Mutmaßlicher Täter schweigt weiterhin

Amokfahrt von Volkmarsen: Wollte Maurice P. gezielt töten? Anklage wegen 91-fachen Mordversuches erhoben

Bei einem Rosenmontagsumzug in Volkmarsen raste der mutmaßliche Täter Maurice P. in eine Menschenmenge. Er wird nun unter anderem wegen Mordversuches angeklagt.

  • Im Februar 2020 steuerte ein Mann sein Auto in einen Rosenmontagsumzug in Volkmarsen bei Kassel.
  • Die Amokfahrt an Karneval verletzte viele Menschen, darunter Kinder, teils schwer.
  • Die Staatsanwaltschaft erhob nun Anklage gegen den mutmaßlichen Täter.

Volkmarsen - Bis heute bleibt das Motiv unklar: Nachdem ein Mann mit seinem Auto in eine Menschenmenge bei einem Karnevalsumzug im Nordhessischen Volkmarsen in der Nähe von Kassel raste und mehrere Personen schwer verletzte, erhebt die Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen den mutmaßlichen Amokfahrer.

Amokfahrt in Volkmarsen bei Kassel: Mutmaßlicher Täter steuerte Auto in Rosenmontagsumzug zu Karneval

Am 24. Februar steuerte der 30-jährige Maurice P. sein Auto in den Rosenmontagsumzug, der durch die Kleinstadt Volkmarsen bei Kassel zog. Zahlreiche Menschen, darunter viele Kinder, wurden bei der Amokfahrt teils schwer verletzt. Der Fahrer wurde direkt festgenommen, schweigt aber bis heute zu seiner Tat.

Wie auch tagesschau.de berichtet, hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt laut Informationen des WDR schließlich Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben und diese lautet: versuchter Mord in 91 Fällen, gefährliche Körperverletzung in 90 Fällen sowie gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr.

Drama in Volkmarsen bei Kassel zu Karneval: Amokfahrer soll die Tat mit seinem Auto geplant haben

Laut Anklage soll Maurice P. sein Auto ungebremst und bewusst mit einer Geschwindigkeit von 50 bis 60 Kilometern pro Stunde in die Menschenmenge, die Teilnehmer sowie Zuschauer des Rosenmontagsumzugs in Volkmarsen gesteuert haben. Die Absicht des Beschuldigten war, laut den Staatsanwälten, gezielt Menschen zu töten.

Wie hessenschau.de berichtet, soll laut Erkenntnissen der Ermittler Maurice P. die Tat bereits einige Zeit vor dem Rosenmontag geplant und auch entsprechende Vorbereitungen getroffen haben. Er soll sein Fahrzeug etwa einen Tag zuvor so geparkt haben, dass er leicht in den abgesperrten Bereich hineinfahren konnte. Außerdem soll er eine sogenannte „Dashcam“ in seinem Auto verbaut haben, wohl um seine Amokfahrt aufzuzeichnen.

Drama am Rosenmontagszug zu Karneval in Volkmarsen: Ein Autofahrer ist in der nordhessischen Kleinstadt bei Kassel im Februar 2020 in eine Menschenmenge gerast und forderte viele Verletzte. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben.

Auto rast an Karneval in einen Umzug in Volkmarsen bei Kassel - Beschuldigter Maurice P. schweigt weiter

Seine Tat forderte viele Schwerverletzte: Insgesamt erlitten 90 Menschen schwere Verletzungen, 20 Personen mussten stationär in Krankenhäusern behandelt werden, einige lagen auf der Intensivstation. Viele weitere Personen wurden laut der Staatsanwaltschaft zwar nicht körperlich verletzt, dennoch traumatisiert und psychisch stark beeinträchtigt. Unter den Verletzten waren viele Kinder, die den Rosenmontagsumzug in Volkmarsen besuchen wollten.

Der mutmaßliche Täter schweigt zur Tat: Bis heute hat sich Maurice P. aus Volkmarsen bei Kassel nicht zu der Anschuldigung geäußert, weshalb ein mögliches Motiv weiterhin unklar bleibt. Hinweise auf politische oder religiöse Gründe gäbe es nicht. (Alina Schröder)

Rubriklistenbild: © Elmar Schulten

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