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Continental stärkt Produktion in Korbach: Schlauchgeschäft wird angekurbelt

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Von: Philipp Daum

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Continental in Korbach wird eines von drei Kompetenzschwerpunktzentren für die Fertigung von Schlauchleitungsanwendungen in der Pkw- und Nutzfahrzeugbranche.
Continental in Korbach wird eines von drei Kompetenzschwerpunktzentren für die Fertigung von Schlauchleitungsanwendungen in der Pkw- und Nutzfahrzeugbranche. © Lutz Benseler

Der Continental-Standort in Korbach wird weiter gestärkt. Das teilte der Konzern aus Hannover am Freitag (24. Juni) mit.

Korbach – Nach den geplanten Investitionen von 4,5 Millionen Euro für den Bereich „Industrieschläuche“ will der Reifenhersteller Continental AG auch das Geschäftsfeld für automobile Schläuche (MFS) für den künftigen Wettbewerb ausbauen. Bis 2025 wird das Reifenwerk in der Kreisstadt zu einem von drei Kompetenzschwerpunkt-Standorten für die Fertigung von Schlauchleitungsanwendungen in der Automobil- und Nutzfahrzeugbranche entwickelt.

Neben Korbach sollen nach Informationen der Waldeckischen Landeszeitung auch die Conti-Standorte in Waltershausen und Oedelsheim gestärkt werden. „Wir werden mittelfristig weitere Stellen in Korbach im MFS-Bereich aufbauen“, sagt Lothar Salokat, Leiter des Conti-Werks in Korbach, der WLZ. „Wir haben in den kommenden Jahren eine große Aufgabe vor uns. Wir werden festlegen, welche zusätzlichen Maschinen und Kapazitäten wir benötigen, um die geplante Neuausrichtung des Gesamtkonzerns im Geschäftsfeld Mobile Fluid Systems umzusetzen. Die Veränderungen in diesem Segment sind nötig“, sagt Salokat.

Korbach: Continental muss sich wegen Trend hin zu E-Autos neu aufstellen

Er weist in diesem Zusammenhang auf die Transformation weg vom Verbrennungsmotor hin zu mehr Elektromobilität hin. „Es wird in den nächsten Jahren eine deutliche Zunahme an Elektrofahrzeugen im Markt geben. Dass sich auch Continental entsprechend neu aufstellen muss, ist klar. Die Aktivitäten in diesem Bereich werden nun unter anderem in Korbach gebündelt“, sagt der Werkleiter. Die Bündelung der Produktion des Schlauchgeschäfts Mobile Fluid Systems (MFS) in Korbach, Waltershausen und Oedelsheim hat allerdings Auswirkungen auf die übrigen Schlauchstandorte der Continental AG.

In Northeim liegt nach Unternehmensangaben künftig der Fokus auf der Fertigung von Transportbändern sowie der Schwingungstechnik und der Drucktechnologien. Allerdings sehen die Planungen auch vor, dass die Fertigung von Automobilschläuchen in Northeim wegen des Technologiewandels in der Automobilindustrie bis Ende 2024 auslaufen soll. „Bis dahin sind voraussichtlich mehr als 300 Stellen von den Veränderungen betroffen“, teilte die Continental AG gestern mit.

Korbach: Continental-Standort wird gestärkt, andere Zweige dafür geschlossen - 300 Stellen betroffen

In Oedelsheim und Hannoversch Münden gibt es aktuell noch einen Standortverbund. Dieser soll in Oedelsheim zusammengeführt werden. „Insgesamt sind an den Standorten aktuell rund 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Den verbleibenden Standort baut Continental so aus, dass ein signifikanter Teil der Arbeitsplätze aus Hannoversch Münden transferiert werden kann“, schreibt Continental. Während der Standort Oedelsheim durch den Fokus auf Silikonfertigung und Ladeluftschläuche gestärkt werde und wachse, seien von der Schließung der Produktion in Hannoversch Münden von 560 voraussichtlich etwa 300 bis 350 Stellen betroffen.

In Waltershausen wird das Werk zwar mit weiteren Kompetenzen ausgestattet – ganz ohne Umstrukturierungen geht dies aber nicht. Dort findet eine Verlagerung der Klimaschlauchleitungsproduktion statt. Dies betrifft bis Ende 2025 voraussichtlich bis zu 190 Arbeitsplätze.

Das Logo des Reifenherstellers Continental ist auf einem Reifen eines Neuwagens zu sehen.
Der Automobilzulieferer Continental will künftig seine Reifenproduktion in Korbach verstärken – und sichert damit vielen Mitarbeitern ihre Arbeitsplätze. © Silas Stein/Imago Images

Continental: Standortwechsel nach Korbach wegen Neuausrichtung für viele Mitarbeiter möglich

Insgesamt sind von der Neuausrichtung der Continental AG im MFS-Bereich nach Unternehmensangaben bis zu 870 Stellen betroffen – keine davon in Korbach. „Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an diesen Standorten strebt Continental an, gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung individuelle Lösungen auf dem internen und externen Arbeitsmarkt zu finden.

Dabei achtet Continental intern sehr bewusst darauf, möglichst vielen betroffenen Beschäftigten einen Wechsel auch in andere Unternehmensbereiche zu ermöglichen“, teilte Continental mit. Laut Lothar Salokat könnte dies auch bedeuten, dass Beschäftigte aus anderen Standorten nach Korbach wechseln. (Philipp Daum)

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