Konzerte, Vorträge und Andachten

Jahresprogramm Synagoge Vöhl: Vielfältige Veranstaltungen sind geplant

Das iranisch-israelische Ensemble „Sistanagila“.
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Erstmals in Vöhl zu Gast: Das iranisch-israelische Ensemble „Sistanagila“ wird im September auftreten und ein Zeichen gegen die Feindschaft ihrer Heimatländer setzen.

Verschiedene Musikrichtungen, Shows, Vorträge und Gedenkveranstaltungen – der Förderkreis der Synagoge Vöhl hat ein vielfältiges Programm für das Jahr 2021 auf die Beine gestellt. Doch Änderungen sind vorbehalten.

Vöhl - Eine abwechslungsreiche Konzertreihe eröffnet am 21. März die Künstlerin Karolina Petrova mit ihrem Programm „Ich bin keine schwarze Tulpe“ in der Synagoge. Geplant seien gleich zwei Auftritte, berichtete Förderkreis-Mitglied Karin Keller. Damit viele Zuhörer in den Genuss kommen können, wird Petrova um 15 und 18 Uhr auftreten. Hans-Richard Ludewig begleitet sie an Klavier und Akkordeon zu ihren Stücken, die an die französische Künstlerin Barbara erinnern.

Weiterhin hat der Förderkreis nach erfolgreichen Open-Air-Veranstaltungen in 2020 den Entschluss gefasst, auch in diesem Jahr Konzerte in den örtlichen Schlosspark zu verlegen, drei werden es sein. „Das ist eine schöne Location, die bei den Besuchern gut ankam“, sagte die Verantwortliche.

Nachdem am 20. Juni zuerst die Gruppe „Aquabella“ Lieder präsentiert, die „scheinbar überall zu Hause sind“, wird am 24. Juli, die Vöhler Musikerin Nadine Fingerhut das Mikrofon in die Hand nehmen. Ihr neues Album „Lasst die Liebe lauter werden“ wird sie unplugged performen.

Open Air im Schlossgarten: Die Vöhler Musikerin Nadine Fingerhut wird im Juli ihr neues Album „Lasst die Liebe lauter werden“ performen.

Den Abschluss der Open-Air-Saison bildet am 11. September die Gruppe „Sistanagila“, die erstmals in Vöhl zu Gast ist. Als „iranisch-israelische Musik-Affaire“ treten die Künstler in einen gesanglichen Dialog und setzen ein Zeichen gegen die Feindschaft ihrer Heimatländer.

Das letzte Konzert des Jahres soll dann am 27. November wieder in der Synagoge stattfinden. Das Ensemble „Santiago“ tritt gemeinsam mit Faleh Khaless auf und bringt mit Elementen aus südamerikanischer, jüdischer, arabischer und mediterraner Musik Licht in die dunkle Jahreszeit.

Neben Konzerten sind aber auch Veranstaltungen anderer Art geplant. Am 28. März wird Dr. Lothar Jahn mit seiner Musik-Talkshow „Lothars Liedertreff“ auftreten und sich mit dem „Minnesänger mit dem Judenhut – Süßkind von Trimberg“ befassen.

Auf eine musikalische Fotoreise durch Israel lädt am 18. April Karoline-Brigitte Schwegler ein. Einen zweiten Auftritt hat sie am 14. November. Dann wird die Gedenkstätte „Yad Vashem“, die in Jerusalem liegt, thematisiert.

Fünf Tage früher, am 9. November, findet wie alljährlich eine Andacht zur Pogromnacht statt. Um 19:30 Uhr zuerst in der Vöhler Martinskirche, danach ab 20 Uhr in der Synagoge.

Auch vom 9. bis 12. Dezember soll an die Opfer des Holocaust gedacht werden. In 2021 ist nämlich der 80. Jahrestag der Deportation von Kassel nach Riga. Im gesamten Landkreis werden deshalb Veranstaltungen stattfinden.

Der Förderkreis setzt auch auf Bewährtes

Nicht nur vielfältige Konzerte hat der Förderkreis Synagoge Vöhl geplant – in den vergangenen Jahren überzeugte der Verein ebenfalls mit wiederkehrenden Veranstaltungen, die auch 2021 Teil des Programms sein werden.

