439 Anträge in 2016

Kleiner Waffenschein: Nachfrage im Landkreis extrem hoch

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Die Nachfrage nach dem Kleinen Waffenschein ist in Waldeck-Frankenberg extrem gestiegen.

Waldeck-Frankenberg. Die Zahl der Anträge für den sogenannten Kleinen Waffenschein ist im Landkreis stark gestiegen. Im Jahr 2016 landeten 439 Anträge bei der Kreisverwaltung in Korbach, in den beiden Jahren zuvor waren es nur jeweils rund 30.

In diesem Jahr waren es bisher 143 Anträge, teilt Kreissprecherin Petra Frömel mit. Die Polizei steht einer zunehmenden Bewaffnung in Waldeck-Frankenberg sehr kritisch gegenüber, sagt Polizeisprecher Volker König.

Beim Kleinen Waffenschein handelt es sich um die Erlaubnis zum Führen bestimmter Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen. Diese müssen mit dem sogenannten PTB-Zeichen gekennzeichnet sein. Voraussetzung für die Erteilung eines Kleinen Waffenscheins ist, dass der Antragsteller das 18. Lebensjahr vollendet hat und zuverlässig sowie persönlich geeignet im Sinne des Waffengesetzes ist, so Frömel. Eine Sachkundeprüfung wie bei der Waffenbesitzkarte gibt es nicht.

Abgelehnt werden kann ein Antrag, wenn der Antragsteller nicht über die erforderliche Zuverlässigkeit und Eignung verfügt, beispielsweise wegen bestimmter strafrechtlicher Verurteilungen, Verstößen gegen das Waffenrecht oder wegen Alkohol- oder Drogenabhängigkeit. Zur Überprüfung werden Infos des Bundeszentralregisters, der Staatsanwaltschaft und des Landeskriminalamts angefordert. Der Kleine Waffenschein wird dann unbefristet erteilt. Die Inhaber werden jedoch in regelmäßigen Abständen, mindestens nach drei Jahren, erneut auf Zuverlässigkeit und Eignung geprüft.

Laut Polizeisprecher König werden solche Waffen angeschafft, um sich „sicherer“ zu fühlen. „Sie bergen aber auch große Gefahren, denn in einer Gefahrensituation kann solch eine Bewaffnung zu einer Eigengefährdung führen.“ Außerdem könne unerlaubter Gebrauch zu Sanktionen führen.

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