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Auftakt zur Initiative Stadtradeln mit Tour auf dem Edersee-Bahnradweg

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Von: Stefanie Rösner

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Abwechslungsreiche Radtour: Mehrere Dutzend Teilnehmer waren auf dem Edersee-Bahnradweg bei einer Tour mit Hessen Mobil unterwegs – hier am Viadukt in Selbach.
Abwechslungsreiche Radtour: Mehrere Dutzend Teilnehmer waren auf dem Edersee-Bahnradweg bei einer Tour mit Hessen Mobil unterwegs – hier am Viadukt in Selbach. © Stefanie Rösner

Zum ersten Mal macht der Landkreis Waldeck-Frankenberg bei dem Wettbewerb „Stadtradeln“ mit. Zum Auftakt waren Vertreter des Kreises, viele Interessierte und die Waldeckische Landeszeitung bei einer Radtour von Hessen Mobil auf dem Edersee-Bahnradweg dabei.

Waldeck-Frankenberg – Der Edersee-Bahnradweg zwischen Korbach und Buhlen ist längst ein beliebter Radweg. Auch das Radfahren selbst liegt voll im Trend. Doch als der Bahnradweg vor zehn Jahren in seiner gesamten Länge fertiggestellt wurde, war die Strecke etwas Außergewöhnliches.

An die Pläne und Anfänge des Bauprojektes erinnerten frühere Mitarbeiter von Hessen Mobil, die dies damals federführend umsetzten. Hans-Dieter Gasch und Günter Henkelmann gaben spannende Einblicke in Verhandlungen zum Grunderwerb mit der Bahn, zur Planung und Finanzierung. Rund zehn Millionen Euro waren an Baukosten fällig gewesen.

Im Jahr 1995 fuhr zwischen Bergheim-Giflitz und Korbach der letzte Zug. Teilnehmer der Radtour am Samstag berichteten, wie sie als Schüler die Bahn auf ebendieser Strecke zur Schule nutzten. Danach lag die Strecke lange brach. Sie war schließlich komplett zugewachsen.

Technische Details der Brücken

Dr. Hellwig Kamm erläuterte technische Details zu den Brückenbauwerken entlang der Strecke. Bei der Renovierung mussten die Arbeiten an jedem einzelnen Bauwerk mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden. Die Brücken sollten in ihrer Substanz erhalten bleiben. Besonders aufwendig war die Sanierung des 28 Meter hohen Selbach-Viaduktes mit sieben Pfeilern, das von 1910 bis 1913 erbaut und im Zweiten Weltkrieg durch Bomben beschädigt wurde.

Auch der Naturschutz musste beim Bau des Radweges berücksichtigt werden, erzählte Rolf Schade, der damals für Hessen Mobil in diesem Bereich tätig war. „Durch den Asphalt auf dem Radweg, wo vorher Schotter war, gab es ein ökologisches Defizit.“ Diese sei zum Beispiel durch Ausgleichsflächen für die dort lebenden Schlingnattern kompensiert worden.

Radwege im Landkreis weiter ausbauen

Im Landkreis sollen weitere Radwege entstehen beziehungsweise Lücken geschlossen werden, kündigte Dr. Hellwig Kamm an. Der Edertaler Bürgermeister Klaus Gier sprach an, dass der Bahnradweg weitergeführt werden müsse. Dabei spielt das Viadukt zwischen Buhlen und Lieschensruh eine Schlüsselrolle, das in Besitz der Deutschen Bahn ist.

Auch Bewohner aus dem Ort Waldeck nahmen an der Tour teil und äußerten ihren Wunsch nach „echten Radwegen“ von Waldeck aus sowohl hinab zum Edersee als auch zum Bahnradweg. Für einen touristischen Ort wie Waldeck seien zeitgemäße Radwege „unbedingt notwendig“, sagte Tanja Dodin aus dem Ortsbeirat. Für Familien seien die bestehenden Straßen mit Fahrrädern untauglich und die Waldwege in schlechtem Zustand.

Aktuell ist jedoch nicht absehbar, wann die politisch gewollten Radwege in Waldeck gebaut werden, sagte Simone Putscher, Fachdezernentin für Planung Nordhessen bei Hessen Mobil. Eine erste Priorisierung sei abgeschlossen, und ob jene Wege bei der nächsten Fortschreibungsrunde berücksichtigt werden, sei noch unklar.

Initiative Stadtradeln bis zum 3. Juli

Bei der Edersee-Bahnradtour von Hessen Mobil mit rund 40 Teilnehmern warben Nicole Sude und Susanne Paulus vom Landkreis für das Stadtradeln. „Weg vom Auto, rauf aufs Rad“, laute dabei die Devise. „Wer irgendwie kann, sollte diese Möglichkeit nutzen“, appellierte Nicole Sude an alle Radfahrer. Sie sollen wenn möglich in ihrer Freizeit oder auch für den Weg zur Arbeit das Auto stehen lassen und sich umweltfreundlicher fortbewegen. „Wir sind heute ein Stück mit dem Zug und dann mit dem Rad gefahren“, berichtete Susanne Paulus. „Das hat wunderbar geklappt.“

Zum ersten Mal nimmt der Landkreis an der internationalen Kampagne „Stadtradeln“ teil. Dabei können alle Menschen in Waldeck-Frankenberg mitmachen. Vom 13. Juni bis 3. Juli können Teilnehmer ihre mit dem Rad zurückgelegten Kilometer in den Wettbewerb einbringen. Drei Wochen Tage lang sollen sie möglichst viele Kilometer mit dem Fahrrad zurücklegen.

Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“

Jeder gefahrene Kilometer werde individuell gezählt. Unter den Teilnehmern werden Gewinne verlost. Wer sich auch für die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ registriert, kann seine Gewinnchancen erhöhen. Die Kampagne Stadtradeln hat das Ziel, das Radfahren, den Klimaschutz und die Lebensqualität in den Kommunen zu fördern – „und letztlich mehr Spaß beim Radfahren durchzusetzen“.

Die Daten sollen zudem wichtige Hinweise für die Radverkehrsplanung geben. Sie sollen zeigen, welche Strecken häufig genutzt werden und dementsprechend gut ausgebaut sein sollten.

Landkreis und mehrere Kommunen machen mit

Bei der Gemeinschaftsaktion des Landkreises machen die folgenden Städte und Gemeinden mit: Bad Arolsen, Burgwald, Diemelsee, Frankenberg, Gemünden, Hatzfeld, Korbach, Lichtenfels, Rosenthal, Twistetal, Volkmarsen, Waldeck und Willingen. Außerdem sind verschiedenen Schulen aus Waldeck-Frankenberg dabei. Zudem machen einzelne Vereine und Gruppen mit.

Stadtradeln ist eine Kampagne des Klima-Bündnisses, einem Netzwerk von Städten, Gemeinden und Landkreisen, dem rund 1900 Mitglieder in über 27 Ländern Europas angehören. Die Kampagne findet dieses Jahr zum 15. Mal statt.

Bislang haben sich im Landkreis rund Tausend Nutzer registriert. Wer möchte, kann sich noch anmelden: stadtradeln.de. (Stefanie Rösner)

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