Aus acht Meter hohen Steinstelen

Ein Ort der Seelenruhe: Förderverein will Kapelle in Hillershausen bauen

Ein Modell der geplanten Kapelle in Hillershausen: Sieben bis acht Meter hohe Stelen mit Sitzmulden sollen in Form des christlichen Fisch-Symbols aufgestellt werden.
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Ein Modell der geplanten Kapelle in Hillershausen: Sieben bis acht Meter hohe Stelen mit Sitzmulden sollen in Form des christlichen Fisch-Symbols aufgestellt werden.

Weithin sichtbare Landmarke und spiritueller Ort, um zur Ruhe zu kommen: Ein Förderverein in Hillershausen plant den Bau einer Kapelle am Ortsrand.

Korbach-Hillershausen – Ein bisschen erinnert der Entwurf an den Steinkreis von Stonehenge: Etwa sieben bis acht Meter hohe Steinstelen sind in der Form des christlichen Fisch-Symbols gruppiert. Als Landmarken sollen sie schon von weitem sichtbar sein. „Die Räume zwischen den einzelnen Stelen sollen unverschlossen bleiben, um so den Blick aus dem Inneren in die Umgebung zu ermöglichen, während gleichzeitig die Sonnenstrahlen und das Tageslicht durch diese Zwischenräume für interessante Lichtreflexionen im Inneren sorgen“, erklärt Architekt Christoph Hesse den Entwurf. In die Stelen eingearbeitete hölzerne Sitznischen sollen zum Verweilen einladen. Die Kapelle wird überdacht sein und nachts von innen beleuchtet. „Sie kann auch für Veranstaltungen genutzt werden, zum Beispiel für eine standesamtliche Hochzeit“, sagt Hesse.

Das Konzept greift die Tradition der Votivkapellen auf: Sie werden als Zeichen des Dankes für die Rettung aus einer Notlage oder mit der Bitte um Erfüllung eines bestimmten Wunsches gestiftet. Das Hillershäuser Bauwerk soll allerdings als überkonfessioneller, spiritueller Ort allen Besuchern ermöglichen, zur Ruhe zu kommen und Kraft zu schöpfen. „Sie soll ein Ort für Dankbarkeit und Seelenruhe sein“, sagt Kilian Emde vom neu gegründeten Förderverein, der das Projekt vorantreibt.

Auch touristische Aspekte werden aufgegriffen: Die Kapelle könnte ein Anziehungspunkt werden für Wanderer, Radfahrer, Spaziergänger, Touristen und natürlich die Hillershäuser selbst. Die Lage ist günstig am Zubringer zum Premium-Wanderweg „Sauerland-Höhenflug“, auf der Grenze zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen.

Der Verein rechnet mit Kosten von 220.000 Euro. Aus dem LEADER-Programm der Europäischen Union erwarten die Hillershäuser 120.000 Euro, die Stadt Korbach will einen Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro geben. Eine entsprechende Änderung des Haushaltsplans für 2022 sollen die Stadtverordneten am Freitag beschließen. Bleibt ein Rest von 90.000 Euro, den der Verein aus Spenden und weiteren Zuschüssen finanzieren will. Ein Grundstock von 30.000 Euro sei dabei bereits vorhanden, sagt Emde. Der Verein trägt auch die Folgekosten für Unterhaltung und Bewirtschaftung der Kapelle. Ein entsprechender Vertrag soll mit der Stadt Korbach geschlossen werden. Die Hillershäuser wollen sich tatkräftig in das Projekt einbringen, trotzdem seien weitere Spenden willkommen, so Emde.

Eine geplante Informationsveranstaltung des Fördervereins für die Hillershäuser musste wegen der Corona-Pandemie ausfallen und soll im Frühjahr nachgeholt werden.

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