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Betrieb Bürger-Grebe in Helmscheid erhält den „Kallspreis“ für hessische Milcherzeuger

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Von: Wilhelm Figge

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Tierwohl, Innovation und Wirtschaftlichkeit werden mit dem Kallspreis gewürdigt. Über den Sieg freuten sich (vorne von links) Christine Grebe, Reinhard Bürger-Grebe, Fiete und Christina Grebe sowie Sven Behle-Grebe, zum zweiten Platz (hinten von links) nahmen Thorsten und Silke Althoff die Gratulation von Karsten Schmal entgegen, zum dritten wurden Eva, Verena, Alena und Elmar Möcklinghoff von Milchkönigin Anne I. beglückwünscht.
Tierwohl, Innovation und Wirtschaftlichkeit werden mit dem Kallspreis gewürdigt. Über den Sieg freuten sich (vorne von links) Christine Grebe, Reinhard Bürger-Grebe, Fiete und Christina Grebe sowie Sven Behle-Grebe, zum zweiten Platz (hinten von links) nahmen Thorsten und Silke Althoff die Gratulation von Karsten Schmal entgegen, zum dritten wurden Eva, Verena, Alena und Elmar Möcklinghoff von Milchkönigin Anne I. beglückwünscht. © Wilhelm Figge

Milchviehbetriebe, die Tierwohl und Innovation, Ökologie und Ökonomie vereinen, sind im Rennen um den „Kallspreis“. Zum fünften Mal ging er nach Waldeck-Frankenberg.

Korbach-Helmscheid – Der Hof Bürger-Grebe in Helmscheid ist mit dem „Kallspreis“ des Innovationsteams der Landesvereinigung Milch ausgezeichnet worden: „Dies ist ein Unternehmenspreis und zugleich Zeugnis für gelebtes Tierwohl in der Landwirtschaft“, hielt Karsten Schmal als Vorstandsvorsitzender der Landesvereinigung fest. Es gehe um ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit.

Der Siegerbetrieb überzeugte die Jury durch große Freiräume für die Kühe und den Stoffkreislauf durch Verwertung von Gülle und Futterresten in der eigenen Biogasanlage. Reinhard Bürger-Grebe zeigte bei der Hofbesichtigung die Boxen der rund 400 Kühe: Er erklärte etwa, das frisch abgekalbte Kühe dreimal am Tag gemolken werden, damit volle Euter sie nicht belasten. Auch ins Klima wurde investiert: „Wenn es richtig heiß ist, befindet sich im Stall der beste Arbeitsplatz im ganzen Betrieb: Da ist immer gute Luft.“ Er betonte derweil , dass das einzige, was das Potenzial der Biogasanlage einschränke, behördliche Auflagen seien.

Familie und Mitarbeiter des Betriebs Bürger-Grebe freuen sich über den gewonnenen Kallspreis.
Familie und Mitarbeiter des Betriebs Bürger-Grebe freuen sich über den gewonnenen Kallspreis. © Wilhelm Figge

Knapp geschlagen gab sich Familie Althoff aus Züschen: 140 Milchkühe werden auf ihren Hof versorgt, die Jury hob die Grundfuttergewinnung und -lagerung sowie die ausgewogene Rationsgestaltung hervor. Den dritten Platz belegt Familie Möckinghoff aus Hofgeismar, die „mit automatischem Melken und Füttern zeigt, was bereits heute möglich ist“, fasste Schmal zusammen: „Alle Sieger zeigen, wie sich Milchviehbetriebe auf die Zukunft ausrichten.“ Alle werben sie als Partner der Hessischen Milch- und Käsestraße für die Landwirtschaft. Schmal unterstrich auch: Familie und Mitarbeiter müssen vom Hof leben können. Er sei übrigens stolz, dass bei der neunten Preisverleihung zum fünften Mal ein Betrieb aus Waldeck-Frankenberg vorne liege.

Die Betriebe zeigten, dass es möglich sei, Ökologie, Ökonomie und Qualität zu vereinen, befand Landrat Jürgen von der Horst. Das müsse kommuniziert werden: „Wir müssen mehr miteinander statt übereinander reden.“ Bundestagsabgeordneter Armin Schwarz (CDU) unterstrich, wie wichtig Planungssicherheit gerade in der Landwirtschaft sei: „Investitionen sind hier über Generationen von Bedeutung.“

Mit Milchlieferanten wie Bürger-Grebe könne die Molkerei ihre Zukunft gestalten, hielt Dr. Johannes Eder von der Lactalis-Gruppe fest – auch wenn sie stürmisch werde, was trotz gerade guter Milchpreise zu erwarten sei.

Bei der Verleihung des Kallspreises an den Betrieb Bürger-Grebe wurde auch 100000-Liter-Kuh Sisi geehrt.
Bei der Verleihung des Kallspreises an den Betrieb Bürger-Grebe wurde auch 100000-Liter-Kuh Sissi geehrt. © Wilhelm Figge

Im Rahmen der Preisverleihung wurde auch 100 000-Liter-Kuh Sissi ausgezeichnet. Kürzlich kalbte sie zum achten Mal, im Jahr gibt sie durchschnittlich knapp 14 000 Kilogramm Milch. Der Betrieb Bürger-Grebe ist einer von fünf in ganz Hessen, die nun schon 20 oder mehr 100 000-Liter-Kühe hervorgebracht haben, erläuterte Jost Grünhaupt vom Landesbetrieb Landwirtschaft.

Die hessische Milchkönigin Anne I. hielt fest, dass Verbraucher und Landwirte eigentlich dasselbe wollen: Wohlbehaltene Tiere, die gesunde Lebensmittel liefern und gut behandelt werden. Nur darüber, was Tierwohl sei, herrsche Uneinigkeit – und große Betriebe würden oft als Massentierhaltung abgestempelt. Das wichtige sei: Die Kühe haben das Recht auf Gesundheit, auf natürliches Verhalten inklusive Bewegung und sozialer Kontakte sowie letztlich nicht nur auf Freiheit von Stress, sondern auch auf Freude. Alle Betriebe, die sich da Mühe geben, hätten schon gewonnen. (wf)

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