Konfirmation und Kommunion feiert man nur einmal im Leben

Ein Fest für alle

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Kommunionzeremonie in der Kirche: Im Anschluss wird üblicherweise im Familienkreis gefeiert. Dabei sollte das Kind mitentscheiden dürfen, etwa bei der Menüauswahl – denn an diesem Tag steht es im Mittelpunkt.

Geburtstag feiert man bekanntlich jedes Jahr – aber ein Fest wie Erstkommunion oder Konfirmation nur einmal im Leben. Für die meisten Mädchen und Jungen ist die Feier ein besonderes Erlebnis.

Mit etwa neun Jahren erleben Kinder katholischen Glaubens die Erstkommunion, mit etwa 14 Jahren steht bei Protestanten die Konfirmation an.

In welchem Kreis feiert man? Katholiken und Protestanten feiern zum einen im Gottesdienst, zum anderen privat. In aller Regel findet Letzteres im Familienkreis statt. „Ob die private Feier zu Hause oder in einem Lokal über die Bühne geht, ist auch eine Frage des Familienbudgets“, sagt Tobias Wiegelmann. Er ist als Diakon Referent für die Kommunionvorbereitung im Erzbistum Köln.

Feier mit Familie oder Mega-Party?

Die Bandbreite bei den Feiern ist oft groß, erklärt Rebecca Kehrberger, Mitarbeiterin für Kinder- und Jugendarbeit bei der Vereinigten Evangelischen Kirchengemeinde Heckinghausen in Wuppertal. Sie reicht von einem Zusammensein mit Eltern und Geschwistern bis hin zur Mega-Party.

Dürfen Kinder auch ihre Freunde einladen? „Ja, natürlich“, sagt Dirk Bingener, Pfarrer und Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Allerdings ist es oft so, dass die Freunde zum gleichen Zeitpunkt zur Kommunion gehen oder konfirmiert werden wie das Kind selbst. In solchen Fällen muss der Junge oder das Mädchen dann ohne den jeweiligen Freund feiern, da er oder sie selbst ein Fest hat.

Bei den Protestanten werden mitunter zwei Sonntage für die Konfirmation angeboten. „Oft entscheiden sich zwei Freunde für einen unterschiedlichen Sonntag, damit sie an dem Fest des anderen teilnehmen können“, sagt Kehrberger.

Kleidung: festlich, aber spieltauglich

Was ziehen die Beteiligten an? „Die Kleidung sollte festlich, aber nicht gekünstelt sein“, sagt Dirk Bingener. Bei ihrer Erstkommunion tragen Mädchen oft weiße Kleider und Jungen dunkle Anzüge. An manchen Orten gibt es auch einheitliche Gewänder. „Die Kleidung sollte in jedem Fall spieltauglich sein, schließlich ist es ein Fest des Kindes“, so Wiegelmann.

Auch bei der Konfirmation ist festliche Kleidung gefragt. Einen Dresscode gibt es aber nicht, erklärt Birgit Sendler-Koschel. Die Oberkirchenrätin ist Leiterin der Bildungsabteilung der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD).

Das Kind sollte entscheiden dürfen

Wie bekommt die private Feier eine persönliche Note? Bei der Planung der Feier sollten Eltern ihr Kind mit einbeziehen, rät Bingener. Das Mädchen oder der Junge sollten entscheiden dürfen, was es zu essen gibt, wer eine Rede halten darf und welche Spiele gespielt werden. Neumann hält es für wichtig, dass bei der privaten Feier Raum und Zeit für echte Gespräche sind – und nicht einfach nur für oberflächliches Geplänkel.

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Was sind angemessene Geschenke? Klassische Geschenke zur Kommunion sind etwa eine Kette mit goldenem Kreuz oder eine Bibel. „Auch kindgerechte Sachbücher über den Sinn des Lebens sind beliebt“, erklärt Wiegelmann. Zur Konfirmation erhält ein Jugendlicher oft ebenfalls Bücher zur Lebensorientierung und Schmuck oder Geld.

Was passiert, wenn einzelne Familienmitglieder untereinander zerstritten sind? Viele Elternpaare leben getrennt oder sind geschieden – aber das Kind möchte an seinem Festtag in aller Regel Mutter wie Vater dabeihaben. „Eine Lösung kann etwa sein, dass das Kommunionkind zunächst bei dem Elternteil, bei dem es lebt, feiert, und später mit dem anderen Elternteil zusammen ist“, sagt Wiegelmann.

Streitigkeiten für einen Tag vergessen

Manchmal verhindert aber auch ein Streit innerhalb der Familie die Anwesenheit von Oma und Opa bei dem Fest. Auch in diesem Fall kann eine getrennte Feier sinnvoll sein. Kehrberger kennt aber auch Fälle, in denen der Konfirmand an alle appelliert, wenigstens für einen Tag alle Differenzen zu vergessen und gemeinsam zu feiern. (tmn)

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