Kliniken im Kreis fürchten um ihre Existenz

Protest mit grünen Luftballons: Mehr als 70 Mitarbeiter des Korbacher Krankenhauses nutztenam Mittoch Mittag ihre Mittagspause für einen Protest gegen die Krankenhausreform Foto: Demski

Waldeck-Frankenberg. Krankenhäuser im Landkreis schlagen Alarm. Sie unterstützen die bundesweite Protestaktion gegen die geplante Krankenhausreform.

Der Gesetzentwurf gefährde das Überleben kleinerer Krankenhäuser. Patienten bekämen die Auswirkungen massiv zu spüren, kritisieren Vertreter der Kliniken in Frankenberg, Korbach und Bad Arolsen.

„Wenn das Gesetz so kommt, dann bedeutet das für unsere Patienten längere Wartezeiten, noch stärker belastetes Personal und eine höhere Arbeitsverdichtung in allen Bereichen der Klinik“, sagt Ralf Schulz, Geschäftführer des Kreiskrankenhauses Frankenberg.

„Eine Verschärfung von Qualitätsregeln bei gleichzeitiger Preisreduzierung beziehungsweise gedämpften Preiserhöhungen können wir nicht kompensieren - ebenso wenig wie steigende Betriebskosten.“, führt er weiter aus. Die Folge: Das Überleben insbesondere kleinerer Häuser sei in Gefahr - und damit die Versorgung der Patienten und Arbeitsplätze in der Region. Deshalb haben Mitarbeiter der Klinik an der Protestaktion in Berlin teilgenommen.

Protest gab es gestern auch in Korbach. Mehr als 70 Mitarbeiter kamen zur Aktion vor das Portal des Stadtkrankenhauses - vom Geschäftsführer bis zum Pflegeschüler. „Wir fordern eine tatsächlich am Wohl des Patienten orientierte Krankenhaus-Reform, die ihren Namen auch verdient“, betonte Geschäftsführer Christian Jostes, „und die unseren Mitarbeitern wieder Luft zum Atmen gibt.“ Mit grünen Luftballons, die sie in den Himmel steigen ließen, schlossen sich die Korbacher tausenden Protestierenden in ganz Deutschland an.

Das Krankenhaus Bad Arolsen hatte schon in der vergangenen Woche in einer aktiven Mittagpause gegen die Strukturreform protestiert und sie als „Farce“ bezeichnet. (mab/resa)

Welche klaren Worte der Geschäftsführer des Korbacher Krankenhauses und der Betriebsrat bei der Demo am Mittwoch sprachen und welche Probleme im Detail das Kreiskrankenhaus sieht, das lesen Sie in der gedruckten Donnerstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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