Spezieller Unterricht: Deutschkurse helfen ausländischen Ärzten

Waldeck-Frankenberg. Um die steigende Zahl der Behandlungsfälle abzudecken, stellen die Krankenhäuser im Landkreis Waldeck-Frankenberg auch Ärzte ein, die aus dem Ausland stammen. Spezielle Sprachkurse sollen die Kommunikation mit Kollegen und Patienten verbessern.

Der Hintergrund: Laut Statistischem Landesamt wurden in den Krankenhäusern im Kreis im Jahr 2013 rund 46 600 Fälle behandelt, das waren 7200 mehr als noch im Jahr 2008. Dazu beschäftigten die Krankenhäuser im Jahr 2013 insgesamt 348 Ärzte (2008: 241 Ärzte), darunter auch Ärzte aus dem ausländischen Sprachraum. „In Einstiegssituationen hat es sich bewahrheitet, dass es sinnvoll ist, für sie Sprachkurse anzubieten“, so Marlies Reinhardt, Personalchefin des Korbacher Krankenhauses. Dadurch wolle man die Kommunikation mit Patienten verbessern. Das seien aber keine Anfängerkurse. Denn Ärzte, die in Hessen arbeiten wollen, müssten fortgeschrittene Deutsch-Kenntnisse nachweisen.

„Aber die Fachsprache muss erlernt werden“, erklärt Dr. Arved-Winfried Schneider, Chefarzt der Medizinischen Klinik in Korbach. Nuancen seien bei Gesprächen mit Patienten wichtig. Das sieht auch Mirela-Alina Moraru so, die aus Rumänien stammt und seit zehn Monaten Ärztin im Korbacher Krankenhaus ist. „Ich will in Gesprächen die Patienten bestmöglich aufklären. Im Kurs spielen wir das durch“, sagt sie. „Im Gespräch habe ich nur wenig Zeit zum Überlegen“, ergänzt Kollege Martin Surda. Durch den Sprachkurs habe er Routinen entwickeln können.

Auch an der Asklepios-Klinik in Bad Wildungen gebe es vereinzelt Bedarf für Deutsch-Kurse für Ärzte, sagt Geschäftsführer Dr. Dirk Fellermann. In Frankenberg seien generell nur Ärzte angestellt, die Deutsch sprechen können, teilt das dortige Kreiskrankenhaus mit. In Ausnahmefällen würden Sprachkurse finanziert.

Von Frank Brauner

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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