Interessengemeinschaft Edersee: Wildunger schon seit 2012 aktiv

Bad Wildungen. Einhellig haben sich am Mittwoch Edersee-Anlieger und -Nutzer in einer CDU-Diskussionsrunde für die Gründung einer Interessengemeinschaft für Eder-, Diemel- und Twistesee ausgesprochen (HNA berichtete). Eine Idee, die die Stadt Bad Wildungen schon seit einigen Jahren verfolgt, wie Bürgermeister Volker Zimmermann am Freitag erklärte.

Er verwies auf eine erste Initiative im Jahr 2012. „Wir hatten schon damals die Absicht, eine Interessengemeinschaft zu gründen und haben die Anliegergemeinden an Eder- und Diemelsee und die Stadt Marsberg angeschrieben“, sagte Zimmermann. Das Interesse war damals noch unterschiedlich. Das änderte sich nach weiteren Schreiben aus der Badestadt im vergangenen Jahr und im März dieses Jahres. Zimmermann: „Wir haben für den 28. April die Kollegen zu einer ersten gemeinsamen Besprechung ins Strandhaus No. 12 nach Waldeck eingeladen.“

Das Problem der Wasserbewirtschaftung am Edersee vor dem Hintergrund der geplanten Getreidetransporte auf der Oberweser hat zuletzt auch das Bad Wildunger Stadtparlament beschäftigt. CDU-Stadtverordneter Dr. Edgar Schmal - auch Teilnehmer der CDU-Diskussionsrunde am Edersee - wies in der jüngsten Sitzung darauf hin, dass bei 30 bis 75 Getreidetransporten pro Jahr erhebliche Mengen an Zuschusswasser aus dem Edersee erforderlich seien. Schmal damals: „Das treibt einem die Zornesröte ins Gesicht. Wo bleibt der Aufschrei der Anrainer und aller, die mit Tourismus zu tun haben?“

Das Thema Wasserstandsregulierung an Eder- und Diemelsee steht auch im Mittelpunkt einer weiteren Informationsveranstaltung, zu der der Landkreis für kommenden Mittwoch, 15. April, ins Korbacher Kreishaus eingeladen hat.

An dieser Veranstaltung, nehmen auch Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke und die Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hann. Münden, Katrin Urbitsch teil. Darin sollen die schwierigen rechtlichen Rahmenbedingungen erläutert und ein möglicher Interessenausgleich erörtert werden.

Der niedersächsische Landtagsabgeordnete Ronald Schminke (SPD, Hann. Münden) wirft den hessischen CDU-Politikern im Zusammenhang mit dem Edersee unterdessen „egoistisches Denken" vor. Die Christdemokraten, namentlich der Bundestagsabgeordnete Thomas Viesehon, betrieben einseitig Stimmung für Bootsverleiher und touristische Betriebe am Edersee, meint Schminke. Er hält das angesichts einer funktionierenden Bewirtschaftung des Edersees durch das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) für nicht hinnehmbar.

Aus niedersächsischer Sicht sei das Wassermanagement am Edersee in geordneten Bahnen, weil in den vergangenen Jahren sowohl die wirtschaftlichen Interessen einer beschiffbaren Weser als auch die touristischen Ziele am Edersee durch das WSA sehr umsichtig und ausgewogen berücksichtigt worden seien. Schminke: „Das WSA hat die Interessen aller Akteure immer fair koordiniert.“

Der Abgeordnete betont, der Edersee habe zuallererst die Aufgabe, den Wasserstand der Oberweser auszugleichen. Wenn Bundestagsabgeordnete Viesehon darauf verweise, dass schon jetzt acht bis zehn Schiffstransporte jährlich „richtig weh tun“, dann verkenne er die Interessen der hessischen Firmen an einem Schiffstransport.

Schminke: „Herr Viesehon ist Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestags. Er sollte zuerst nachdenken und dann reden, denn es sind insbesondere hessische Unternehmen, die ihre Schwerlastgüter auf der Weser transportieren. Es sind hessische Arbeitsplätze, hessische Kaufkraft bei den Arbeitnehmern und die Unternehmen zahlen in Hessen ihre Gewerbesteuern.“

Völlig daneben sei die Forderung Viesehons, ein Flachschiff für Transporte auf der Weser zu entwickeln, da dieses flachgängige Schubschiff mit dem Namen Lavara bereits entwickelt und seit Oktober 2014 im Einsatz sei. (sch/kri)

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