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19 Grad im Büro und kein Warmwasser: Stadt Korbach spart Strom und Gas ein

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Von: Philipp Daum

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Auch hier werden Gas und Strom eingespart: Im Korbacher Rathaus wurde die Temperatur in den Büroräumen auf maximal 19 Grad abgesenkt. Warmwasser wurde abgestellt, mehrere Durchlauferhitzer sind außer Betrieb.
Auch hier werden Gas und Strom eingespart: Im Korbacher Rathaus wurde die Temperatur in den Büroräumen auf maximal 19 Grad abgesenkt. Warmwasser wurde abgestellt, mehrere Durchlauferhitzer sind außer Betrieb.  © Philipp Daum

Der Begriff hat großes Potenzial, aufgrund seiner Länge zum Unwort des Jahres gekürt zu werden. „Kurzfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung“ lautet die Bezeichnung für den vom Bundeswirtschaftsministerium verfügten Erlass, den die Korbacher Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstagabend quasi im Kleinen beschlossen haben.

Konkret geht es darum, dass die Stadt Korbach wegen der drastisch gestiegenen Energiepreise Gas und Strom in ihren Gebäuden einspart. Ziel ist es, die Energieverbräuche so weit zurückzufahren, um eine Gas-Mangellage im Winter und das Ausrufen der Notfallstufe abzuwenden.

Grundlage für die Sofortmaßnahmen zur Energieeinsparung, die schon seit 1. September in der Kreisstadt umgesetzt werden, waren die Vorschläge der „Task Force“ unter Federführung der bei der Stadt beschäftigten Energie-Expertin Dr. Christina Sager-Klauß. Auf Antrag der CDU-Fraktion hatte sie in den Ausschüssen bereits einen Überblick dazu gegeben. In der Parlamentssitzung am Donnerstag wurden die genannten Maßnahmen zur Einsparung von Strom und Gas einstimmig mitgetragen.

Im Fokus stehen seit 1. September folgende Gebäude, in denen die Sofortmaßnahmen zur Energieeinsparung ergriffen werden: Bürgerhaus, Jugendhaus, Musikschule, Museum, Bücherei und Rathaus. „Wir haben dort eine Datenaufnahme von allen Heizkörpern und der Nutzung der einzelnen Räume gemacht“, berichtete Christina Sager-Klauß. Die Lufttemperatur in den Arbeitsräumen, in denen Bürotätigkeiten ausgeübt werden, sei daraufhin auf maximal 19 Grad abgesenkt worden. „Das ging aber nicht überall. Wenn in der Musikschule die Kinder auf dem Boden rumkrabbeln, sind 19 Grad einfach zu kalt“, betonte die Energie-Expertin. Auf allen Erschließungsflächen – dazu gehören Flure und Gänge – sowie in den Lagerräumen sei die Temperatur ebenfalls deutlich abgesenkt und nur noch in den Status „frostfrei“ gesetzt worden.

Dr. Christina Sager-Klauß
Dr. Christina Sager-Klauß, Energie-Expertin  © PR

Darüber hinaus wurde laut Christina Sager-Klauß in den genannten Gebäuden die dezentrale Warmwasseraufbereitung des Trinkwassers außer Betrieb genommen. Im Rathaus seien außerdem neun von 17 Durchlauferhitzern ausgestellt worden.

Um Strom einzusparen, wurde in der Stadt Korbach bereits die großen, dekorativen Außenbeleuchtungen an folgenden Gebäuden und Bauwerken ausgeschaltet: Georg-Viktor-Turm, Kalkturm, Stadtmauer, Feuerwehrturm, Enser Tor, historisches Rathaus/Arkaden (Teilabschaltung wegen Sicherheit), Tylenturm, Bürgerhaus, Museum, Wollweberturm, Nikolaikirche, Kilianskirche und Steinhäuser.

In den Dorfgemeinschaftshäusern und Mehrzweckhallen sollen zudem die Nutzungszeiten verringert werden, um dort ebenfalls Energie einzusparen. Die Task Force hat daher den Kontakt zu den Ortsvorstehern und Betreuern dieser Gebäude aufgenommen. „Von der Hälfte habe ich hinsichtlich der aktuellen Nutzungszeiten eine Rückmeldung erhalten. Inwieweit hier jetzt Einsparpotenziale vorhanden sind, müssen wir nun im Detail prüfen“, sagte Christina Sager-Klauß, die sich auch darüber im Klaren ist, dass DGHs und Mehrzweckhallen unter anderem auch von Kindergärten, Schulen und Sportvereinen genutzt werden. Eine Überprüfung der Warmwassereinstellungen in den Gebäuden solle aber zeitnah stattfinden. „Wenn zum Beispiel nach dem Sport erst abends im DGH oder in der Mehrzweckhalle geduscht wird, stellt sich die Frage, ob die Warmwasseraufbereitung dann überhaupt den ganzen Tag durchlaufen muss“, sagte die Energie-Expertin.

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