Ausstellung zeigt 100 Jahre Schulgeschichte

Schilder von früher: Museumsleiter Wilhelm Völcker-Janssen zeigt auch einige Klassenschilder in der Ausstellung. Fotos: Heinz

Korbach. Kreide, Klassenbuch und Klingel: Die eigene Schulzeit wird für die meisten unvergessen bleiben.

Um genau diese Erinnerungen zu würdigen, hat Dr. Wilhelm Völcker-Janssen, Leiter des Wolfgang Bonhage-Museum Korbach, eine Ausstellung der anderen Art ins Leben gerufen. Unter dem Titel „100 Jahre Schulgeschichte(n) - Die Schule am Westwall 1914 - 2014“ kann der Besucher die Geschichte der Schule direkt erleben. Zahlreiche Exponate, alte Fotos, Karten und Briefe machen es möglich.

„Wir haben auch viele Privataufnahmen bekommen. Bei uns haben sich ehemalige Schüler gemeldet und uns zum Beispiel Zeugnisse und Schulhefte zur Verfügung gestellt“, sagt Völcker-Janssen.

Die Erinnerungen der Besucher sollen im Vordergrund stehen. Aus diesem Grund gibt es Bücher, in denen sie ihre Gedanken zur eigenen Schulzeit eintragen können. „Mit dieser Ausstellung wollen wir die Erinnerungen an die Schulzeit wach halten und zum Nachdenken anregen, besonders zwischen den Generationen“, sagt Völcker-Janssen.

Das Konzept scheint zu funktionieren: In den ausliegenden Büchern finden sich einige Anekdoten von Besuchern zu ihrer Zeit an der Westwall-Schule. Wie die eines Schülers, der im Alter von sieben Jahren mit seinen Eltern aus Marokko nach Deutschland kam und seinem neuen Lehrer zur Begrüßung die Hand küsste. „So kannte er das von Marokko und wollte sich entsprechend anpassen“, erklärt Völcker-Janssen.

Auch über Raufereien auf dem Schulhof schreiben Besucher. Ein Streit zwischen zwei Klassenkameraden ging sogar über zwei Generationen, ohne Wissen der jeweils Beteiligten. Schule sei immer ein Spiegel der Gesellschaft. „An den Klassenzimmern in der Ausstellung ist gut zu erkennen, welche Werte zu der Zeit wichtig waren. Im Kaiserreich war alles streng geregelt. Der Lehrer war eine Art Ordnungsbehörde, und das auch in der Freizeit“, sagt Völcker-Janssen.

Für Schulklassen bietet die Ausstellung einige Besonderheiten: Bei einer Führung wird zum Beispiel eine Unterrichtsstunde nachgeahmt. Außerdem können sich die Schüler im „Schönschreiben“ mit Tinte und Feder üben.

Aber nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft der Schulen wird in der Ausstellung thematisiert. An einer Tafel können die Schüler auf bunten Notiz-Zetteln festhalten, wie sie sich die Schule der Zukunft vorstellen.

Die eigene Schulzeit endete für Völcker-Janssen mit gemischten Gefühlen. „Auf der einen Seite war ich traurig, auf der anderen aber auch stolz auf meinen Abschluss.“

Von Christine Heinz

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