Dokudrama in der ARD

Anne-Frank-Darstellerin Mala Emde: "Sie ist mein Vorbild"

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Ein Ausschnitt aus dem Film „Meine Tochter Anne Frank“: Otto Frank (Götz Schubert) und Anne Frank (Mala Emde) bei einer Geburtstagsszene. Die 18-jährige Schauspielerin hat ihre Wurzeln in Korbach.

Korbach. Die ARD zeigt heute das Dokudrama „Meine Tochter Anne Frank". Die Hauptrolle spielt die 18-jährige Mala Emde. Im Interview mit der HNA sprach Emde über eine besondere Rolle.

Mala Emde hat Wurzeln im Landkreis Waldeck-Frankenberg: Ihr Vater Thomas Emde ist beispielsweise gebürtiger Korbacher.

Frau Emde, was reizt eine Abiturientin an einer so tragischen Figur wie Anne Frank?

Mala Emde: Primär ist es mir wichtig, dass Anne für mich ein „tragisches“ Schicksal hatte, doch sie selbst war lebensbejahend, willensstark, eigensinnig, kritisch und teilweise auch sehr egozentrisch. Diesen multiplexen Charakter zu spielen und der Aspekt sich mit einer real existierenden Person zu beschäftigen, machten für mich den Reiz aus.

Wie bereitet man sich auf eine solche Rolle vor?

Emde: Anfang und Ende für meine Arbeit an der Rolle war natürlich das Tagebuch selbst, es fütterte mich mit Informationen, Hintergrundgedanken und ließ mich in eine Art Dialog mit Anne treten. Außerdem las ich eine Biografie und ein kleines Filmteam und ich gingen den Etappen ihres Lebens nach (Amsterdam, Westerbork, Auschwitz, Bergen-Belsen). Diese Reise war sehr einprägsam!

Hatten Sie Zweifel, ob Sie der Figur gerecht werden können?

Emde: Ab und an wird einem natürlich bewusst, wie viele Erwartungen und Assoziationen mit Anne Frank verknüpft sind. Diese Gedanken versuchte ich aber während der Dreharbeiten von mir fernzuhalten, da sie mich nur unfrei machen konnten. Im Endeffekt konzentrierte ich mich auf Raymond Leys (Regisseur) und meine Anne.

Mit welchen Herausforderungen sahen Sie sich konfrontiert?

Emde: Eine der größten Herausforderungen für mich bestand darin, die Off-Texte, die einen roten Faden durch den Film spannen, laut zu rezitieren. Millionen Menschen haben diese Tagebuchpassagen gelesen und ich soll ihnen jetzt eine Stimme geben? Davor hatte ich großen Respekt.

Gab es eine Szene, die Sie besonders berührt hat?

Emde: Die Anfangsszene im Badezuber tangiert mich auffallend. Sie ist nicht besonders tragisch oder aktionsgeladen, aber ich finde, Annes Persönlichkeit wird filmisch, wie szenisch auf feine Art aufgespannt.

Was nehmen Sie aus der Zeit der Dreharbeiten mit?

Emde: Der Versuch, mir innere, unabhängige Freiheit zu gewährleisten - wobei Anne mein Vorbild bleibt.

Service: Das Dokudrama „Meine Tochter Anne Frank“ zeigt die ARD heute um 20.15 Uhr. Der Hessische Rundfunk war federführend bei der Produktion.

Die Kulturredaktion der HNA hat für die heutige Ausgabe ein Interview mit dem Regisseur Raymond Leys geführt.

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