Amtsgericht verurteilte Mann zu über zwei Jahren Gefängnis

Diebstähle für Drogenkauf: 40-Jähriger muss in Haft

Korbach. Gleich wegen mehrer Vergehen musste sich ein 40-jähriger Mann gestern vor dem Amtsgericht Korbach verantworten.

Der Angeklagte stand wegen versuchten Diebstahls mit Waffen und wegen besonders schweren Diebstahls in acht Fällen vor Gericht. Nun wurde er zu einer Gesamt-Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt.

Bei seinen Beutezügen stahl der Mann, der seit Jahren drogenabhängig ist, immer wieder Portemonnaies, Handys, und Bargeld. Um an Wertsachen zu kommen, warf er in einem Fall auch eine Autoscheibe ein und beschädigte den Wagen dadurch erheblich. Die Staatsanwaltschaft sah in dem Vorgehen „eine Masche des Angeklagten.“ Der zeigt sich zwar nicht reuig, räumte aber vor Gericht alle Taten ein. „Es war einfach kein Geld da. Ich habe auch meine Bewährungshelferin um Geld gebeten, aber nichts bekommen. Da habe ich keinen anderen Weg gesehen“, sagte der Mann, der bereits mehrfach vorbestraft ist. In seinen Akten finden sich Delikte wie Einbruch, Computerbetrug, Körperverletzung und unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln.

Mehrere Therapien und Entziehungskuren während seiner Zeit im Gefängnis konnten den Familienvater nicht vom Drogenmissbrauch abbringen.

Die Taten schätzte Richter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling demnach als „gewerbsmäßige Fälle“ ein. „Hier lag ein deutlicher Suchtdruck vor, der den Angeklagten so handeln ließ,“ sagte Kalhöfer-Köchling. „Ich habe versucht, die Drogen zu finanzieren, ohne meine Familie zu belasten“, versuchte der Angeklagte seine Taten zu rechtfertigen.

Alleine im Zeitraum eines Jahres war er mehrfach unter anderem in Korbach in der „Kleinen Hauerhalle“ auf Diebestour. Er durchsuchte in der Umkleidekabine abgelegte Kleidung und entwendete dort und an anderen Orten insgesamt sechs Portemonnaies, fünf Handys, 900 Euro Bargeld, eine Armbanduhr und ein Fahrrad. „In diesem Fall müssen deutliche Sanktionen her. Bei den zahlreichen Vorstrafen des Angeklagten kann es nicht mit einer Bewährungsstrafe getan sein“, sagte die Staatsanwaltschaft.

Der Verteidiger des geständigen Diebes plädierte stattdessen dafür „Gnade vor Recht“ ergehen zu lassen und gegen seinen Mandanten ein mildes Urteil zu verhängen.

Richter Kalhöfer-Köchling verurteilte den Angeklagten zu einer Gesamt-Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten und folgte damit der Forderung der Staatsanwaltschaft. „Hier sind Freiheitsstrafen erforderlich, um auf den Angeklagten einzuwirken. Geldstrafen würden ihn nicht nachhaltig beeindrucken“, begründete Kalhöfer-Köchling das Urteil.

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.