Beliebtes Abenteuerland LaLeLu schließt im November

Bald ist Schluss: (von links) Tina Heine, Carina Saure und Carina Seitz haben gerne im LaLeLu-Abenteuerland in Korbach gearbeitet – am 8. November ist dort ihr letzter Arbeitstag. Foto:  Dämmer

Korbach. Das Kinder-Abenteuerland LaLeLu in Korbach schließt seine Pforten. Der Indoor-Park öffnet am Sonntag, 8. November zum letzten Mal.

Wirtschaftliche Gründe sind nach Angaben der Betreiber ausschlaggebend dafür: „Der Schritt fällt uns sehr schwer“, sagt Kirsten Klaus, die das Abenteuerland zusammen mit ihrem Bruder Helge führt. „Die wirtschaftlichen Zwänge lassen es aber nicht zu, dass wir den Park weiterbetreiben“, erklärte sie auf Nachfrage unserer Zeitung.

Ihr Vater Bodo Klaus habe das LaLeLu-Abenteuerland in einer großen Halle im Gewerbegebiet vor neun Jahren aus der Taufe gehoben, um Kindern etwas zu bieten, erklärt Kirsten Klaus. „Die erste Zeit lief es auch sehr gut. Doch dann gab es mehr Ganztagsschulen und die Nachfrage ging in der Woche massiv zurück.“

Das war der erste Einschnitt. Und während sich alle über gutes Wetter freuen, macht es den Betreibern des Indoor-Parks in Korbach zunehmend zu schaffen. Kirsten Klaus: „Das Abenteuerland ist ein Schlechtwetterpark - wenn das Wetter gut ist, so wie es diesen Sommer war, bleiben die Gäste aus.“

Gleichwohl sei das Betreiben eines solchen Spielparks energieaufwendig, spricht sie hohe Stromkosten an, und personalintensiv. Die meisten der Stationen müssten betreut werden, erklärt die Geschäftsfrau. 20 bis 25 Schüler hätten die Betreuung an den Stationen übernommen, elf Minijobberinnen kümmerten sich um Kasse und Theke.

Der Mindestlohn sei unter diesen Umständen daher nicht zu stämmen. „8,50 Euro - das geht gar nicht“, erklärt sie. Zur Sorge habe schließlich auch Anlass gegeben, dass in Willingen ein weiterer Indoor-Park entstehen sollte.

So ist es ein Bündel von Gründen, das die Betreiber des Abenteuerlandes zu dem Entschluss brachte, den Park zu schließen. Wie die Halle künftig genutzt wird, sei noch nicht klar, sagt Klaus. Kaum sickerte durch, dass das Abenteuerland seinen Betrieb einstellt, kursierten auch schon Gerüchte, der Park müsse schließen, weil die Halle mit Flüchtlingen belegt werden solle.

„Das ist falsch. Wir schließen aus wirtschaftlichen Gründen“, betonen Kirsten Klaus und die stellvertretende Geschäftsführerin Carina Saure. Klaus habe drei Anfragen von Interessenten, die die Halle auf unterschiedlichste Weise nutzen wollten, einer sei das Land Hessen. Ob die Entscheidung aber falle, ein Erstaufnahmelager für Flüchtlinge in der Halle unterzubringen, stehe wirklich in den Sternen.

Für Familien und Kinder fällt damit ein weiteres Angebot in der Kreisstadt weg - nach Kino und geschlossenem Hallenbad.

Von Marianne Dämmer

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