der Mannschaften mit Statisten wurde geprobt“, erzählt Belz. „Es ist schon gigantisch, was im Stadion an Sound rüberkommt.“

Nach den Hymnen ist Heiko Belz nach Hause gefahren, obwohl sich die Musiker das Spiel kostenlos ansehen durften. Er wollte nicht zu spät in der Nacht wieder in Laisa sein, denn an seinem freien Donnerstag stand für den Hobby-Landwirt zu Hause die Dickwurz-Ernte auf dem Programm.

Von Jörg Paulus

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