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In Rhenegge sind nicht alle glücklich über die Fahrplanumstellung des NVV

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Von: Philipp Daum

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Ein Bus der Nordhessischen Verkehrsverbands (NVV) hält am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Korbach
Die Buslinie vom Diemelsee nach Korbach wird in der Fahrplanauskunft des NVV noch nicht richtig angezeigt. © Lutz Benseler

Mehr Fahrten im Stundentakt und insgesamt eine spürbare Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs besonders auf den Dörfern: Das hatte der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) zum Start seines neuen Fahrplanes angekündigt. Doch mit Blick auf Rhenegge trifft das nicht ganz zu.

Das haben uns Leserinnen und Leser aus dem Diemelseer Ortsteil berichtet. Im Gegenteil: Für sie hat sich die Situation punktuell sogar verschlechtert. Im Kern geht es hierbei um die Verbindung von Diemelsee-Rhenegge nach Bad Arolsen und umgekehrt, für die seit der Fahrplanumstellung am 11. Dezember eine längere Fahrtzeit eingeplant werden muss. Bisher hatte es nämlich eine durchgängige Linie von Bad Arolsen nach Willingen gegeben – wovon auch Fahrgäste aus dem Diemelseer Ortsteil profitierten.

Wer beispielsweise von der Haltestelle Rhenegge-Sonnenhof nach Bad Arolsen zum Bahnhof wollte, benötigte mit dem Bus eine knappe halbe Stunde. Seit der Fahrplanumstellung dauert die Fahrt nun fast doppelt so lange. Der Grund: In Adorf ist ein Umstieg nötig, der Aufenthalt dort beträgt mehr als 20 Minuten. In umgekehrter Richtung ist es ähnlich.

„Tatsächlich hat sich diese Verbindung verändert. Hintergrund ist eine neue Bewertung der Linienführung bei der Planung auf Grundlage der Fahrgastzahlen“, teilt Sabine Herms, Pressesprecherin beim NVV auf Anfrage unserer Zeitung mit. Die größere Nachfrage auf der Buslinie 560 teile sich dabei nun auf die beiden Abschnitte „Bad Arolsen-Diemelsee“ und „Diemelsee-Willingen“ auf.

Die vorherige, durchgängige Verbindung von Bad Arolsen nach Willingen sei vergleichsweise wenig genutzt worden, auch deshalb, weil dann die Bahnverbindung über Korbach in Betracht gekommen sei. „Um eine weitere gewünschte Verbindung in Richtung Landkreis Kassel zu realisieren, wurde daher die Buslinie 560 über Bad Arolsen hinaus bis nach Wolfhagen-Gasterfeld verlängert. Dazu kommen wichtige Verknüpfungen mit den Buslinien 566 und 567 in Korbach und Willingen sowie Übergänge zu Bahnverbindungen, die mit der neuen Planung realisiert werden konnten“, sagt Sabine Herms. Für Rhenegge bedeute dies in Fahrtrichtung Bad Arolsen allerdings 21 Minuten Umstiegszeit in Adorf, in Gegenrichtung 24 Minuten.

Kurz nach der Fahrplanumstellung spuckte der NVV-Fahrplan zudem deutlich längere Verbindungen zum Beispiel von Rhenegge-Sonnenhof bis nach Korbach-Hauptbahnhof aus. Statt wie bisher rund 30 Minuten über Adorf und Flechtdorf, sollte der Bus jetzt plötzlich eine Stunde und zehn Minuten über Willingen unterwegs sein.

„Hier war der Fehlerteufel das Problem“, berichtet Sabine Herms. Die Verbindung nach Korbach und umgekehrt dauere in beide Richtungen wie gewohnt eine halbe Stunde, werde in der digitalen Fahrplanauskunft aber nicht angezeigt. Der Grund: „In Adorf gehen die Buslinien 560 und 566 ineinander über. Der Bus 560 erreicht von Rhenegge kommend die Haltestelle Adorf-Mühlentor zur Minute 22. Dort wechselt er die Liniennummer.

Der Bus fährt als 566 weiter nach Korbach. Ankunft ist dort zur Minute 51“, erläutert die NVV-Sprecherin die Verbindung im Detail. Die Fahrgäste seien also 33 Minuten unterwegs. Die Auskunft solle kurzfristig entsprechend angepasst werden. Das scheint jedoch nicht so einfach zu sein: Aktuell schlägt die Online-Auskunft neben der falschen Busverbindung zusätzlich ein Sammeltaxi (AST) vor, das es so eigentlich nicht geben sollte.

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