Jagd gilt als systemrelevant: Schutz vor Schweinepest und der Jungpflanzen

Forstämter in Waldeck-Frankenberg veranstalten auch in Coranazeiten Gesellschaftsjagden

Treibjagd bei Frankenberg: Förster Volker Debes und Hündin Brigitte finden ein Wildschwein, das bei der Jagd geschossen wurde. Angesichts der Gefahr durch die Afrikanische Schweinpest sind Gesellschaftsjagden auch in Coronazeiten nicht nur erlaubt, sondern werden vom Land als äußerst wichtig eingeschätzt. Drückjagd im Revier Rodenbach nahe der Landesstraße zwischen Frankenberg und Somplar.
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Treibjagd bei Frankenberg: Förster Volker Debes und Hündin Brigitte finden ein Wildschwein, das bei der Jagd geschossen wurde. Angesichts der Gefahr durch die Afrikanische Schweinpest sind Gesellschaftsjagden auch in Coronazeiten nicht nur erlaubt, sondern werden vom Land als äußerst wichtig eingeschätzt.

Auch wenn der Corona-Lockdown das gesellschaftliche Leben einschränkt: Die Gesellschaftsjagden in Waldeck-Frankenbergs finden statt. Sie wurden vom Land Hessen und dem Landkreis als systemrelevant eingestuft.

Waldeck-Frankenberg - Die Oberste Jagdbehörde informierte die Jägerschaft, dass an Gesellschaftsjagden ein besonderes öffentliches Interesse bestehe, insbesondere wenn sie der Tierseuchenprävention dienen. Grund ist neben der Regulierung der Wildbestände die Afrikanische Schweinepest. Diese schwere Virusinfektion ist für Haus- und Wildschweine tödlich. Für den Menschen stellt sie laut Bundeslandwirtschaftsministerium keine Gefahr dar. Am 10. September wurde erstmals in Deutschland bei einem toten Wildschwein im Landkreis Spree-Neiße (Brandenburg) die Afrikanische Schweinepest diagnostiziert – lediglich 450 Kilometer Luftlinie von Waldeck-Frankenberg entfernt.

„Wir müssen damit rechnen, dass die Krankheit auch zu uns kommt“, sagen Forstbetriebsleiter wie Eberhard Leicht (Forstamt Burgwald) oder Manfred Albus (Stiftungsforsten Kloster Haina). Deshalb finden trotz der Corona-Einschränkungen fast alle geplanten Gesellschaftsjagden statt. Sollte die ASP in der Region Fuß fassen, müssten ganze Hausschweinbestände gekeult werden.

 „Jetzt heißt es, größtmögliche Bejagung des Schwarzwildes“, sagt auch der Leiter des Fortamtes Frankenberg, Andreas Schmitt. Statt ein Mal im Jahr setzten Bachen derzeit mehrmals Frischlinge – und das mit mehr Tieren pro Wurf. Je höher die Population, je schneller verbreiteten sich die Viren.

Aber auch Rehwild müsse bejagt werden, um Jungpflanzen zu schützen, was angesichts der großen brachliegenden Waldflächen sehr wichtig sei. Das sieht auch Hendrik Block von der Kommunalwald-GmbH Waldeck-Frankenberg so: „Gesellschaftsjagden sind für uns ein wichtiges Werkzeug, um erfolgreich Schalenwild wie Rehe, Rot- und Schwarzwild zu erlegen. Hier kann in sehr kurzer Zeit ein großer Teil des jährlichen Abschusses erlegt werden. So kann die Beunruhigung für das Wild gering gehalten werden“,.

Coronabedingt reduziert sich im Forstamt Frankenberg die Zahl der Gesellschaftsjagend von zehn auf acht. Abstriche muss auch das Forstamt Burgwald machen: „Die Teilnehmerzahl ist um ein Viertel zurückgegangen, weil ein Teil der Gäste aus Corona-Risikogebieten stammt und daher nicht teilnehmen darf“, sagt Leicht.

Corona-Beschränkungen für die Jäger

Die Bewegungsjagd muss beim Landkreis beantragt werden. Für die Jäger gelten verschärfte Auflagen wie die Hygiene- und Abstandsregeln. Zu Beginn der Jagden gibt es kein Versammeln der Jäger und zum Ende kein Halali der Jagdbläser für das erlegte Wild. „Wir bedauern, dass der gesellschaftliche Teil der Jagd derzeit nicht möglich ist. Aber wir sind froh, dass Drückjagden überhaupt stattfinden“, sagt Sandra Bergmann, Vorsitzende der Waldeckischen Jägerschaft. Von Martina Biedenbach mit Claudia Feser und Matthias Haass

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