Aus dem Kellerwald nach Bremen: Pfarrern gefällt's im Norden

Dr. Sebastian Renz: Der ehemalige Pfarrer von Löhlbach ist jetzt im Zentrum von Bremen tätig. Seine Kirche steht in der Nachbarschaft der Stadtmusikanten.

Kellerwald/Bremen. Sie waren beide Pfarrer in der Kirchengemeinde Hohes Lohr Kellerwald. Dann wechselte 2013 der Hainaer Pfarrer Dr. Jörg Mosig nach Bremen, einige Monate später folgte der Löhlbacher Kollege Dr. Sebastian Renz.

Nun schildern sie der HNA, wie es ihnen dort geht.

In der Großstadt Bremen ist vieles anders als im Kellerwald. Nicht nur, dass dort kaum Schnee fällt. Kirchliche Amtshandlungen wie Beerdigungen oder Taufen und Konfirmationen sind längst nicht mehr so selbstverständlich wie auf dem Land, schildern die Pfarrer Dr. Jörg Mosig (47) und Dr. Sebastian Renz (41), die jetzt Pastoren genannt werden. Hier einige Informationen aus ihren ausführlichen E-Mails, die die beiden Pfarrer auf HNA-Anfrage gesendet haben:

KURIOSE BEERDIGUNGEN 

„Viele Beerdigungen sind anonym, manchmal nur mit zwei, drei Trauergästen. Die Feiern auf den großen Friedhöfen laufen im 20-Minuten-Takt. Sterben ist in der Stadt kälter“, beschreibt der ehemalige Hainaer Pfarrer Jörg Mosig die Situation in seiner neuen Gemeinde im Stadtteil Alt Hastedt. Und der ehemalige Löhlbacher Pfarrer Sebastian Renz, der jetzt in der Gemeinde „Unser Lieben Frau Bremen“ - direkt neben dem Bremer Wahrzeichen, dem Roland - tätig ist, berichtet von einer Kuriosität: „Der Friedhofszwang wurde aufgehoben. Nun ist es möglich, die Asche Verstorbener auch im Garten zu verstreuen. Das sehe ich kritisch.“

MEHR KULTUR 

Pfarrer Dr. Jörg Mosig

Gesprächsabende mit Prominenten wie Hape Kerkeling, Hennig Scherf oder Annelie Keil zum Thema Tod und Sterben hat Jörg Mosig zum Beispiel bereits in seiner Gemeinde organisiert, ebenso hat die Rocksängerin Nina Hagen schon auf der Kanzel gepredigt. Sebastian Renz überlegt mit seinen Kollegen - einem Pastor und einer Pastorin - gerade, „wie wir uns musikalisch neben dem Knabenchor in Zukunft ausrichten wollen und probieren aus, wie wir die Kirche als Citykirche noch besser nutzen können.“

WIE IHNEN BREMEN GEFÄLLT 

Beide haben sich in den rund zwei Jahren gut eingelebt. Sebastian Renz: „Mathilda wird nach den Ferien eingeschult, Julius kommt in die dritte Klasse, und meine Frau Imke hat eine feste Stelle an einem Gymnasium gleich um die Ecke. Die Arbeit in der Gemeinde macht mir viel Freude.“ Auch seinem Kollege Jörg Mosig gefällt es: „Bremen steht mir. Mir liegen der Menschenschlag und das hanseatische Lebensgefühl. Mittlerweile bin ich Mitglied der Deutsch-Britischen Gesellschaft und wurde als Ordenspfarrer in dem ehrwürdigen Tempelritterorden aufgenommen, für mich eine sehr große Ehre.“

Ob die beiden Pfarrer jetzt in Bremen immer noch zusammenarbeiten und wie sie an die Zeit im Kellerwald zurückdenken, lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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