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Erste Salatkirmes nach langer Pause in Strothe gefeiert

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Karl Christian Vollbracht und Anne Brandt sind die neuen „Kirmeseltern“ in Strothe.
Karl Christian Vollbracht und Anne Brandt sind die neuen „Kirmeseltern“ in Strothe. © pr

Unter dem Motto „Erste Kirmes nach Corona!“ haben die Strother am Wochenende fröhlich und ausgelassen gefeiert. Zwei Jahre lang mussten die Kirmesburschen und -mädels auf ihr Traditionsfest verzichten. Jetzt nach Corona war die Feierlaune groß.

Korbach-Strothe – „Die meiste Arbeit und Verantwortung hat unser Kirmesvater. Er muss alle Unterschriften für die Behörden leisten, die Buden und das Festzelt organisieren und für den richtigen Ablauf sorgen“, erklärt Magdalena Wiegand, die selbst schon einmal Kirmesmutter und Salatkönigin war. „Als Kirmesmutter hat man es da leichter. Wir alle unterstützen uns gegenseitig und das hat auch in diesem Jahr gut funktioniert.“

Warum das Fest „Salatkirmes“ heißt, weiß heute aber kaum noch jemand. Der ehemalige Ortsvorsteher Hans Rudolph aber kann die Geschichte erzählen. „Seit 1652 wird um diese Zeit regelmäßig gefeiert. Damals zur Einweihung der alten Fachwerkkirche. Irgendwann im Laufe der Jahrhunderte wurde aus der Kirchweihe die Kirmes. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie als Salatkirmes ausgerufen. Sie ist die Erste, die im Waldecker Land gefeiert wird, und am Kirmessonntag kommt der erste Salat aus dem eigenen Garten auf den Tisch.“

Der Umzug war zum ersten Mal 1960 unterwegs und mit ihm die erste Salatkönigin. Jedes Jahr übergibt sie die Kirmesburschenkette an den neuen Kirmesvater. In diesem Jahr lösen Karl Christian Vollbracht und Anne Brandt ihre Vorgänger Janice Löber und Luka Brandt ab.

Seit mehr als zwanzig Jahren ist die Band „The Tequilas“ in den Festzelten der Region ein Garant für Stimmung. In Strothe gehört sie inzwischen fast zum Kirmes-inventar, wenn am Samstagabend traditionell die Nacht zum Tag gemacht wird. Ein bisschen angeschlagen sind sie alle noch am Sonntagmorgen zum Kirmesgottesdienst von Pfarrer Jörg Wagner. Viel Zeit zur Besinnlichkeit haben sie nicht. Zum Festzug durch das Dorf wollen alle fit und in Form sein.

Rund zwanzig geschmückte Wagen fahren pünktlich los, angeführt von der Kutsche mit dem neuen Kirmesvater und -mutter. Das Thema Corona sieht man hier mit Humor, sichtlich erleichtert, dass man es für diesen Sommer vergessen kann. Alle Ortsvereine und auch einige aus den Nachbarorten machen mit. Entlang der Wagen springen Kirmesburschen und -mädels und lassen immer wieder den Strother Kirmesschrei hören. Zurück im Festzelt warten Kaffee und Kuchen, der Musikverein Ober-Waroldern steigt vom Festzugswagen auf die Bühne um und einmal mehr ist das Zelt bis auf dem letzten Platz gefüllt.

„Es gibt eine ungeschriebene Regel, dass vor allem ‚echte’ Strother in den Verein aufgenommen werden“, sagt Magdalena Wiegand. „Wenn Neuzugezogene sich aber engagieren und beweisen, dass sie zum Dorf gehören, sind sie selbstverständlich dabei. Nachwuchssorgen haben wir nicht“, freut sich Magdalena Wiegand „In Strothe leben viele Kinder, die sich freuen mit 18 Jahren selbst dem Kirmesverein beizutreten und irgendwann selbst in der Kutsche zu fahren.“

Heute, am Montagmorgen, geht mit dem Frühschoppen, Freibier, Tombola und Eierbacken, die erste Strother Salatkirmes zu Ende. Auf Kirmesvater und -mutter warten in diesem Jahr endlich wieder einige Feste, die sie besuchen werden. (Barbara Liese)

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