Freiheitsstrafe auf Bewährung

Angeklagter verschläft Urteil: Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung

Korbach. Weil er einen Mann zu Boden geworfen und getreten haben soll, war ein Mann aus Waldeck-Frankenberg wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Zur Urteilsverkündung war er allerdings nicht erschienen.

Der Prozess am Dienstag vor dem Amtsgericht Korbach musste allerdings ohne den Angeklagten abgehalten werden: Der hatte laut Aussage seiner Anwältin verschlafen und war deshalb nicht anwesend.

Die Anwältin des Angeklagten sowie ein Mitglied der Staatsanwaltschaft Kassel trugen daraufhin vor Richter Kalhöfer-Köchling noch einmal die Fakten zusammen. „Das ist eine üble Geschichte, da müssen wir alles in die Waagschale werfen“, sagte der Staatsanwalt. Mit der Anwältin des Angeklagten kam es zur Einigung auf das Strafmaß der Körperverletzung.

Die Begründung: Der Geschädigte wurde zwar mehrfach in den Bauch getreten, zuvor befürchtete Verletzungen an den Organen konnten aber von den Ärzten nicht festgestellt werden. Da der Angeklagte bei dem Vorfall im August 2013 nur leichte Turnschuhe getragen haben soll, hätten die Tritte auch nicht so heftig ausfallen können, mutmaßte die Anwältin.

Der Angeklagte soll über mehrere Minuten lang auf den Geschädigten eingetreten und ihn überwiegend im Bauchbereich getroffen haben. Zuvor soll der Angeklagte das Opfer in den Rücken getreten und somit zu Fall gebracht haben.

Vermutlich war Eifersucht das Motiv: Der Geschädigte hatte damals seit kurzer Zeit eine Beziehung mit der Ex-Frau des Angeklagten.

„Er muss sein Leben auf die Reihe kriegen, da wollen wir ihm keine Steine in den Weg legen“, sagte der Staatsanwalt. Die Anwältin führte zugunsten ihres Mandaten an, dass er in seinem Leben viel Gewalt erfahren habe und daher keine Alternativlösungen für Probleme aufgezeigt bekommen habe.

In vorherigen Verhandlungen waren bereits Zeugen in dem Fall gehört worden. Richter Kalhöfer-Köchling verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten auf Bewährung. Wegen einer psychischen Erkrankung sei der Angeklagte nur eingeschränkt schuldfähig. Weil dieser zum Prozess nicht erschienen war, wurde gegen ihn ein Strafbefehl erlassen. Mithilfe eines Bewährungshelfers soll der verurteilte Mann nun seinen Weg zurück ins Leben finden. (che)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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