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Betrüger sind oft hartnäckig: Stadt und Polizei beraten in Korbach Senioren

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Von: Stefanie Rösner

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Jeder kann Opfer von Straftaten werden, betonte der Polizist Dirk Richter bei der Seniorenberatung. Betrüger wenden immer wieder ähnliche Maschen an und sind darin trotz vieler Warnungen zu oft erfolgreich. polizei-beratung.de
Jeder kann Opfer von Straftaten werden, betonte der Polizist Dirk Richter bei der Seniorenberatung. Betrüger wenden immer wieder ähnliche Maschen an und sind darin trotz vieler Warnungen zu oft erfolgreich. polizei-beratung.de © polizei-beratung.de

Man muss nicht alt sein, um Opfer von Straftaten zu werden. Und nur weil jemand im Seniorenalter ist, heißt das nicht, dass er oder sie auf alles hereinfällt. Das stellte der Kriminalhauptkommissar Dirk Richter bei einer Sicherheitsberatung im Bürger-Café im Bürgerhaus Korbach klar.

„Senioren sind nicht die, die am häufigsten Opfer von Straftaten werden“, erklärte der Beamte der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg. „Es gibt aber bestimmte Straftaten, bei denen nur Senioren die Opfer sind“, warnte er. „Das sind oft Betrugsmaschen an der Haustür, per Telefon und im Supermarkt – manchmal mit bitteren finanziellen Folgen.“

Anlässlich des Tags der Zivilcourage wollten Dirk Richter und Andrea Franke (Präventionsrat der Stadt und Sicherheitsberaterin für Senioren) ältere Menschen für gängige Tricks von Betrügern sensibilisieren. Neben einer Schulung für Zivilcourage gab es einen lockeren Austausch über Betrugsmaschen und darüber, wie Betroffene reagieren sollten. Die Besucherinnen des Bürger-Cafés berichteten rege von eigenen Erfahrungen, bei denen andere versucht hatten, sie zu täuschen.

Häufig würden Senioren beim Einkaufen in Supermärkten bestohlen. Die Masche ist nicht neu, und immer wieder werde davor gewarnt. Doch die Diebe seien oft geschult und geschickt, und so gelinge es ihnen auch hier im Landkreis immer wieder, Portemonnaies aus dem Einkaufswagen zu stehlen.

Andrea Franke, Sicherheitsberaterin bei der Stadt Korbach
Andrea Franke Sicherheitsberaterin © PR

Ein Kurzfilm sollte den Seniorinnen zeigen, was zu antworten ist, wenn unbekannte Anrufer fragwürdige Dinge fordern. „Oma Berta“ antwortet stets resolut auf den angeblichen Enkel, den falschen Polizisten und andere, die an ihr Geld wollen. „Hallo Oma, rate mal, wer dran ist“, heißt es vom anderen Ende der Leitung. Darauf Oma Berta: „Ich rate gar nix“, und legt auf. In einem anderen Fall soll sie ihre Ersparnisse aushändigen und legt stattdessen sofort auf. Als es um ein vermeintliches Gewinnspiel geht, sagt sie forsch: „Von wegen Geld. Da läuft gar nichts.“

„Die meisten sagen, sie würden nicht darauf reinfallen“, erzählte Dirk Richter. „Hartnäckige Anrufer sind aber so geschult, dass sie einen so verunsichern, bis man es glaubt.“ Manche Trick-Telefonate dauerten so bis zu ein oder zwei Stunden – bis die Betrüger ihre Opfer um den Finger gewickelt hätten.

Dirk Richter, Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg
Dirk Richter © PR

Senioren sind nicht dumm, sagte Richter. Sie hätten Fingerspitzengefühl und Lebenserfahrung. „Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl“, riet er den Café-Besucherinnen. Wer spüre, dass da etwas nicht stimmt, sollte gleich auflegen, sich an die Polizei oder je nach Fall an die Verbraucherberatung wenden.

Eine aktuelle Masche sei es, dass jemand vorgaukelt, Mitarbeiter des Amtsgerichtes zu sein und erklärt, das Konto des Angerufenen sei überzogen worden. Dieser müsse sofort zahlen. Erst vor wenigen Tagen sei eine ältere Frau aus dem Landkreis darauf eingegangen und habe auf diese Weise 500 Euro verloren.

Die Anwesenden berichteten von Fällen, bei denen sie von Fremden angerufen wurden, die Englisch sprachen und Zugriff auf den Computer haben wollten oder Daten der Kreditkarte forderten. Oder von Unbekannten, die einfach ein Bild aufs Handy sandten. Wer nein sage und auflege, weil sein Bauchgefühl sagt, dass etwas nicht stimmt, der mache alles richtig, betonte Dirk Richter.

Die Polizei Waldeck-Frankenberg sucht weitere Menschen, die sich ehrenamtlich als Sicherheitsberater für Senioren engagieren wollen. Tel.: 05631/971-0.

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