1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck

Keine Anreize für Investitionen in Pumpspeicherkraftwerke am Edersee

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Speicherbecken auf dem Peterskopf am Edersee: Von dort fließt das Wasser in die Kraftwerke. Der frühere Betreiber Eon wollte eigentlich ein weiteres Pumpspeicherkraftwerk in den Berg bauen – hatte die Pläne aber vor zehn Jahren auf Eis gelegt.
Speicherbecken auf dem Peterskopf am Edersee: Von dort fließt das Wasser in die Kraftwerke. Der frühere Betreiber Eon wollte eigentlich ein weiteres Pumpspeicherkraftwerk in den Berg bauen – hatte die Pläne aber vor zehn Jahren auf Eis gelegt. © Hans Blossey

Über die immer wichtiger werdende Rolle der Pumpspeicherkraftwerke in der Energiewende und den Beitrag der Pumpspeicherkraftwerke (PSW) Waldeck informierte sich Regierungspräsident Mark Weinmeister bei einem Besuch auf der Anlage des Betreibers Uniper am Edersee.

Edertal-Hemfurth/Edersee – Jürgen Damm, Leiter der Kraftwerksgruppe Pumpspeicher, sowie Jörg Lingelbach, Leiter Betrieb und Instandhaltung, stellten die Anlage sowie aktuelle Maßnahmen und Projekte vor. Es wurde deutlich gemacht, dass Pumpspeicherkraftwerke im heutigen Energiemix eine wichtige Rolle vor allem für die Integration der wechselhaften Einspeisung aus Fotovoltaik und Windkraft spielen.

Da aber die Beiträge der Kraftwerke zur Netzstabilität im aktuellen Strommarkt-Design nicht ausreichend entlohnt würden, gibt es aktuell keine ausreichenden Anreize für Investitionen in diese Technologie, stellten die Sprecher des Kraftwerksbetreibers am Edersee dar.

Am Hochspeicherbecken auf dem Peterskopf: Niklas Hoos, Jörg Lingelbach und Jürgen Damm vom Kraftwerksbetreiber Uniper, Regierungspräsident Mark Weinmeister und Dr. Martin Marburger vom RP Kassel.
Am Hochspeicherbecken auf dem Peterskopf: Niklas Hoos, Jörg Lingelbach und Jürgen Damm vom Kraftwerksbetreiber Uniper, Regierungspräsident Mark Weinmeister und Dr. Martin Marburger vom RP Kassel. © Uniper/pr

An fehlenden finanziellen Anreizen scheiterten bereits vor über zehn Jahren ehrgeizige Pläne des damaligen Kraftwerksbetreibers Eon. Er plante den Neubau des Kavernen-Pumpspeicherkraftwerks „Waldeck 2plus“ in Hemfurth-Edersee für rund 250 Millionen Euro. Im Oktober 2012 wurde das Projekt „vorerst auf Eis gelegt“. Die Unternehmensleitung sah keine Investitionssicherheit, hieß seinerzeit die Begründung.

Über 100 Uniper-Kraftwerke decken Jahresbedarf von über 1,6 Millionen privaten Haushalten

Das bestehende Kraftwerk am Edersee betreibt heute der Energiekonzern Uniper das. Das Unternehmen ist mit einer Ausbauleistung von knapp 2000 Megawatt der größte deutsche Erzeuger regenerativen Stroms aus Wasserkraft. Vor allem an Main, Donau, Lech und Isar betreibt Uniper mehr als 100 Laufwasser-, Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke. Sie erzeugen zusammen jährlich rund fünf Milliarden Kilowattstunden – das reicht aus, um den Jahresbedarf von über 1,6 Millionen privaten Haushalten zu decken und Emissionen von rund 2,8 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr zu vermeiden, erläutert Unternehmenssprecher Theodoros Reumschüssel.

Das bedarfsgerechte Zusammenspiel der Uniper-Kraftwerke wird von einer Zentralwarte am Unternehmenssitz der deutschen Wasserkraft in Landshut gesteuert.  red/höh

Auch interessant

Kommentare