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Der Waldeckische Landeskalender 2023 erscheint am Montag im Handel

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Der neue Waldeckische Landeskalender für 2023 erscheint am Montag im Handel.  Die WLZ-Auszubildende Clarissa Stracke präsentiert die neue Ausgabe. Sie sitzt auf dem blauen Sofa im Foyer des Verlagsgebäudes.
Der neue Waldeckische Landeskalender für 2023 erscheint am Montag im Handel. Die WLZ-Auszubildende Clarissa Stracke präsentiert die neue Ausgabe. © Karl Schilling

Der neue Waldeckische Landeskalender für 2023 erscheint am Montag im Handel. Es ist bereits die 296. Ausgabe des reich bebilderten Jahrbuches aus dem Verlag Wilhelm Bing.

Korbach – Heute kommen Haushaltshelfer oder Raumpflegerinnen bei Bedarf stundenweise ins Haus – vor 150 Jahren war es für bürgerliche Familien noch eine Statusfrage, Dienstboten in ihrem Haushalt zu beschäftigen. Mit ihrem Schicksal befasst sich der neue Waldeckische Landeskalender im ersten großen Beitrag.

Die Fürsten zu Waldeck und Pyrmont hatten für ihr Residenzschloss in Arolsen einige Bedienstete, die in der Hofordnung in einer strengen Hierarchie eingestuft waren. Da wollten die wohlhabenderen Residenzstädter ebenso ihre Angestellten vorweisen. Zu tun gab es für die Dienstboten genug, denn viele Hausarbeiten mussten vor der Erfindung von Wasch- und Spülmaschinen oder Staubsaugern noch per Hand erledigt werden.

Das Arolser „Verzeichniß“

1876 ließ der Arolser Bürgermeister alle Bediensteten der bürgerlichen Haushalte in der Residenzstadt in einer Liste erfassen. Der aus Mengeringhausen stammende Prof. Martin Kipp hat dieses „Verzeichniß der Arolser Dienstboten“ ausgewertet und sich auf die Spur der dort Genannten begeben, er wurde in Ortssippenbüchern fündig. Er gibt auch Einblicke in Sozialstrukturen: Die Dienstboten kamen oft aus kinderreichen Handwerksfamilien aus der Umgebung Arolsens.

Fürs Titelbild des Landeskalenders setzten Mitglieder des Mengeringhäuser Statt-Theaters eine Kaffeetafel in einem bürgerlich-herrschaftlichen Haus in Szene: Kristin Künstel und ihre Schwester Katalina stellen die fleißigen Hausmädchen dar, auf dem Sofa nahmen Anette Rose als Dame des Hauses und Dr. Norbert Wirtz als Hausherr Platz – schnell waren die begeisterten Schauspieler in ihre Rollen vertieft.

Mitglieder des Mengeringhäuser Statt-Theaters setzten fürs Titelbild des neuen Waldeckischen Landeskalenders 2023 eine Kaffeetafel in einem bürgerlich-herrschaftlichen Haus in Szene. Von links: Kristin Künstel, Anette Rose, Dr. Norbert Wirtz und Katalina Künstel.
Mitglieder des Mengeringhäuser Statt-Theaters setzten fürs Titelbild des neuen Waldeckischen Landeskalenders 2023 eine Kaffeetafel in einem bürgerlich-herrschaftlichen Haus in Szene. Von links: Kristin Künstel, Anette Rose, Dr. Norbert Wirtz und Katalina Künstel. © Karl Schilling

Für ein stilechtes Ambiente sorgte Gertrud Tschierschky: Sie stellte ihr Wohnzimmer zur Verfügung und sorgte sogar für frisch gebackenen Kuchen. Sie bewohnt das Haus ihres Großvaters August Koch – der Pfarrer und Heimatdichter ist als Schöpfer des „Waldecker Liedes“ bekannt.

Ein Blick auf die weiteren Beiträge:

Der „Land Vogt ahn der Edder“

Als Landvogt in Frankenberg bemühte sich Johann von Bodenhausen, das alte Zisterzienser-Kloster an der Eder für seine Zwecke standesgemäß herzurichten. Er hatte um 1600 viele Funktionen im Dienste der hessischen Landgrafen. Er war Erzieher und Diplomat am Hof in Kassel, Landvogt in Frankenberg und Marburg und Schlossbesitzer in Amönau. Prof. Gerhard Aumüller beschreibt das ungewöhnliche Leben des Adeligen.

„Aachhörner“ bis Weidenpfeifen

Ob „Aachhörner“, „Hummen“, Karfreitagsklappern, Gänsehalsrasseln oder Weidenpfeifen: Der aus Wirmighausen stammende Musikwissenschaftler Prof. Friedhelm Brusniak hat sich in Waldeck auf Spurensuche begeben: Er erforscht alte Musikinstrumente und bei Bräuchen genutzte besondere Klanggeräte. Manche dieser Instrumente sind bis heute zu hören, andere sind vergessen im Museum gelandet. Andere wie die Hummen erleben gerade eine Wiedergeburt. Vielen dürften bei der Lektüre Kindheitserinnerungen hochkommen.

Hutewälder der Region Edersee-Kellerwald

Die Hutewälder mit ihren knorrigen Bäumen bieten für Besucher der Region Edersee-Kellerwald ein besonderes Naturerlebnis. Sie waren für die Bauern früher unverzichtbar, um ihre Tiere zu ernähren. Dr. Heinrich Berthold zeichnet ihre Geschichte nach.

Verlockende Heide in Waldeck-Frankenberg

In Waldeck-Frankenberg gibt es noch einige Heideflächen, die gerade zur Blütezeit im August viele Naturfreunde anziehen. Der bekannte Biologe und Naturfotograf Gerhard Kalden beschreibt die Heide in Wort und Bild.

Der Kreis der Twiste um 1868


1868 übernahm das Königreich Preußen die Verwaltung der Fürstentümer Waldeck und Pyrmont. Auch der Chef des Kreises der Twiste, Otto von Klewitz, musste dem neuen Landesdirektor in Arolsen Verwaltungsberichte abliefern: Armin Sieburg hat sie ausgewertet und dabei spannende Angaben über Land und Leute entdeckt.

Die Diemeltalsperre wird 100 Jahre alt

Die „große Schwester“ in Südwaldeck war bereits im August 1914 fertig, der Bau der Diemeltalsperre dauerte wegen des Ersten Weltkrieges länger: Erst im Herbst 1923 waren die Arbeiten endlich abgeschlossen, der See wurde im Herbst erstmals angestaut. In der Urlauber-Gemeinde Diemelsee steht deshalb ein Jubiläum an.

Die „Zeitenwende“ in der Chronik

Kanzler Olaf Scholz spricht von einer „Zeitenwende“: Russlands Krieg gegen die Ukraine ändert die Weltordnung und sorgt für soziale und wirtschaftliche Verwerfungen – er wirkt sich auch auf das Leben in Waldeck aus. Das beschreibt die Chronik „von Jahr zu Jahr“, sie erinnert wieder an die wichtigsten Ereignisse in der Welt und besonders in Waldeck.

Aktualisiert ist das Kalendarium, neu geordnet und übersichtlicher präsentiert sich das Verzeichnis der Behörden, Organisationen und aller Gemeinden im Kreis – für viele ein unverzichtbares Nachschlagewerk.

208 Seiten dick und reich bebildert

.Das 208 Seiten umfassende und reich bebilderte Jahrbuch kostet 8,90 Euro. Es ist im Buchhandel, in der WLZ-Geschäftsstelle in Korbach, in den Partneragenturen der WLZ und bei den Zeitungszustellern der WLZ zu haben. 

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