Berndorfer beobachtet gefährliche Szene

Erneut Kind aus Teich im Korbacher Stadtpark gerettet: Stadt will nachrüsten

Die breite Treppe am Teich im Stadtpark soll eigentlich nur zum Sitzen einladen, offenbar verführt sie auch dazu, die Wasserfläche unerlaubt zu betreten. Das verursacht gefährliche Situationen.
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Die breite Treppe am Teich im Stadtpark soll eigentlich nur zum Sitzen einladen, offenbar verführt sie auch dazu, die Wasserfläche unerlaubt zu betreten. Das verursacht gefährliche Situationen.

Erneut ist am Wochenende ein Kind aus dem Teich im Korbacher Stadtpark gerettet worden, das trotz des Betretungsverbots zu weit ins Wasser gegangen und dort ausgerutscht war. Die Stadt will jetzt kurzfristig eine technische Lösung nachrüsten.

Korbach – Der Berndorfer Rolf Jäger hatte sich am Samstagnachmittag den neuen Stadtpark angeschaut. Einige Kinder hätten sich dort mit den Füßen im Teich befunden, berichtet er: „Plötzlich war ein Kind abgetaucht und kam auch nicht mehr hoch. Meine Frau hatte dies sofort gesehen und ist schreiend ins Wasser gelaufen.“

Der Großvater des etwa drei Jahre alten Kindes sei daraufhin komplett bekleidet in den Teich gesprungen und habe es gerettet. Jäger: „Sonst wäre, und das ist definitiv nicht übertrieben, das Kind mit Sicherheit ertrunken.“ Zum Glück sei nichts Weiteres passiert.

Das grundsätzliche Problem liegt nach Ansicht des Elektromeisters und Twistetaler Kommunalpolitikers in der baulichen Ausführung des Teiches: „Von der Innenstadtseite her führt eine breite Treppe in den Teich, diese lädt förmlich dazu ein in den Teich zu gehen.“ Im Teich selbst hätten die ersten Meter eine Wassertiefe von etwa 30 Zentimeter, der Boden sei mit Teichschotter belegt. „Man kann in diesem Bereich im Prinzip mit hochgezogener Hose problemlos reingehen und die Füße kühlen. Doch dann wird der Teich tiefer und ist mit einer rutschigen Teichfolie ausgekleidet. Damit rechnet man nicht.“

Genau da liegt laut Jäger das Problem: „Wenn man einmal ins Rutschen gerät, hat mein keine Chance mehr. Für kleine Kinder, die noch nicht schwimmen können, eine tödliche Gefahr. Das wird ohne weitere Maßnahmen traurige Realität werden.“ Um die Gefahr zu beseitigen, müsse baulich nachgerüstet werden. Jäger: „Solange gehört der Teich gesperrt. Hier ist dringender Handlungsbedarf.“

Bereits Anfang Juni hatten Parkbesucher einen Jungen aus dem Wasser gezogen, der zu weit in den Teich gewatet war. Die Stadt hatte daraufhin eine neue Beschilderung mit Piktogrammen angebracht und die Kontrollen durch das Ordnungsamt ausgeweitet.

Auf Nachfrage unserer Zeitung kündigte die Stadt an, kurzfristig technische Lösung für das Problem zu finden. „Wir nehmen die Sache sehr ernst, da muss schnell nachgerüstet werde“, erklärte Ralf Buchloh, Büroleiter des Bürgermeisters. Zwar hätten die Eltern eine Aufsichtspflicht für ihr Kind, „es darf aber keinem etwas passieren“, so Buchloh. Eine provisorische Absperrung des Teichs mit Bauzäunen sei aber nicht vorgesehen: „Wir werden kurzfristig eine technische Lösung installieren.“

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