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Kirchen in Waldeck-Frankenberg rufen zu Friedensgebeten für Ukraine auf

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Von: Katja Rudolph, Martina Biedenbach, Philipp Daum

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Gottesdienst/Symbolbild
Symbobild © araraadt/panthermedia

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) ruft angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine dazu auf, an die betroffenen Menschen zu denken und um Frieden zu beten.

Waldeck-Frankenberg – Ebenso hat der Fuldaer Bischof Michael Gerber von der Katholischen Kirche zur Solidarität mit den Menschen in der Ukraine und zum Gebet aufgefordert. In der EKKW, der Evangelischen in Hessen und Nassau und im Bistum Fulda läuten nun jeden Mittag um 12 Uhr die Glocken in den Gemeinden und laden zum Innehalten und zum Gebet ein.

Das Geläut werde ein Zeichen der Zusammengehörigkeit sein und Ausdruck der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Konfliktes, sagte Bischof Gerber. Bereits vorige Woche hatte das Bistum Fulda dem Erzbischof von Ivano-Frankivsk in der West-Ukraine finanzielle Unterstützung zugesagt, um Bedürftige mit Lebensmitteln zu versorgen.

„Es ist Krieg in Europa. Das ist ein Bruch des Völkerrechts“, sagte die Evangelische Landesbischöfin Beate Hofmann. „Das ist etwas, was die Menschen in Europa nicht wollen, und es ist ein Krieg von Diktatur gegen Demokratie.“ Sie bezeichnet die Situation als sehr beängstigend. „Wir hier in Hessen können zeigen, dass wir an die Menschen in der Ukraine denken, über die sozialen Medien, über Demonstrationen, aber eben auch über Friedensgebete“, so Hofmann.

Heute ab 18.30 Uhr wird eine Friedensandacht mit der Bischöfin auf ekkw.de übertragen. Auf der Webseite der Landeskirche ist eine „Gebetswand“ eingerichtet, auf der persönliche Gedanken ausgedrückt werden können.

Kirchenkreis Eder

„Es herrscht Krieg in Europa, in unserer Nachbarschaft. Diese Entwicklung war zu befürchten. Und doch macht sie mich fassungslos“, sagte die Frankenberger Dekanin Petra Hegmann vom Kirchenkreis Eder auf Anfrage. „Der Angriff auf die Ukraine ist auch ein Angriff auf die Demokratie. Er bringt Leid und Tod über Menschen. Das finde ich beängstigend.“

Sie frage sich auch, wie sehr dadurch der Frieden in Europa bedroht ist. „Jesus hat gesagt: Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen. Daran halte ich mich fest. Ich bete für die Menschen in der Ukraine und für unser Zusammenleben in Europa. Ich versuche nach besten Kräften, selbst friedfertig zu bleiben, und hoffe, viele andere handeln auch so. Jede und jeder einzelne ist gefordert, für Versöhnung und Frieden einzutreten.“

Einige Kirchengemeinden im Kirchenkreis Eder laden zu Friedensgebeten ein. Andere läuten die Kirchenglocken als Mahnung zum Frieden und als Zeichen der Anteilnahme mit den Menschen in der Ukraine.

Gleich am Donnersabend fand bereits ein Friedensgebet in der Martinskirche in Vöhl statt. Die Gemündener Pfarrerin Marie-Christine Weidemeyer teilt mit, dass am Samstag ab 17 Uhr ein Friedensgebet in der evangelischen Kirche in Gemünden stattfinde. Laut Pfarrer Jörg Rimbach ist für den heutigen Freitag um 16.30 Uhr in der evangelischen Kirche Reinhardshausen ebenfalls ein Friedensgebet vorgesehen.

Kirchenkreises Twiste-Eisenberg

Dekanin Eva Brinke-Kriebel sagte am Donnerstag: „Es war vor einigen Wochen kaum vorstellbar, jetzt ist es Realität: Wir haben Krieg in Europa. Es wird Völkerrecht gebrochen, es werden Menschen sterben, es ist ein Krieg, den keiner will, – der, wie alle Kriege, so sinnlos ist, und er macht mich sprachlos“, so Brinke-Kriebel.

„Wir als Kirche müssen sichtbare Zeichen setzen. Wir beten für die Menschen in der Ukraine, verbunden mit der Hoffnung, dass dieser Krieg so schnell wie möglich auf diplomatischem Weg beendet werden kann. Und wir können als Christen klare Positionen beziehen, die wir bei Demonstrationen, in sozialen Netzwerken und eben auch in Friedensgebeten zum Ausdruck bringen.“

Angesichts der schrecklichen Ereignisse in der Ukraine lädt die Korbacher Stadtkirchengemeinde für kommenden Samstag, 26. Februar, 18 Uhr, zu einem ersten Friedensgebet in die Kilianskirche ein. „Es können Kerzen angezündet werden und vielleicht spendet das gemeinsame Gebet ein wenig Hoffnung und Zuversicht“, so Brinke-Kriebel.

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