Außer dem Dienstagskino wird auch das Literatur-Café mit mehreren Terminen über das gesamte Jahr verteilt aufrechterhalten.

Darüber hinaus werden weiterhin Besichtigungen angeboten. Interessierte haben aber nicht nur die Möglichkeit nach Absprache einen Termin zu vereinbaren, sondern können auch an einigen Sonntagen zur „offenen Synagoge“ kommen, um Einblicke in die Geschichte der Vöhler Juden zu erhalten. Die damit verbundenen Schicksale verdeutlicht der Vorsitzende Karl-Heinz Stadtler zudem auf Spaziergängen durch den Ort. Auch ein Besuch auf dem jüdischen Friedhof ist geplant.

Ob diese Termine stattfinden können, entscheide sich je nach der aktuellen Corona-Lage. „Wir haben bewusst für Januar und Februar keine größeren Veranstaltungen geplant“, teilte Stadtler mit.

Das bedeute aber auch, dass gegebenenfalls weitere Aktionen und Projekte in das Programm aufgenommen werden, falls es die Entwicklung der Pandemie zulässt.

Alle nötigen Informationen zu diesen Terminen, möglichen Absagen oder weiteren Veranstaltungen sind auf der vereinseigenen Homepage unter synagoge-voehl.de zu finden.

Eine jüdisch-christliche Kampagne soll Parallelen aufzeigen

Eine bundesweite Kampagne soll 2021 deutlich machen, dass Juden und Christen viele Gemeinsamkeiten haben. An dieser Aktion beteiligt sich auch der Förderkreis Synagoge Vöhl.

Im Schaukasten und auf der Website werden jeden Monat Plakate gezeigt, die Anstöße geben sollen. Außerdem sind zusammen mit der örtlichen Kirchengemeinde vier zusätzliche Veranstaltungen geplant.

Das Landkulturboten-Projekt ist in Planung

Auch im kommenden Sommer sollen Kulturboten in der Synagoge zum Einsatz kommen. Die Förderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist allerdings ausgelaufen.

Wir sind bestrebt, dass das Landkulturboten-Projekt auch in diesem Jahr stattfindet.

Karl-Heinz Stadtler

Der Verein ist aber weiterhin von dem Projekt überzeugt. Aus diesem Grund wurde ein Antrag bei der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung gestellt und auch das Kultusministerium kontaktiert.

Die Kunstausstellung „Stelenobjekte“ wird am 15. August starten

Ein Highlight wird im Jahr 2021 die Kunstausstellung „Stelenobjekte“ sein. Bis zum 31. Dezember 2020 hatten interessierte Künstler die Möglichkeit, sich für die Teilnahme an diesem Projekt zu bewerben. „Wir sind von den Entwürfen begeistert“, berichtete der Vorsitzende Karl-Heinz Stadtler schon vor dem Einsendeschluss.

Die fertigen Kunstwerke sollen dann zwischen dem 25. Juli und 1. August 2021 abgegeben werden. Bis zum 15. August, am Tag der Ausstellungseröffnung, entscheidet die Jury unter der Leitung von Eva Renée Nele, welche sechs Werke vom Förderkreis erworben werden und somit langfristig in Vöhl bleiben. Die Plattformen für diese Kunstobjekte wurden vom Förderkreis bereits neben dem Hauptgebäude angelegt.

Angelegt: Plattformen für die ausgezeichneten Stelen.

Unabhängig von der Auszeichnung haben Besucher bis zum 31. Oktober die Möglichkeit, alle 30 Stelen auf dem Hof der Synagoge zu betrachten. Ein Projekt-Flyer soll alle Werke vorstellen.

Service: So können Sie Tickets kaufen

Eintrittskarten für Konzerte in der Vöhler Synagoge kosten je nach Sitzplatz 14, 16 oder 18 Euro. Die Gäste haben dort die Wahl zwischen Plätzen auf Stühlen unten in der Mitte beziehungsweise auf Bänken am Rand oder oben auf der Empore.

Tickets für Veranstaltungen im Schlossgarten kosten einheitlich 18 Euro, es gilt freie Platzwahl. An der Abendkasse zahlt man einen Aufpreis von zwei Euro.

Die Kartenbestellung kann bei Anna Evers unter Telefonnummer 05635/1022, aber auch per E-Mail erfolgen. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite unter synagoge-voehl.de. (sk)

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