Grüne kritisieren fehlende Nachhaltigkeit und stimmen dagegen

Alte Polizeistation in Korbach soll Hotel werden

Die ehemalige Polizeistation in der Hagenstraße: Das Areal soll als „Sondergebiet Hotel“ ausgewiesen werden, andere Nutzungen wären damit ausgeschlossen.
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Die ehemalige Polizeistation in der Hagenstraße: Das Areal soll als „Sondergebiet Hotel“ ausgewiesen werden, andere Nutzungen wären damit ausgeschlossen.

Aus der alten Polizeiwache in der Hagenstraße soll nach Wunsch der Stadt Korbach ein Hotel werden. Um das voranzutreiben, will sie das Grundstück als „Sondergebiet Hotel“ ausweisen.

Korbach – Andere mögliche Nutzungen werden somit dort ausgeschlossen. Der Ausschuss für Bauen und Umwelt empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung nun mehrheitlich, eine entsprechende Satzung zu beschließen. Kritik kommt von den Grünen: „Die Nachhaltigkeit ist nicht gegeben“, sagte Dr. Peter Koswig in der Sitzung des Ausschusses am Dienstag.

Bereits vor einigen Wochen hatte Koswig angeregt, im Bebauungsplan festzuschreiben, dass auf 80 Prozent der Neubaudachflächen Solarenergie durch Photovoltaik oder Solarthermie zu nutzen ist. Der Bau sei außerdem im Passivhausstandard auszuführen und in überwiegender Holzbauweise zu erfolgen. Je zehn Betten seien drei Schnellladepunkte zum Aufladen von Elektroautos vorzuhalten. Darüber hinaus solle bei dem hohen Versiegelungsgrad die Regenwasserspeicherung und Nutzung bedacht werden.

Gut denkbar wäre laut Koswig auch der Bau eines Nahwärmenetzes. Der Grünen-Politiker schreibt in einer Stellungnahme: „Die Lage in der Mitte zwischen Altenheim, Sparkasse, Gebäude der Sparkassenversicherung und Notariat darunter, Amtsgericht, Kirche, Bürgerhaus und Kita ist dafür ideal. Alle diese Gebäude könnten miteinander verbunden und versorgt werden per Wärmeleitung.“ Weil diese Punkte nicht in den Bebauungsplan eingeflossen sind, stimmte die Fraktion im Bauausschuss dagegen.

Hintergrund der Debatte: Das Land Hessen will die alte Polizeistation verkaufen. Damit aus der Immobilie kein Spekulationsobjekt oder Leerstand wird, soll das Grundstück als „Sondergebiet Hotel“ ausgewiesen werden. Dann wäre nur eine Nutzung als Hotel möglich. Der neue Bebauungsplan ermöglicht es, ein zweigeschossiges Hotelgebäude auf dem Grundstück zu errichten. Die historischen Gebäude sind dabei als Einzelkulturdenkmal geschützt.

Das neue Hotel sollte laut Stadt mindestens die Vier-Sterne-Kategorie des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) erfüllen und damit über den Standard des bestehenden Angebots hinaus gehen. Laut einer Auflistung der Verwaltung sind die Hotels in der Kernstadt derzeit mit drei Sternen oder gar nicht nach einer Dehoga-Kategorie klassifiziert.

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