Kommentar zu Vereinen in Existenznot: "Auf Ideen statt Tradition setzen"

Frankenberger Land. Vorstandsämter nicht besetzt und zu wenige aktive Mitglieder - immer wieder werden Vereine im Frankenberger Land von solchen existenziellen Problemen bedroht.

Es reicht nicht, dann nur auf die lange Tradition des Vereins zu setzen, neue Ideen sind gefragt, findet HNA-Redakteur Jörg Paulus.

Immer wieder liest man von Vereinen, die keinen Vorsitzenden finden oder Nachwuchs brauchen. Zumindest bei der Suche nach dem Vorsitzenden gibt es dann in der Regel doch irgendein Mitglied, dem der Verein so sehr am Herzen liegt, dass er das Amt übernimmt. Ob es weitergeht, kann aber nicht nur von einzelnen abhängen.

Vereine sind wichtig für unsere Dörfer, in denen sie einen Großteil des Kultur- und Freizeitangebotes ausmachen. Das Freizeitverhalten vor allem der jungen Leute hat sich in den vergangenen Jahrzehnten aber so stark verändert, dass sich ein Verein auch damit auseinandersetzen muss, dass es ihn in Zukunft vielleicht nicht mehr gibt, wenn kein Interesse an ihm besteht.

Beispiel MGV Geismar: Es ist richtig, dass sich der Verein mit einem Projektchor für den Erhalt des Chorgesanges in dem Dorf einsetzt, und es ist ihm zu wünschen, dass viele Geismarer erkennen, wie wichtig ein Chor mit seinen Auftritten bei dörflichen Veranstaltungen für die Gemeinschaft ist. Sollte es aber nicht mehr genug Männer in Geismar geben, die in einem Chor singen wollen, für wen sollte man ihn dann aufrechterhalten? Ihn nur deshalb unbedingt zu erhalten, weil es ihn schon seit 132 Jahren gibt, bringt keinem etwas, auch wenn das für die langjährigen Aktiven und die, die den Verein über Jahre geführt haben, hart sein mag.

Noch hat der Verein seine Zukunft aber selbst in der Hand. Zur Not auch als gemischter Chor oder in einer Fusion mit einem Nachbarchor. Denn bei aller Tradition: Vereine müssen heutzutage stärker denn je neue Wege gehen und Ideen haben, wenn sie interessant bleiben und bestehen wollen.

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