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CDU will Gelbe Tonne statt Gelben Sack für Korbach

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Von: Lutz Benseler

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Gehören die Gelben Tonnen ab 2024 zum Korbacher Stadtbild? Die CDU hat in einem Antrag gefordert, sich von den Gelben Säcken zu verabschieden. Darüber entschieden wird im Dezember.
Gehören die Gelben Tonnen ab 2024 zum Korbacher Stadtbild? Die CDU hat in einem Antrag gefordert, sich von den Gelben Säcken zu verabschieden. Darüber entschieden wird im Dezember. © Andreas Fischer

Gelbe Tonne statt Gelber Sack? Die Korbacher Stadtverordneten diskutieren über eine Umstellung. Die CDU-Fraktion hat einen entsprechenden Antrag gestellt, verschiebt ihn aber jetzt in die Dezember-Sitzung. Bis dahin soll die Stadt weitere Informationen vom Entsorger Lobbe einholen.

Korbach – Bad Arolsen und Volkmarsen haben sie schon, in Diemelsee wird sie 2024 eingeführt: Immer mehr Kommunen im Landkreis entscheiden sich für die Gelbe Tonne als Alternative zum Gelben Sack. Auch die Korbacher Stadtverordneten diskutieren über eine Umstellung. Den Christdemokraten ging es insbesondere um die Müllmenge, die durch die dünnen Kunststoffsäcke an sich entsteht. Bei zwei Rollen pro Einwohner würden allein in Korbach im Jahr 8,5 Tonnen anfallen, rechnete Heinz Langerzik (CDU) hoch. Es handele sich deshalb um einen Antrag in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Ein Systemwechsel wäre laut Stadt zum 1. Januar 2024 möglich, bräuchte aber einen Vorlauf von einem Jahr. Die Stadtverordneten müssten also bis zum Jahresende entschieden haben, ob die Gelbe Tonne kommt oder der Gelbe Sack bleibt.

Die Gründe, die aus Sicht der Stadt gegen die Gelbe Tonne sprechen: Insbesondere in der Altstadt sei es zu eng für eine weitere Tonne, erklärte Fachbereichsleiter Andreas Sinsch. Im Außenbereich der Fußgängerzone dürften zudem keine Tonnen aufgestellt werden. In Containern an Mehrfamilienhäusern sei außerdem mit erheblichen Fehlwurf zu rechnen. „Die Gelben Säcke garantieren eine höhere Sortierqualität und haben keine Mengenbegrenzung“, so Sinsch weiter. Der Entsorger Lobbe biete darüber hinaus bereits jetzt 240-Liter-Mülltonnen zur Miete an, die quasi als Aufbewahrungsbehälter für die Gelben Säcke genutzt werden könnten.

Achim van der Horst (SPD) fand die Idee der Umstellung grundsätzlich nicht schlecht, aber für einen Mehrpersonenhaushalt sei eine Tonne zu wenig. Den hohen Platzbedarf der Tonne sah Jörg Bangert (Freie Wähler) kritisch. Das begrenzte Volumen der Tonne fördere möglicherweise das Engagement der Bürger bei der Müllvermeidung, so Dr. Peter Koswig (Grüne): „Das Einwegsystem sollte nicht weiter gefördert werden.“

Als Kompromiss schlug Heinz Langerzik vor, bei einer Umstellung Gelbe Säcke in Altstadt und Fußgängerzone weiter zuzulassen: „Gelbe Tonne nur da, wo es die örtliche Situation zulässt, ansonsten gibt es den Gelben Sack.“ Ähnlich werde bereits in der Marburger Oberstadt verfahren.

Unklar ist, ob ein solches gemischtes System in Korbach möglich ist. Die Stadt will weitere Informationen beim Entsorger Lobbe einholen. Das Thema kommt im Dezember erneut auf die Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung.

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