1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck
  4. Korbach

Durchatmen mit Yoga: Korbacher Christian Mütze hat Wirkung auf Covid-Patienten untersucht

Erstellt:

Von: Lutz Benseler

Kommentare

Hat in seiner Bachelor-Arbeit die Auswirkungen von Yoga-Atemübungen auf Long- und Post-Covid-Patienten untersucht: Christian Mütze aus Korbach.
Hat in seiner Bachelor-Arbeit die Auswirkungen von Yoga-Atemübungen auf Long- und Post-Covid-Patienten untersucht: Christian Mütze aus Korbach. © pr

Können Yoga-Atemübungen Patienten helfen, die an Long-Covid leiden? Der Korbacher Christian Mütze hat das in seiner Bachelor-Arbeit untersucht. Das Ergebnis: Es gibt deutliche Anhaltspunkte dafür, dass die Übungen die subjektiv empfundene Lebensqualität verbessern, die Betroffenen fühlen sich deutlich fitter und belastbarer.

Korbach – Kurzatmigkeit, Atemnot, geringe physische Belastbarkeit: Viele Menschen haben längerfristig mit den Nachwehen einer Covid-19-Infektion zu kämpfen. Experten fassen die vielfältigen Beschwerden unter dem Sammelbegriff Long-Covid oder Post-Covid zusammen. Der ausgebildete Yogalehrer Christian Mütze wollte in seiner Bachelorarbeit herausfinden, ob spezielle yogische Atemübungen den Betroffenen helfen können. Wissenschaftliche Arbeiten gab es dazu bisher noch nicht.

„Die Studie sollte prüfen, ob die Übungen die Lungenfunktionsparameter verbessern und dadurch gegebenenfalls auch die physische Belastbarkeit und die Lebensqualität der Long-Covid-Patienten“, erklärt Mütze, der sich zur Zeit für ein halbes Jahr in Indien befindet. 14 Probanden haben über vier Wochen täglich zu Hause Übungen absolviert und Fragebögen ausgefüllt. Zu Beginn und zum Ende der vier Wochen hat Mütze bei den Probanden außerdem einen kleinen Lungenfunktionstest (Spirometrie) mit einem mobilen Gerät vorgenommen.

„Die subjektiven Parameter haben sich alle signifikant mit einer hohen Effektstärke verbessert“, erklärt Mütze. Sprich: Die Probanden haben sich nach vier Wochen gesünder und körperlich belastbarer gefühlt und empfanden ihre Lebensqualität als gesteigert. „Es ist besonders aufgefallen, dass Atemübungen vermutlich bis etwa 80 Tage nach der Infektion am effektivsten sind“, so Mütze.

Zwar hat seine Studie auch Hinweise darauf ergeben, dass sich die Yoga-Übungen möglicherweise positiv auf die Lungenfunktion auswirken. Doch für klinisch aussagekräftige Ergebnisse müssten größere randomisiert-kontrollierte Studien folgen, stellt Mütze fest.

Ziel der Arbeit war, Anhaltspunkte zu finden, ob es sich lohnt, mit weiteren größer angelegten Studien genauer hinzuschauen. Das ist Mütze gelungen. Die wissenschaftliche Pionierarbeit war beachtlich, fanden jedenfalls die Prüfer: Für die „sehr selbstständige Durchführung der Studie mit hoher Aktualität und Relevanz“ und die statistischen Analysen haben sie die Arbeit mit der Note 1,0 bewertet.

Auch auf seine Arbeit als Yogalehrer soll die Studie Auswirkung haben: So plant er einen Online-Kurs „Yoga & Atemübungen nach COVID-19“. Die Bachelorarbeit ist frei auf seiner Internetseite zu lesen.

Auch interessant

Kommentare