1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck
  4. Korbach

Beschäftigte von Weidemann in Korbach wollen Zukunftstarifvertrag

Erstellt:

Kommentare

Fordern einen Zukunftstarifvertrag: Zur „Aktiven Mittagspause“ sind die Beschäftigten vor den Werkstoren des Radlader-Hersteller Weidemann in Korbach zusammengekommen.
Fordern einen Zukunftstarifvertrag: Zur „Aktiven Mittagspause“ sind die Beschäftigten vor den Werkstoren des Radlader-Hersteller Weidemann in Korbach zusammengekommen. © Lutz Benseler

Die Beschäftigten des Radladerherstellers Weidemann in Korbach haben am Dienstag in einer „Aktiven Mittagspause“ ihren Unmut kundgetan: Ein vor zehn Jahren ausgehandelter Ergänzungstarifvertrag hat viele Zugeständnisse der Mitarbeiter erfordert. Nachdem der Wacker-Neuson-Konzern, zu dem Weidemann gehört, aber wieder auf Wachstumskurs ist, fordert die IG Metall einen „Zukunftstarifvertrag“.

Korbach – Nach wochenlanger Funkstille zwischen Arbeitnehmerseite und Management haben gestern immerhin Verhandlungen in der Konzernzentrale in München begonnen.

„Ihr habt jetzt genug gegeben, jetzt verlangt ihr zurecht etwas“, rief Andreas Köppe von der IG Metall Nordhessen den Weidemann-Beschäftigten bei der „Aktiven Mittagspause“ vor den Werkstoren zu. 2012 hatte der Wacker-Neuson-Konzern aufgrund der damals schwierigen wirtschaftlichen Situation mit der Arbeitnehmerseite einen Ergänzungstarifvertrag verhandelt. Der bedeutet für die rund 700 Beschäftigten bei Weidemann, dass sie drei Stunden mehr in der Woche ohne Entgeltausgleich arbeiten: „37 Stunden werden derzeit bezahlt, aber 40 Stunden geleistet“, erklärt Köppe.

Dabei ist die Situation heute eine andere – Weidemann und dem Wacker-Neuson-Konzern geht es aus Sicht der Gewerkschaft wirtschaftlich gut. „Es gibt eine Erfolgsmeldung nach der anderen im Konzern, da wird richtig viel Geld verdient“, sagte Köppe.

Bereits im Juni hatte die Gewerkschaft deshalb den Ergänzungstarifvertrag gekündigt, in einer Woche läuft er aus. Einigen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber nicht auf einen Nachfolger, greift ab 1. Oktober der Manteltarifvertrag. Das bedeutet: „35-Stunden-Woche bei vollem Gehalt“, so der Gewerkschaftssekretär. Der Verhandlungsdruck für den Wacker-Neuson-Konzern ist entsprechend hoch.

Die Arbeitgeberseite habe sich in den vergangenen Wochen nicht bewegt, sagte Köppe, Das hat kurz vor dem Stichtag 30. September geändert: Seit gestern konferieren Betriebsräte der Wacker-Neuson-Standorte in der Konzernzentrale in München mit dem Management. Auch Weidemann-Betriebsratsvorsitzender Bernd Uebermuth nimmt an der dreitägigen Verhandlungsrunde teil. Betriebsrat und Gewerkschaft fordern einen Zukunftstarifvertrag, der dazu dienen soll, Beschäftigung zu sichern, den Standort zu erhalten und zu entwickeln. Im Vertrag soll auch vereinbart werden, was der Konzern in das Werk investiert.

Der Unmut unter den Weidemann-Beschäftigten über die aktuellen Arbeitsbedingungen ist anscheinend gewachsen. Das drückt sich laut Köppe in den Mitgliedszahlen der Gewerkschaft aus: Der Organisationsgrad bei Weidemann sei hoch und „in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen“, sagte der IG-Metaller, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Die Gewerkschaft unterstützte die Aktion gestern mit belegten Brötchen und Getränken.

Auch interessant

Kommentare