Hoffnung auf schnelle Impfstofflieferung

Kliniken in Korbach und Arolsen: Mitarbeiter werden seit Mittwoch geimpft

Ärmel hochgekrempelt: Seit gestern werden im Korbacher Stadtkrankenhaus die Mitarbeiter gegen eine Infektion mit dem Coronavirus geimpft.
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Ärmel hochgekrempelt: Seit gestern werden im Korbacher Stadtkrankenhaus die Mitarbeiter gegen eine Infektion mit dem Coronavirus geimpft.

Nachdem Ende Dezember 2020 im Landkreis Waldeck-Frankenberg mit den Corona-Schutzimpfungen in den Alten- und Pflegeeinrichtungen begonnen wurde, sind jetzt die Mitarbeiter in den Krankenhäusern an der Reihe.

Korbach/Arolsen - Auch im Stadtkrankenhaus Korbach und im Krankenhaus Bad Arolsen werden seit Mittwoch im wahrsten Sinne des Wortes die Ärmel hochgekrempelt, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen.

Die Auslieferung der Impfdosen erfolgt über das Land Hessen, das die Mengen für die jeweiligen Landkreise über einen definierten Verteilerschlüssel regelt.

„Wir haben für unseren ersten Impftag zunächst 72 Impfdosen bekommen“, berichtet Dr. Arved-Winfried Schneider, Ärztlicher Direktor im Stadtkrankenhaus Korbach. „Die Impfung gegen SARS-CoV-2 bietet uns eine große Chance, die Corona-Pandemie in den kommenden Monaten weiter einzudämmen.“

Insgesamt werden 544 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Stadtkrankenhaus geimpft, unterteilt in drei Prioritätengruppen. Zuerst bekommen die Mitarbeiter eine Impfung, die in ihren Bereichen hauptsächlich Corona-Patienten versorgen, gefolgt von Personengruppen, die ausnahmsweise Corona-Patienten aber schwerpunktmäßig sonstige Patienten betreuen. Zu guter Letzt werden Mitarbeiter in Patienten-fernen Bereichen geimpft.

„Wir hoffen, dass weitere Impfdosen zeitnah eintreffen“, so Dr. Schneider. Aktuell reiche die Menge nicht einmal, um Gruppe 1 komplett impfen zu können, sodass man auch innerhalb der einzelnen Gruppen weiter priorisieren müsse.

Erfreut zeigen sich die Verantwortlichen im Stadtkrankenhaus über die gute Annahme des Impfangebotes in der Belegschaft. „Natürlich müssen sich auch Geimpfte weiter strikt an die Corona-Hygienemaßnahmen halten“, erläutert Klinik-Chef Sassan Pur. Zum einen biete die erste Impfung nur einen sehr geringen Schutz, bis auch die zweite Impfung etwa drei Wochen später erfolgt sei. Zum anderen wisse man noch nicht, ob Geimpfte das Virus dennoch weitergeben können.

„Uns ist es wichtig, jetzt die Grundlagen zu schaffen, im Stadtkrankenhaus weiterhin handlungsfähig zu bleiben. Dabei spielt insbesondere die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine wichtige Rolle in der gesamten Pandemie“, sagt Pur. Bundesweit kämpften die Krankenhäuser gegen das Corona-Virus an. Immer mehr Krankenhaus-Mitarbeiter seien selbst betroffen oder durch Kontakte zu Erkrankten in Quarantäne. Das führe zwangsläufig zu personellen Engpässen in betroffenen Kliniken und daraus resultierend größerer Arbeitsbelastung der verbleibenden Mitarbeiter. „Das zeitnahe Impfen aller Krankenhausmitarbeiter ist daher von elementarer Bedeutung und eine wichtige Schlüsselfunktion in der Pandemie“, sind Dr. Schneider und Sassan Pur überzeugt.

60 Beschäftigte im Krankenhaus Bad Arolsen geimpft

Die positive Nachricht aus dem Landkreis kam am Montagnachmittag um 17 Uhr auch ins Krankenhaus nach Bad Arolsen: Die ersten Impfdosen für die Klinik würden bereits am nächsten Morgen geliefert. Mit vereinten Kräften hat die Krankenhausleitung gemäß der vorbereiteten Pläne innerhalb einer Nacht den Impfprozess organisiert und die Beschäftigten, welche entsprechend den Vorgaben des Bundesgesundheitsministeriums zur Gruppe der höchsten Priorität gehören, zu ihrem Impftermin eingeladen.

Am Dienstagvormittag wurde das Paket mit den Impfdosen am Empfang des Krankenhauses abgegeben und mit Unterstützung der Krankenhausapotheke der Gesundheit Nordhessen am Klinikum Kassel schnellstmöglich zur Verabreichung aufgezogen.

Corona-Impfung im Arolser Krankenhaus: Dr. Frank M. Raible, Chefarzt Chirurgie und Notarzt (links) mit Walter Knüppel, Chefarzt Innere Medizin, während der Impfaktion.

Insgesamt haben am Mittwoch in Bad Arolsen knapp 60 Beschäftigte, die in den COVID-Bereichen, auf der Intensivstation oder als Notärzte eingesetzt sind, die erste Schutzimpfung erhalten. Dazu gehören Ärzte, Pflegekräfte und MTRAs, aber auch das Reinigungspersonal in den entsprechenden Bereichen.

„Die Schutzimpfung gegen eine Erkrankung mit COVID-19 ist eine zentrale Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie“, so Walter Knüppel, Chefarzt Innere Medizin im Krankenhaus Bad Arolsen. „Allerdings wird uns die Erkrankung noch eine Weile begleiten und die Beschäftigten in den Krankenhäusern arbeiten an vorderster Front. Insofern sind wir sehr dankbar, dass wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und damit auch den Patientinnen und Patienten einen ersten Schutz ermöglichen können.“ Die 2. Impfung, die für den vollständigen Schutz notwendig ist, erfolgt in den nächsten drei bis vier Wochen.

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