1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck

2 Jahre Corona in Waldeck-Frankenberg: Mit Omikron explodierten die Zahlen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jörg Paulus

Kommentare

Corona-Grafik für Waldeck-Frankenberg.
Die Corona-Grafik für Waldeck-Frankenberg, die uns der Landkreis zur Verfügung gestellt hat, zeigt von links nach rechts anhand der Fall-Zahlen die Entwicklung der Corona-Pandemie seit März 2020. Dargestellt sind: schwarze Linie: Gesamtzahl der Infektionen (positive Tests); beige Fläche: Zahl der jeweils an dem Tag aktuell Infizierten (akute Fälle); blau: Zahl der Todesfälle; grüne Fläche: Zahl der Genesenen. © Landkreis Waldeck-Frankenberg

Am 5. März vor zwei Jahren hat die Kreisverwaltung in Korbach den ersten bestätigten Corona-Fall in Waldeck-Frankenberg gemeldet. Wir ziehen Bilanz der beiden Pandemie-Jahre seit März 2020.

Waldeck-Frankenberg – Der erste bestätigte Corona-Fall in Waldeck-Frankenberg war eine 75-jährige Frau aus dem Südkreis. Bei ihr sei das Virus nachgewiesen worden, sie habe aber milde Symptome, berichtete der Landkreis am 5. März 2020 – vor zwei Jahren. Die Frau hatte sich zuvor im Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen aufgehalten, einem der Corona-Hotspots in Deutschland zu Beginn der Pandemie.

„Als wir das positive Testergebnis erhalten haben, haben wir umgehend alle entsprechenden Maßnahmen eingeleitet“, sagte damals Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese. „Der Zustand der Patientin ist stabil. Sie befindet sich zuhause in Quarantäne und wird engmaschig medizinisch versorgt.“ Auch ihre einzige Kontaktperson im Landkreis sei ermittelt worden, um eine mögliche Infektionskette zu unterbrechen und so eine Weiterverbreitung des Virus einzudämmen, stand damals in der HNA.

Das Coronavirus hat sich danach dennoch im Landkreis ausgebreitet – wie stark, das zeigen die Zahlen im Folgenden und in der Grafik oben eindrucksvoll.

Infizierte

Bisher gab es 23.542 bestätigte Corona-Fälle in Waldeck-Frankenberg. Das sind statistisch 15 Prozent der rund 156.400 Einwohner des Landkreises; einige haben sich in den zwei Jahren aber schon mehrmals infiziert.

Wie sich die Corona-Lage in Waldeck-Frankenberg entwickelt hat, lässt sich auch daran ablesen, wie lange es jeweils bis zu den nächsten 1000 Neuinfektionen gedauert hat. Von Beginn der Tests Anfang März 2020 sind bis zum 500. Fall (30. Oktober 2020) fast acht Monate vergangen, bis zum 1000. (19. November) dann nur noch drei Wochen. Bis Mai 2021 gab es dann fast jeden Monat 1000 Neuinfektionen. Vom 6000. bis zum 7000. Fall hat es über den Sommer 2021 vier Monate gedauert.

Mit der Ausbreitung der ansteckenderen Omikron-Variante sind die Infektionszahlen seit Anfang 2022 geradezu explodiert – mit bis zu 2500 Neuinfektionen pro Woche. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2022 gab es rund 13.500 Infizierte in Waldeck-Frankenberg und damit mehr als in den ersten beiden Pandemie-Jahren 2020 und 2021 zusammen (10.000).

Inzidenz

In den Pandemie-Jahren 2020 und 2021 war die 7-Tage-Inzidenz von 366,6 (ermittelt am 23. Dezember 2020) der Höchstwert in Waldeck-Frankenberg. Aktuell sind wir davon weit entfernt. Seit Jahresbeginn 2022 ist mit den vielen Neuinfektionen auch die Inzidenz entsprechend stark gestiegen. Am 27. Januar war sie zum ersten Mal dreistellig, am 4. Februar mit 1508 bisher am höchsten. Aktuell liegt die Inzidenz bei 1042.

