Flashmob zu den „Orange Days“

Aktion der Soroptimistinnen in der Korbacher Fußgängerzone: Nein zu Gewalt gegen Frauen sagen

Flashmob in der Korbacher Fußgängerzone: Mit einer Aktion ruft der Club der Soroptimistinnen International zum einem Nein zu Gewalt gegen Frauen auf.
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Flashmob in der Korbacher Fußgängerzone: Mit einer Aktion ruft der Club der Soroptimistinnen International zum einem Nein zu Gewalt gegen Frauen auf.

Durch einen Flashmob in der Fußgängerzone am Berndorfer Tor hat am Samstag der Korbacher Club der Soroptimistinnen International (SI) dazu aufgerufen, entschieden Nein zu Gewalt gegen Frauen zu sagen.

Korbach – Am 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, begannen die „Orange Days“. 16 Tage in denen den besorgniserregenden Statistiken besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Renate Thuma, die Präsidentin der Korbacher Soroptimistinnen und einige Clubmitglieder in orangen Warnwesten haben genau darüber am Samstag in der Innenstadt informiert. Mit Begriffen, die mit Kreide auf die Treppe geschrieben wurden, Mandarinen und Bierdeckeln sollten Passanten auf das Thema aufmerksam gemacht werden.

Bereits durch das „schöne Leuchten“, seien die SI-Mitgliederinnen positiv aufgefallen, erklärte eine Passantin. Auf das Thema aufmerksam zu machen, sei ein wichtiger Punkt. Eine Grundschullehrerin aus Usseln hält es für eine sehr gute Idee, bei der Bildung von Kindern bereits mit der Information anzufangen. Es sei wichtig, dass Frauen motiviert würden, reagieren zu lernen und auch mal entschieden „Nein“ zu sagen, erläuterte Club-Präsidentin Thuma weiter.

Dadurch, dass viele Frauen gar nicht wissen, wann Gewalt gegen sie gerichtet werde, sind Informationen über das Thema und Aufmerksamkeit Grundsteine, um das Problem anzugehen. Geschlechtsspezifische Gewalt ließe sich nach Jane-Monckton Smith, einer britischen Wissenschaftlerin, in acht Phasen einteilen, die nicht für jeden Fall partnerschaftlicher Gewalt gleichermaßen geltend seien, erläutert Thuma. Es könne bereits mit der Vorgeschichte beginnen, kann sich auch in frühen Phasen der Beziehung zeigen und äußere sich häufig in übermäßiger Kontrolle.

Bei manchen Fällen käme es auch zur Eskalation der Situation, die im schlimmsten Fall mit einem Mord ende. Die BKA-Daten von 2020 wiesen 460 Fälle dieser Endstufe auf, eine viel größere Zahl an Menschen wird jedoch Opfer von Körperverletzungen verschiedenen Ausmaßes.

Die Soroptimistinnen fordern „Nein zu Gewalt, Zwangsehe, Genitalverstümmelung, Mobbing und Unterdrückung“ sowie Respekt, Toleranz, Frieden, Würde, Sicherheit, Liebe und Schutz. Diese Begriffe wurden auf den Boden geschrieben, damit Passanten darüber nachdenken und sie nicht einfach „übergehen“. Die Soroptimistinnen fordern die gesamte Gesellschaft dazu auf, Gewalt zu erkennen, sich gegen sie auszusprechen und die Opfer nach Kräften zu schützen. Dies wurde bei der Aktion in der Korbacher Innenstadt am Samstag deutlich. (Anna Potthoff)

Kriminalstatistik 2020

Am 23. November hat das Bundeskriminalamt die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2020 veröffentlicht: Demnach sind 148 031 Menschen in Deutschland Opfer von Gewalt in Partnerschaften geworden, darunter 119 164 weibliche Personen. Dies sind nur die aufgezeichneten Fälle in Partnerschaften, Experten vermuten die Dunkelziffer und Gewalt gegen Frauen außerhalb von Partnerschaften um einiges höher. (ap)

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