Zentrale Untersuchungsstellen in Hessen 

Wegen Coronavirus: Südtirol-Reisegruppe nach Urlaub unter Quarantäne gestellt

Folgen der weltweiten Corona-Welle: Eine Reisegruppe aus Bad Wildungen bei Kassel muss nach ihrem Urlaub in Südtirol vorbeugend in Quarantäne.

  • Eine Reisegruppe aus Bad Wildungen bei Kassel muss nach ihrer Rückkehr am Samstag aus Südtirol in vorbeugende Quarantäne 
  • Niemand aus der Gruppe weist Symptome auf
  • Umgang mit dem Coronavirus in Hessen wird umorganisiert - zentrale Untersuchungsstellen für möglicherweise Infizierte werden eingerichtet

Update vom Sonntag, 08.03.2020, 12.52 Uhr: Ab der neuen Woche sollen auch in Hessen zentrale Testzentren für Menschen eingerichtet werden, die sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert haben und an Covid-19 erkrankt sein könnten. 

Die KV Hessen sucht mit einem fachöffentlichen Aufruf auf ihrer Homepage bereits Ärztinnen, Ärzte und Angehörige anderer medizinischer Fachberufe, die sich freiwillig zum Dienst in diesen Test-Zentren melden. „Wir machen damit einen wichtigen Schritt dazu, Tests und möglicherweise Infizierte komplett an den Arztpraxen vorbeizuführen. Dieses Szenario kann aber nur dann funktionieren, wenn wir genügend Ärzte sowie medizinisches Fachpersonal finden, die werktags von 9 bis 13 Uhr bereit sind, diese im Moment sehr wichtigen Dienste zu übernehmen“, heißt es bei der KV Hessen. Eine hohe Vergütung (bei Medizinerinnen und Medizinern 100 Euro pro Stunde) soll einen zusätzlichen Anreiz setzen.

Kassel: Wegen Coronavirus - Südtirol-Reisegruppe aus Bad Wildungen unter Quarantäne

Erstmeldung vom Samstag, 07.03.2020: Bad Wildungen – „Die Gruppe hat sich vorbildlich verhalten, indem sie sich rechtzeitig beim Gesundheitsamt meldete“, lobt Karl-Friedrich Frese, stellvertretender Landrat im Kreis Waldeck-Frankenberg bei Kassel. 

Niemand aus der Reisegruppe aus Südtirol weise bislang Symptome auf, aber der Aufenthalt in einem sogenannten Risikogebiet zwinge die Behörden zur Vorsicht.

Bad Wildungen bei Kassel: "Absonderungsbescheid" wegen Coronavirus für Reisegruppe aus Südtirol

Die aus Südtirol Zurückgekehrten erhalten vom Gesundheitsamt einen „Absonderungsbescheid“, was einer Quarantäne daheim gleich kommt. Die Betroffenen aus Bad Wildungen bei Kassel dürfen bis auf Weiteres ihre Wohnung nicht verlassen, um eine etwaige Infektionskette gar nicht erst wachsen zu lassen.

Das Amt telefoniert täglich zwei- bis dreimal mit jedem und jeder Einzelnen aus der Reisegruppe aus Südtirol und fragt ab, ob seit dem letzten Anruf einschlägige Symptome aufgetreten sind.

Coronavirus in Waldeck-Frankenberg: 75-jährige Corona-Patientin hat niemanden angesteckt

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg bei Kassel ist bislang ein einziger Test auf das neue Coronavirus positiv ausgefallen. Das war am Donnerstag (05.03.2020) bekannt geworden. Die gute Nachricht: „Die Kontaktpersonen der Patientin aus dem Südkreis wurden inzwischen ebenfalls getestet. Alle Ergebnisse sind negativ“, sagt Frese.

Es hat sich also niemand bei der 75-Jährigen mit dem Coronavirus angesteckt, die selbst leichte Erkältungssymptome aufwies nach ihrer Rückkehr aus dem nordrhein-westfälischen Heinsberg, einem Zentrum der aufkommenden Epidemie in Deutschland. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte am Samstag vor Reisen in die NRW-Region gewarnt.

Coronavirus: Hessen richtet überall zentrale Untersuchungsstellen für Corona ein

Zum Beginn der neuen Woche werden in Hessen zentrale Untersuchungsstellen für Menschen eingerichtet, die sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert haben und an Covid-19 erkrankt sein könnten. Das berichtet Karl-Friedrich Frese, Vize-Landrat im Landkreis Waldeck-Frankenberg, ebenfalls in Übereinstimmung mit dem hessischen Gesundheitsministerium. 

Die Federführung liege bei den Kassenärztlichen Vereinigungen. Diese legen fest, wo die Stellen letztlich entstehen. Sie sollen aber auf jeden Fall angedockt sein an einen „Ärztlichen Bereitschaftsdienst“, kurz ÄBD.

Coronavirus: Zentrale Corona-Untersuchungsstellen an ausgewählte ärztliche Notdienste angedockt 

Das Thema Corona ist überall präsent: Auch am Eingang zur Stadtklinik Bad Wildungen bei Kassel. Ob sie eine zentrale Corona-Untersuchungsstelle einrichten muss, entscheidet sich am Montag oder Dienstag.

In Bad Wildungen bei Kassel ist dieser ärztliche Notdienst an der Stadtklinik angesiedelt. Ob auch eine zentrale Corona-Untersuchungsstelle dort aufgebaut wird, entscheidet sich am Montag oder Dienstag. 

„Über Kreisgrenzen hinweg werden Einzugsgebiete für eine solche Untersuchungsstelle definiert“, erklärt Frese. So soll eine optimale Verteilung der Stellen im Land bei zumutbaren Fahrtzeiten für Patientinnen und Patienten gewährleistet sein.

Verdacht auf Coronavirus? Immer erst Gesundheitsamt oder zentrale Nummer 116 117 anrufen 

Doch selbst wenn die Untersuchungsstellen einsatzbereit sind, soll niemand dort unangemeldet auftauchen. „Wer Symptome hat und den Verdacht, es könnte das Coronavirus sein, der meldet sich entweder telefonisch beim Gesundheitsamt oder ruft unter der zentralen Nummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes an, der 116 117“, betont Frese. 

Im Telefonat werde abgeklärt, ob die Möglichkeit einer Corona-Infektion bestehe: War jemand in einem Risikogebiet unterwegs oder hatte Kontakt zu Infizierten? Solche Fragen sind erst zu beantworten, um das System nicht zu überfordern. 

Die zentralen Untersuchungsstellen sind dann für den Fall der Fälle gewappnet, unterstreicht Frese: auch mit der Schutzausrüstung, die für eine Behandlung nötig ist. Die Zentralisierung erlaubt einen möglichst effektiven Einsatz des knapp gewordenen Materials.

Von Matthias Schuldt

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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