Wegen Corona nur nach Terminvergabe

Kritik an Kfz-Zulassung in Waldeck-Frankenberg: Kreis will "nachsteuern"

Autokennzeichen, Kennzeichen als Kerngeschäft: In der Zulassungsstelle des Kreises Unna dreht sich alles um Auto, Motorrad, Lastwagen & Co. Foto: Birgit Kalle – Kreis Unna
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Symbolfoto

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat der Landkreis Waldeck-Frankenberg, wie berichtet, den Betrieb seiner Zulassungsstellen eingeschränkt und neu geregelt. Doch es läuft offenbar nicht reibungslos.

Wichtigste Änderung im Vergleich zur Zeit vor Corona: Fahrzeuge können ausschließlich nach vorheriger Terminvereinbarung und unter strengen hygienischen Voraussetzungen zugelassen werden.

HNA-Leser haben uns von Problemen mit dieser Regelung berichtet. Es sei schwierig, telefonisch jemanden zu erreichen, und man müsse mitunter zwei Wochen auf seinen Termin für die Zulassung warten.

Leser: Termin erst in zwei Wochen

„Ich bin froh, dass ich mal durchgekommen bin“, berichtete uns Roland Beißwinger aus Roda von seinem Anruf bei der Zulassungsstelle. Er habe sich ein neues Auto gekauft, dass er nun anmelden möchte, damit er sein altes abmelden kann. Er habe Anfang dieser Woche bei mehreren der Zulassungsstellen im Landkreis nach einem Termin gefragt. In Bad Arolsen sei der nächste am 4. Juni frei gewesen, in Frankenberg am 2. Juni. „Händler und Autohäuser bekommen schneller einen Termin, als Privatmann wirst du diskriminiert“, sagt Beißwinger.

„Überall liest man, dass die Autoproduktion wegen der Corona-Krise zurückgefahren wurde, und die wollen mir weismachen, dass es in den Zulassungsstellen jetzt länger dauert als vor Corona“, ärgert er sich und fragt, warum nicht auch die Mitarbeiter in den Zulassungsstellen mit Mundschutz hinter einer Glasscheibe arbeiten und man als Kunde wie vorher direkt warten kann.

Landkreis weist auf Regeln hin

Wir haben dem Landkreis die Probleme geschildert. „Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind wie in zahlreichen anderen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens auch in den Zulassungsstellen des Landkreises spürbar“, teilte Pressesprecherin Ann-Katrin Heimbuchner mit. „Terminvergaben für Zulassungsangelegenheiten können sich daher aktuell ein wenig verzögern.“

Sie versicherte, dass die Mitarbeiter der Zulassungsstellen „mit Hochdruck daran arbeiten, die zahlreichen Anliegen umzusetzen“. Die Regelungen müssten aber „zwingend eingehalten“ werden, um Bürger und Mitarbeiter vor Infektionen zu schützen.

In der Zulassungsstelle im Landratsamt in Frankenberg kann man Fahrzeuge derzeit nur nach Terminvereinbarung an- oder abmelden.

Heimbuchner versprach: „Der Landkreis steuert aktuell nach, um die Anliegen der Kunden auch in dieser besonderen Situation möglichst wieder so schnell wie gewohnt bearbeiten zu können.“

Der Landkreis bittet aber auch darum, dass Kunden nur bei einer der Zulassungsstellen einen Termin vereinbaren. Einige Kunden hätten bei mehreren Zulassungsstellen gleichzeitig Termine vereinbart, aber nur den für sie günstigsten wahrgenommen und die anderen ohne Absage verfallen lassen. „Das hat zu längeren Wartezeiten in den Stellen beigetragen“, berichtet Heimbuchner.

Online-Service

Und sie verweist auf den Online-Service des Landkreises: Auf landkreis-waldeck-frankenberg.de können Fahrzeuge auch online an- und abgemeldet werden.

Zu Beginn der Corona-Krise Anfang März gab es in den Zulassungsstellen zumindest noch reduzierte Öffnungszeiten. Doch das wurde schon Mitte März wieder beendet, da viele Kunden sich nicht an die Vorgaben hielten, nur nach Anmeldung in die Zulassungsstellen zu kommen. Zeitweise bildeten sich dadurch Menschenansammlungen vor den Dienststellen, die angesichts der Gefährdung durch die Corona-Ausbreitung nicht hingenommen werden könnten, hatte der Landkreis damals berichtet.

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