Areal als Sondergebiet geplant

Aus alter Polizeistation in Korbach soll ein Hotel werden

Die alte Polizeistation in Korbach: In der Immobilie in der Hagenstraße soll ein Hotel entstehen.
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Die alte Polizeistation in Korbach: In der Immobilie in der Hagenstraße soll ein Hotel entstehen.

Aus der alten Polizeiwache in der Hagenstraße soll ein Hotel werden. Das ist erklärtes Ziel der Stadt Korbach. Um das voranzutreiben, will sie das Grundstück als „Sondergebiet Hotel“ ausweisen. Andere mögliche Nutzungen werden so ausgeschlossen.

Das Land Hessen will die Immobilie in einer öffentlichen Ausschreibung meistbietend verkaufen, derzeit ist dort bis zur Fertigstellung des Neubaus Ende des Jahres noch ein Teil der Stadtverwaltung untergebracht. „Wir wollen mitbestimmen, was damit passiert“, sagte Bürgermeister Klaus Friedrich am Dienstag im Bauausschuss.

Einen rechtsgültigen Bebauungsplan für das Grundstück gibt es derzeit nicht, ein Hotelbetrieb wäre grundsätzlich schon jetzt möglich. Rein vorsorglich will die Stadt das Areal aber als „Sondergebiet Hotel“ ausweisen. Dann ist ausschließlich die Nutzung als Hotel möglich. „Das hat den Vorteil, dass wir nicht von einer Nutzung überrascht werden, die nicht passt oder städtebaulich nicht relevant ist“, erklärte Friedrich. Der Bedarf für weitere Hotelbetten sei da, so der Bürgermeister: Die großen Korbacher Unternehmen benötigten vermehrt Unterbringungsmöglichkeiten für Geschäftspartner oder Mitarbeiter in kurzer Entfernung zu ihren Betrieben. Außerdem solle das touristische Angebot in Korbach ausgebaut werden. Der Gruppen- und Wandertourismus spielten dabei eine wichtige Rolle – insbesondere mit Blick auf das kreisweite Mountainbike-Projekt „Grenztrail“.

Das Tourismuskonzept der Stadt sieht vor, das Angebot für Übernachtungsgäste zu verbessern und auch den Gruppentourismus zu stärken. Das neue Hotel sollte laut Stadt deshalb mindestens die Vier-Sterne-Kategorie des Hotel- und Gaststättenverbandes erfüllen und hinsichtlich der Bettenzahl auch Reisegruppen aufnehmen können.

Geplant ist, das unter Denkmalschutz stehende Gebäude zu modernisieren und als Verwaltungs- und Boardingtrakt für das Hotel zu nutzen. In den bestehenden Nebengebäuden soll ein moderner Zimmertrakt errichtet werden. Mögliche Investoren sind offenbar schon da: „Es gibt konkrete Anfragen von heimischen und auswärtigen Hotelbesitzern“, sagte Friedrich im Ausschuss.

Dr. Peter Koswig (Grüne) befürchtete unterdessen, dass die Ausweisung als „Sondergebiet Hotel“ den Kreis der möglichen Investoren verringere: „Wir pokern etwas.“ Außerdem vermisse er die Festschreibung von regenerativer Energienutzung und einer Passivhausbauweise.

Der Bauausschuss stimmte der Bauleitplanung einstimmig zu, bei zwei Enthaltungen der Grünen. Ein einmütiges Votum für diesen Plan gab es dann auch im Haupt- und Finanzausschuss am Mittwoch. Die Korbacher Stadtverordnetenversammlung befasst sich am kommenden Donnerstag, 27. Mai, mit dem Thema. Das Gremium tagt um 19 Uhr in der Korbacher Stadthalle.

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