Vöhler Familie stellt Typisierungsaktion auf die Beine

Kampf gegen Leukämie: Jürgen Drews unterstützt Typisierung in Korbach

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Ihre Schwestern stärken ihr den Rücken: Monika Gaydos (von links) hat Blutkrebs. Mit ihren Schwestern Christine Knoche-Gaydos und Silke Sach hat sie eine Registrierungsaktion für die DKMS auf die Beine gestellt. 

Vöhl. Vor einigen Monaten bekam Monika Gaydos aus Vöhl die Diagnose Blutkrebs. Nun kämpft die 39-Jährige um ihr Leben und sucht einen Stammzellspender - auch mithilfe des Sängers Jürgen Drews.

Gemeinsam mit ihren beiden Schwestern und der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) hat sie eine große Registrierungsaktion für Samstag, 23. Juni, auf die Beine gestellt.

Kurz vor Weihnachten war es, als Monika Gaydos vergrößerte Lymphknoten am Hals und am Schlüsselbein feststellte. „Weh getan haben sie nicht, ich dachte zuerst an einen Infekt“, erzählt sie. Anfang des Jahres hatte sich aber noch nichts geändert, die Situation kam ihr komisch vor. Sie ging zum Hausarzt. Das Ergebnis: Das Blut sei ok gewesen, im Ultraschall seien die vergrößerten Knoten zu sehen gewesen, doch unter zwei Zentimeter Größe seien sie eigentlich unauffällig.

Doch gesundheitlich ging es für die 39-Jährige danach immer weiter bergab. „Ich war nach der Arbeit so erschöpft, dass ich nicht einmal mehr Lesen oder Fernseh gucken konnte.“ Mit einer Grippe oder Erkältung sei das nicht zu vergleichen, bei ihr ging fast nichts mehr.

Doch sie blieb hartnäckig, ging wieder zum Arzt und holte sich schließlich eine Überweisung zum Onkologen. „Der stellte viele vergrößerte und verformte Knoten fest: Am Hals, unter den Armen, im Becken.“ Im März ließ sie deshalb eine Biopsie machen, um die Knoten genauer zu untersuchen.

Als dann die Diagnose Blutkrebs kam, war Monika Gaydos nicht wirklich geschockt, sie hatte damit gerechnet, weil die Symptome lehrbuchmäßig gewesen seien, sagt sie. „Und eigentlich habe ich auf diese Diagnose gewartet, damit ich endlich etwas unternehmen kann.“

Danach ging alles ganz schnell, „auch wenn es uns wie eine Ewigkeit vorkam“, sagt Monikas Schwester Silke Sach. Die Chemotherapie begann. Doch ausreichen wird die Chemo nicht. Da die Krebszellen bereits bis ins Knochenmark vorgedrungen sind, braucht sie dringend einen Spender. Ihre Schwestern kommen dafür leider nicht in Frage.

Viel Zuspruch

Die vergangenen Monate waren ein Auf und Ab für Monika Gaydos. Alles fiel ihr schwerer, war anstrengender, arbeiten konnte sie zeitweise nicht mehr. Mittlerweile ist sie etwas fitter, weil die Chemo-Tabletten, die sie bekommt, nicht mehr so stark dosiert sind. Sie trifft manchmal Freunde oder fährt E-Fahrrad, auch arbeiten geht sie stundenweise wieder. „Ich möchte wieder etwas Normalität in mein Leben bringen“, sagt sie.

Zur Normalität gehört für sie mittlerweile auch, Mützen zu tragen. Die Haare sind ihr durch die Chemo ausgefallen. Anfangs war ihr das unangenehm, sie suchte nach Perücken. „Jetzt trage ich Mützen, die Leute wissen ja eh Bescheid.“

Aus ihrem Umfeld bekommt sie viel Zuspruch. „Die Anteilnahme ist wirklich toll. Ich habe schon so viele Nachrichten bekommen und das macht mir Mut.“

Ganz vorne mit dabei sind auch ihre Kollegen von Energie Waldeck-Frankenberg (EWF), wo sie im Rechnungswesen arbeitet. Intern wurde Anfang Mai eine Typisierungsaktion auf die Beine gestellt, bei der sich 79 Mitarbeiter registrieren ließen. Der „genetische Zwilling“, der gebraucht wird, war aber bislang nicht dabei.

„Ich könnte mich in dieser Situation aber nicht zurücklehnen und abwarten“, sagt Monika Gaydos. Sie sieht die Erkrankung auch als Chance, auf Blutkrebs aufmerksam zu machen und zum Helfen aufzurufen. Und: Es gibt viele, die helfen wollen. Über die Facebook-Seite „Monika will leben!“ wurden bereits zahlreiche Unterstützer gefunden.

Monika Gaydos kämpft für sich und andere Betroffene. Sie wolle nicht Zuhause sitzen und weinen, sagt sie. „Ich möchte mich nicht in ein Loch ziehen lassen. Das hier ist der Rest von meinem Leben.“

Spendenkonto zur Unterstützung der DKMS: IBAN: DE13 5209 0000 0003 9505 30, Verwendungszweck „Monika“. Mehr Infos zur DKMS auf www.dkms.de.

Jürgen Drews kommt zur Typisierung

Um möglichst viele potenzielle Stammzellspender zu bekommen, veranstalten die Gaydos-Schwestern und die Deutsche Knochenmarkspenderdatei eine Registrierungsaktion am Samstag, 23. Juni, von 11 bis 16 Uhr im Autohaus Wahl in Korbach, Briloner Landstraße 72. Angekündigt hat sich auch Schlagerstar Jürgen Drews.

Ist Schirmherr der Typisierungsaktion: Jürgen Drews.

Dass an diesem Tag nicht nur ein genetischer Zwilling für Monika Gaydos, sondern auch für andere Erkrankte gefunden werden soll, betont die Vöhlerin. Alle Menschen zwischen 17 und 55 Jahren können dort einen Wangenabstrich machen und sich damit registrieren lassen.

Der Kontakt zu Jürgen Drews kommt durch Monika Gaydos’ Schwester zustande: Christine Knoche-Gaydos ist Managerin des Sängers. „Ich hatte ihn nach signierten Autogrammkarten und CDs gefragt, die wir für den guten Zweck verkaufen wollten“, berichtet Knoche-Gaydos. „Doch Jürgen sagte: Wahrscheinlich ist es besser, wenn ich selber komme.“ Drews wird am 23. Juni für einige Stunden kommen, um signierte CDs zu verkaufen. Der Erlös daraus geht an die DKMS. „Ein Konzert wird es nicht geben“, sagt Knoche-Gaydos. Drews wolle die Aktion aber durch seine Anwesenheit unterstützen, „er will helfen“. Als Spender kommt er selbst allerdings nicht in Frage: Er ist deutlich älter als 55 Jahre.

Das hat der Schlagerstar bereits durch ein Video gemacht. Christine Knoche-Gaydos war mit ihm und Florian Silbereisen gemeinsam auf Tour in den vergangenen Monaten. Dort entstand spontan die Idee, ein Video zu drehen.

Neben Jürgen Drews und Florian Silbereisen haben dabei unter anderem auch Ross Anthony und Ben Zucker mitgewirkt. Die Botschaft des Clips: Macht alle mit und lasst euch als Stammzellspender registrieren.

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