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Ein Streifzug durch das winterliche Korbach

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Der Kump an der Kilianskirche: Er diente zur Löschwasserversorgung im wasserarmen Korbach.
Der Kump an der Kilianskirche: Er diente zur Löschwasserversorgung im wasserarmen Korbach. © Rieke Schmidt

Sonnenstrahlen und Minustemperaturen? Dies schienen mir, Praktikantin bei der Waldeckischen Landeszeitung, die besten Voraussetzungen für einen Spaziergang durch die Korbacher Altstadt.

Und eins durfte dabei nicht vergessen werden – die Kamera. Ich machte mich also bepackt mit dickem Schal und einem offenen Auge für Fotomotiven auf den Weg durch die Hansestadt.

Meine erste Station war der Kump an der Kilianskirche. Er ist einer von vier Kümpen die in Korbach noch zu finden sind und diente den Bewohnern damals als Sammelstelle für Löschwasser. Lange hölzerne Rohre von Lengefeld bis in die Kreisstadt versorgten die Korbacher mit Wasser, das durch den fehlenden Fluss dringend benötigt wurde. Denn die leicht entzündbaren Fachwerkhäuser reihten sich eng nebeneinander auf und erhöhten die Gefahr eines Brandes. Vor einem der Kümpe ist dieser Schnappschuss entstanden. Im Hintergrund ziert der Antiquitätenladen das Bild.

Weiter ging es für mich zu einem Gebäude, was einem durch seine auffällige Vorderfront ins Auge sticht: das Spukhaus. Das Spukhaus in der Korbacher Altstadt diente in seiner Bauzeit um 1300 als feuersicheres Lagerhaus für Kaufleute. Nun stellt sich die Frage, warum das ehemalige Lager als Spukhaus bezeichnet wird? Der Name geht auf eine alte Sage zurück, in der ein kleines schwarzes Schwein die Hauptrolle spielt.

Kaum zu übersehen: Die außergewöhnliche Vorderfront des Korbacher Spukhauses.
Kaum zu übersehen: Die außergewöhnliche Vorderfront des Korbacher Spukhauses. © Rieke Schmidt

In dem Haus lebte einst eine bösartige und garstige Frau, die ihre Mitmenschen schlecht behandelte, ihren Bediensteten nichts zu essen gab und arme Menschen verabscheute. Nach einiger Zeit starb die Frau allerdings an einer Krankheit und ihr Neffe bekam das Haus. Nach ihrem Tod tauchte plötzlich ein schwarzes Schwein im Hof auf. Der Magd gelang es auch nach vielen Bemühungen nicht, den Eindringling zu verjagen. Dieser sagte zur Magd, sie solle es berühren, damit es erlöst wird, doch die Magd hielt aus Angst nur ihren Schürzenzipfel hin. Der wurde daraufhin schwarz und die Magd erkannte, dass das unheimliche Tier nur Chaos und Böses ins Haus bringt. Hilfe kam durch den Abt des Klosters Corvey, der den Unruhestifter in einen schweren Schrank lockte und einschloss. Das Haus galt nun vom Bösen befreit und das Korbacher Spukhaus war geboren.

Nach meinem historischen Spaziergang durch die spannenden Kulissen der Stadt sollte eine kleine Pause im Stadtpark eingelegt werden. Doch einen Sitzplatz zu finden war durch die Minustemperaturen und bei vereisten Bänken gar nicht so einfach. Einen Vorteil haben die Kristalle der Natur dann doch: Sie bieten eine winterliche Fotokulisse.

Von Rieke Schmidt

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