Jäger befürchten Wildschwein-Plage im Landkreis

Waldeck-Frankenberg. Die Jagdpächter und Landwirte im Kreis Waldeck-Frankenberg befürchten für das kommende Jahr erhöhte Ernteschäden durch stark ansteigende Wildschweinbestände.

Bereits in diesem Jahr habe man es mit einer größeren Wildschweinpopulation zu tun, sagt Matthias Eckel, Geschäftsführer beim Kreisbauernverband und Mitglied bei der Jägervereinigung Frankenberg.

Die Bestände ufern jedoch noch nicht aus. „Das droht uns aber nächstes Jahr.“

Grund sei die reichlich vorhandene Nahrung für das Schwarzwild über die Wintermonate: „Die Buchen tragen dieses Jahr eine sehr starke Mast“, sagt Eckel. Da Bucheckern im Winter das Hauptnahrungsmittel der Wildtiere seien, sind die Schweine gut versorgt. Der Ernährungszustand beeinflusse wiederum die Zahl des Nachwuchses. „Wir müssen im Frühjahr mit mehr Frischlingen rechnen, die uns im Sommer und im Herbst Probleme machen werden.“ Auch der zurückliegende milde Winter habe dafür gesorgt, dass sehr viele Frischlinge durchgekommen seien, sagt Heinz Langerzik von der Waldeckischen Jägerschaft.

Schwarzwild komme im Kreis flächendeckend vor. Zu den Gebieten, wo die Sauen besonders gern ins Maisfeld steigen, gehören all diejenigen, die an einen Wald angrenzen. Laut Landwirt Eckel liegen die Schadensschwerpunkte im Kreis bei Rosenthal und im Bereich um den Nationalpark. „Schwarzwild ist der Gewinner in der veränderten landwirtschaftlichen Struktur, im Waldbau und im Klimawandel, weil immer genug Nahrung und Deckung vorhanden ist“, sagt Langerzik.

Bei den herbstlichen Gesellschaftsjagden stehe das Schwarzwild auf der Abschussliste ganz oben. Einen Abschussplan gibt es dabei nicht: „Jede Sau, die tierschutzgerecht erlegt werden kann, muss auch geschossen werden“, sagt Eckel.

Von Miriam Linke 

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Rubriklistenbild: © dpa

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