1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck

Immer mehr Kinder und Jugendliche in Waldeck-Frankenberg von Hass im Netz betroffen

Erstellt:

Von: Julia Janzen

Kommentare

Wer in sozialen Netzwerken aktiv ist, stößt schnell auch auf Hass im Netz. Die Folgen können für Betroffene schwerwiegend sein.
Wer in sozialen Netzwerken aktiv ist, stößt schnell auch auf Hass im Netz. Die Folgen können für Betroffene schwerwiegend sein. © Julian Stratenschulte/dpa

Hassreden und Mobbing im Internet gehören für Kinder und Jugendliche oft zum Alltag. Immer häufiger sind junge Menschen betroffen, immer mehr müssen deshalb sogar stationär behandelt werden.

Waldeck-Frankenberg – Die weiterführenden Schulen im Landkreis sensibilisieren dafür mit Bausteinen wie Workshops, Theaterstücken und Planspielen. „Zu Mobbing und Cybermobbing können sehr viele Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Erfahrungen einbringen. Viele haben Mobbing schon mal mitbekommen, einige wurden sogar selbst schon gemobbt“, sagt Manuel Luxenburger, Jugendkoordinator der Polizei in Waldeck-Frankenberg.

Er hält regelmäßig Vorträge in Schulen, spricht ab der fünften Klasse aufwärts mit den Jugendlichen über Hate Speech, also Hassreden, und Mobbing im Netz. „Ich möchte die Schülerinnen und Schüler dahingehend sensibilisieren, dass das Nutzen von Social Media und digitalen Endgeräten mit einer großen Verantwortung verbunden ist“, sagt Luxenburger. Diese Verantwortung würden sie sich aber mit den Eltern teilen. „Ich werde niemals müde zu sagen: Liebe Eltern, ihr müsst wissen, was eure Kinder mit ihren Smartphones machen.“ Von Seiten der Polizei würden „gemeldete Delikte im Bereich Hate Speech konsequent verfolgt“.

Dass immer öfter junge Menschen unter den Folgen von Mobbing leiden, bestätigt Martina Schmidt, Leitende Psychologin der Kinder- und Jugendstation der Schön-Klinik Bad Arolsen. Während Corona seien die Zahlen deutlich angestiegen. Teils würden in der Klinik bereits Zwölfjährige behandelt. Häufige Folgen von Cybermobbing seien Schlaf- und Angststörungen, Depressionen, in schweren Fällen gebe es sogar Reaktionen wie bei einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Gesetzlich verpflichtet seien die Schulen, „als Teil ihres Schulprogramms Maßnahmen im Bereich der Sucht- und Gewaltprävention zu entwickeln“, sagt Stefan Uhde, Leiter des Staatlichen Schulamts in Fritzlar. Es würden „verschiedenste Angebote zur Prävention, Intervention und Nachsorge bei Mobbing“ zur Verfügung gestellt, unter anderem von der Schulpsychologie. Mit Kooperationspartnern gebe es Qualifikationen zum Mobbing-Präventionsprojekt „Gemeinsam Klasse sein“ und zu „Mobbing-Interventions-Teams“, außerdem Demokratieförderung, die bereits ab den Grundschulen beginne.

Auch interessant

Kommentare