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Kinderschutz: Nur an drei Schulen in Waldeck-Frankenberg Beratungsteams

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Von: Lutz Benseler

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Die Hinweise auf Kindeswohlgefährdung haben deutschlandweit zugenommen. Auch das Jugendamt in Waldeck-Frankenberg bearbeitet solche Fälle.
Die Hinweise auf Kindeswohlgefährdung haben deutschlandweit zugenommen. Auch das Jugendamt in Waldeck-Frankenberg bearbeitet solche Fälle. © Nicolas Armer/dpa

Die Zahl der Kindeswohlgefährdungen steigt bundesweit. Wie gut das Jugendamt in Waldeck-Frankenberg personell ausgestattet ist und wie die Zusammenarbeit zwischen der Behörde und den Schulen läuft, wollten deshalb die Grünen im Kreistag wissen.

Waldeck-Frankenberg – Die Jugendämter in Deutschland haben im Jahr 2020 bei fast 60 600 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung festgestellt. Das waren rund 5000 Fälle oder neun Prozent mehr als 2019. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben die Kindeswohlgefährdungen damit im Corona-Jahr 2020 den höchsten Stand seit Einführung der Statistik im Jahr 2012 erreicht.

In einer Großen Anfrage zur Zusammenarbeit zwischen Jugendamt und den Schulen im Landkreis sagte Dr. Ulrich von Nathusius (Grüne), es gehe dabei nicht darum, die Arbeit des Jugendamtes unter Generalverdacht zu stellen. „Das Jugendamt ist nicht dafür verantwortlich, dass Eltern überfordert sind. Es kann nicht verhindern, dass das Kind in den Brunnen fällt, sondern nur, dass es nicht ertrinkt.“ Gleichwohl heißt es im Antrag der Fraktion: „Hinsichtlich der Kooperation zwischen Schulen und dem Jugendamt herrscht auch in unserem Landkreis häufig eine gewisse Unzufriedenheit.“ Die Antworten des Kreisausschusses:

Insgesamt bestehe eine gute Kooperation zwischen den Schulen und dem Fachdienst Jugend, heißt es abschließend in der Antwort des Kreisausschusses. Die Kinderfachschutzkraft werde immer häufiger von Lehrkräften für Beratungen in Anspruch genommen.

Den Leitfaden zum Kinderschutz hob Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese besonders hervor: „Wir sind damit die ersten in Hessen, die sich so auf den Weg machen“, erklärte er am Donnerstag im Kreistag. Eine Evaluierung sei geplant. „Wir werden daran konsequent weiterarbeiten.“

FDP-Fraktionschef Jochen Rube forderte mehr Unterstützung der Schulen: „Wenn Probleme an den Schulen in den Unterrichtsräumen bei den Lehrern landen und bleiben, wird auch dieses Berufsfeld unattraktiver.“ Durch die Lockdowns seien Belastungssituationen in die Familien gebracht worden, die jetzt zutage treten würden.

Leider würden nur an drei Schulen regelmäßig Beratungsteams tagen, stellte Katrin Walmans (CDU) fest: „Das müsste ausgeweitet werden.“ Kritik übte sie an der Anfrage der Grünen. Darin werde unterstellt, dass es Unzufriedenheit in der Zusammenarbeit zwischen Jugendamt und Schulen gebe.

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