1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck
  4. Korbach

„Trotz Krisen gut aufgestellt“: Erste Betriebsversammlung seit 2019 bei Continental in Korbach

Erstellt:

Von: Lutz Benseler

Kommentare

Stellen die Ergebnisse der Betriebsversammlung vor: (von links) Norman Lueg, Dennis Winkler, Tina Wilhelm von der IG BCE, Arno Goos, Personalleiterin Johanna Decker, Michael Till, Nadine Zekovic, Björn Schöffl, Contitech-Werkleiter Torsten Dietmann, Betriebsratsvorsitzender Jörg Schönfelder und Werkleiter Lothar Salokat.
Stellen die Ergebnisse der Betriebsversammlung vor: (von links) Norman Lueg, Dennis Winkler, Tina Wilhelm von der IG BCE, Arno Goos, Personalleiterin Johanna Decker, Michael Till, Nadine Zekovic, Björn Schöffl, Contitech-Werkleiter Torsten Dietmann, Betriebsratsvorsitzender Jörg Schönfelder und Werkleiter Lothar Salokat. © Lutz Benseler

Trotz großer Herausforderungen haben Betriebsrat und Management viel Optimismus verbreitet: Erstmals seit Dezember 2019 gab es bei Continental in Korbach am Montag wieder eine Betriebsversammlung. Das Interesse war groß: Rund 500 Beschäftigte haben an der Sitzung teilgenommen.

Korbach – Corona-Pandemie, Lieferkettenprobleme, Ukraine-Krieg, Energie- und Rohstoffknappheit und ohnehin laufende Veränderungen in der Automobilindustrie: „Wir sind da als Zulieferer mittendrin“, skizzierte Jörg Schönfelder, Vorsitzender des Betriebsrats von Continental in Korbach, im Pressegespräch nach der Versammlung das wirtschaftliche und politische Umfeld.

Doch Continental sieht sich gut gerüstet, dank des 2021 angestoßenen Prozesses zur Standortperspektive. Im Wesentlichen geht es in der bis Ende 2027 laufenden Betriebsvereinbarung darum, dass es für alle Produktfelder des Korbacher Conti-Werks – angefangen bei Auto- und Motorradreifen über Industrie- und Fahrradreifen bis hin zu Schläuchen – feste Auslastungszusagen für die nächsten sechs Jahre gibt. Weitere Schwerpunkte sind die Themen Nachhaltigkeit sowie Aus- und Weiterbildung. Gleichzeitig sichert der Konzern Investitionen in den Standort zu. „Wir sind da sehr froh drüber“, sagte Schönfelder. Der Betriebsrat wolle die Mitarbeiter befragen und ihre Meinungen in den Prozess einfließen lassen.

Auch sonst zeigen sich die Korbacher selbstbewusst: Reifen- und Schlauchproduktion seien nach wie vor das „schwarze Herz“ des Konzerns und hätten einen maßgeblichen Teil am positiven Ergebnis erwirtschaftet, so Schönfelder. Sein Fazit: „Wir sind gut aufgestellt und glauben, gute Chancen zu haben, auch aus solchen Krisenszenarien gestärkt herauszugehen.“

Derzeit hat der Standort rund 3600 Beschäftigte, der Personalbedarf ist weiterhin groß. „Wir haben eine hohe Beschäftigung und das auch nach vorne gerichtet. Das ist in schwieriger Zeit nicht selbstverständlich, das sind sehr positive Signale“, sagte Werkleiter Lothar Salokat. Mit Blick auf aktuelle Krisen sagte er: „Intern tun wir alles, was wir tun können. Den Materialmangel und die Energiepreise können wir aber nur bedingt beeinflussen. Das wird zur Herausforderung für die nächste Zeit.“

„Wir sehen die Bereitschaft, agil und flexibel zu sein. Das zeichnet die Belegschaft in Korbach aus“, sagte Personalleiterin Johanna Decker. „Ob Fahrrad, Motorrad, Wasserstoff oder Wärmepumpen – bei jedem Megatrend sind wir vertreten“, spielte Contitech-Werkleiter Torsten Dietmann auf das Produktportfolio an.

Gewerkschaftssekretärin Tina Wilhelm von der IG BCE mahnte das Management am Standort bei aller Bereitschaft der Belegschaft zu Flexibilität: „Es kommt auf eine offene und transparente Kommunikation an und darauf, dass man die Mitarbeiter mitnimmt.“

Auch interessant

Kommentare