Corona-Test
Symbolbild Corona-Tests © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

„Die Infektionszahlen in Waldeck-Frankenberg haben sich überwiegend analog zu den bundesweiten Inzidenzen entwickelt“, sagte die Kreisspitze am Freitag (04.03.2022) auf Nachfrage unserer Zeitung. „Wir befinden uns in der Situation, in der die fünfte Corona-Welle langsam bricht.“

Akute Fälle

Die akuten Fälle geben an, wie viele Menschen aktuell am jeweiligen Tag mit Corona infiziert sind. Auch an diesem Wert kann man ablesen, wie die Omikron-Variante zugeschlagen hat: In den Jahren 2020 und 2021 lag die Zahl der akuten Fälle an keinem Tag über 929 – das war der Wert am 28. Dezember 2020. Seit Mitte Januar 2022 waren die akuten Fälle immer vierstellig, Höchstwert war bisher 5417 am 15. Februar. Seitdem sind sie langsam aber stetig wieder gesunken auf aktuell 3297.

Städte und Gemeinden

Im Laufe der Pandemie gab es immer mal wieder kleinere Hotspots in einzelnen Orten; insgesamt entsprechen die Infektionszahlen aber den Bevölkerungszahlen in den Städten und Gemeinden. In den vier größten Städten Korbach (4096 Fälle bisher), Bad Wildungen (3125), Frankenberg 2668) und Bad Arolsen (2497) gab es die meisten Fälle, zusammen 12 336, was etwa der Hälfte aller Infektionen im Landkreis entspricht. Die wenigsten Fälle gab es in Bromskirchen (220), Hatzfeld (300), Rosenthal (307) und Frankenau (330), den vier kleinsten Kommunen.

Laut dem aktuellen Lagebild von Freitag (04.03.2022) gibt es 3297 akute Corona-Fälle im Landkreis; im Folgenden die Verteilung auf die 22 Städte und Gemeinden (in Klammern der Vergleich zum Vortag):

Patienten

Aktuell liegen 48 Menschen wegen oder mit Corona in den Krankenhäusern in Waldeck-Frankenberg; zwei auf der Intensivstation, berichtete der Landkreis gestern im Lagebild. Den Höhepunkt hatten die Krankenhäuser am 30. Dezember 2020 erreicht, damals wurden 143 Corona-Patienten stationär behandelt und 22 auf der Intensivstation. Mitte des vergangenen Jahres war die Patientenzahl monatelang einstellig und wochenlang sogar auf null.

Todesfälle

Den ersten bestätigten Todesfall im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gab es im Landkreis am 7. April 2020. An oder mit Corona sind bisher 187 Menschen in Waldeck-Frankenberg gestorben. Im Jahr 2020 (seit Anfang März) waren es 44, im Jahr 2021 weitere 138 und im Jahr 2022 bisher fünf.

Impfungen

Seit Ende Dezember 2020 kann man sich gegen Covid-19 impfen lassen. Am 9. Februar 2021 wurde das Impfzentrum in Korbach eröffnet; dort gab es 121 401 Impfungen, ehe das Zentrum Ende September geschlossen wurde. Seitdem wird vor allem in Hausarztpraxen geimpft, seit November auch wieder in Mini-Impfzentren des Landkreises – dort am Samstag, 5. März, zwischen 9 bis 16 Uhr auch mit dem neuen Totimpfstoff von Novavax.

Das Impfzentrum am Frankenberger Kreiskrankenhaus.
Im November 2021 hat der Landkreis Mini-Impfzentren eingerichtet, eines am Frankenberger Kreiskrankenhaus. © Thomas Hoffmeister

Die Impfquoten für Waldeck-Frankenberg (9. Februar): 76, 2 Prozent Erstimpfungen, 79,6 Prozent Zweitimpfungen, 57,4 Prozent Booster. Mehr Infos zu den Impfangeboten in Waldeck-Frankenberg gibt es auf der Homepage des Landkreises.

Ausblick

Und wie geht es weiter mit der Corona-Lage in Waldeck-Frankenberg? Wir haben die Kreisspitze um eine Einschätzung gebeten: „Es bleibt abzuwarten, wie sich die Zahlen in den kommenden Wochen entwickeln, in denen nun Schritt für Schritt mehr Lockerungen möglich sind. Man kann es jedoch nicht oft genug betonen: Die weitere Entwicklung hängt auch weiterhin vom Verhalten jedes einzelnen ab. Daher ruft der Landkreis erneut dazu auf, die Corona-Regeln zu beachten, die zahlreichen Impfmöglichkeiten wahrzunehmen und sich umsichtig und achtsam zu verhalten.“

Auch interessant

Kommentare