Bad Arolser Magistrat plant Rettung der Bäume in der Fürstenallee

Kastanien in der Fürstenallee sind bedroht: Magistrat will Mittelweg einziehen

Blick in die Fürstenallee in Bad Arolsen. Im Vordergrund ein stark beschädigter Baum mit zerfetzter Rinde.
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Die vierreihige Fürstenallee gilt als schützenswert aus denkmalpflegerischer Sicht und aus Gründen des Naturschutzes. Deshalb soll der Mittelweg eingeebnet und das das Parken am Rande weiter beschränkt werden.

Die „grünen Preziosen“ der Stadt im Walde sollen in den kommenden Jahren mithilfe eines Förderprogramms des Bundes aufgewertet werden. Zur Vorbereitung hat der Magistrat einem Forschungsprojekt zur Sanierung der Fürstenallee zugestimmt.

Bad Arolsen - Schon seit Jahren ist zu beobachten, dass die Rosskastanien in der Fürstenallee leiden. Mögliche Ursachen sind neben Luftschadstoffen auch die Tatsache, dass die Wurzelbereiche der Bäume durch parkende Autos zu Viehmarktszeiten stark verdichtet wurden.

Wie diesen unter Naturschutz stehenden Kastanien und anderen Stadtbäumen geholfen werden kann, soll nun im Rahmen eines Forschungsprojektes an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Göttingen in Zusammenarbeit mit 15 Unternehmen wissenschaftlich untersucht werden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Projekt mit 327.000 Euro.

Fürstenallee steht unter Denkmalschutz und Naturschutz

Bürgermeister Jürgen van der Horst hat schon eine Ahnung, wo der Schwerpunkt der Sanierungsarbeiten liegen könnte: „Wir müssen verhindern, dass der Boden im Wurzelbereich der Bäume weiter verdichtet wird.“

Das Parkverbot und querliegenden Baumstämme haben bereits in den vergangenen Jahren verhindern können, dass die Fürstenallee weiterhin als Viehmarktplatz missbraucht wurde.

Nun soll auch der Fußweg in der Mitte wieder aufgelockert und zur Wiesenfläche werden. Besonders in der Anwachsphase müsse verhindert werden, dass sich wieder Trampelpfade bilden. Der Rathauschef ahnt, dass diese Pläne nicht allen Anwohnern und Nutzern der Allee gefallen werden. Dennoch ist van der Horst überzeugt: „Wenn wir das nicht schaffen, dann sind die Bäume dort verloren.“

Herbtlaub mulchen, nicht wegfahren

Es sei allen Beteiligten zuzumuten, die asphaltierte Fahrbahn zu benutzen. In dem betroffenen Straßenabschnitt gelte eine Einbahnstraßenregelung, die alleine schon dafür sorge, dass der Verkehr entzerrt sei. Bei gegenseitiger Rücksichtnahme seien die Gefahren für Fußgänger in dem reinen Wohngebiet sehr überschaubar. Dabei sei die Sanierung der Fürstenallee nur der Anfang für eine grundsätzliche Umgestaltung der innerstädtischen Grünflächen und Alleen.

Mit dem Mulchen des Herbstlaubes in der Großen Allee sei bereits gezeigt worden, dass es möglich sei, die Allee mit den nötigen Nährstoffen zu versorgen. In den nächsten Jahren müsse auch der Lebensraum der Straßenbäume in der Wetterburger Straße und in der Bahnhofstraße neu geplant werden.

Bäume sind durch vielfältige Einflüsse bedroht

Die vorhandenen Pflanzinseln seien an vielen Stellen zu klein. Das Verdichten, Versiegeln von Böden, Trockenheit, Streusalz und andere Schadstoffe schwäche die Bäume massiv.

Dabei seien große Bäume in der Stadt wichtig zur Luftreinigung und für die Artenvielfalt. Viele weitere Details erhofft sich der Magistrat von dem demnächst beginnenden Forschungsprojekt. (Elmar Schulten)

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